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Karl Friedrich (Fritz) Kröber

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Karl Friedrich (Fritz) Kröber

Fritz Kröber, Foto aus: Der Führer vom 26. April 1934.
Fritz Kröber, Foto aus: Der Führer vom 26. April 1934.
Propagandatafel in Tiengen zum Andenken an Fritz Kröber, Hauptstaatsarchiv Stuttgart EA 99/001 Bü 305 Nr. 1773.
Propagandatafel in Tiengen zum Andenken an Fritz Kröber, Hauptstaatsarchiv Stuttgart EA 99/001 Bü 305 Nr. 1773.

Handformer, Mitglied des Schlageterbundes, * 24. April 1908 Durlach/Stadt Karlsruhe, † 24. April 1925 Durlach/Stadt Karlsruhe.

Der Sohn des Durlacher Metallschleifers Karl Otto Kröber wurde am Abend des 26. April 1925, dem Tag des zweiten Wahlgangs der Reichspräsidentenwahl bei einem folgenschweren Zusammenstoß des Durlacher Schlageterbundes mit politischen Gegnern getötet. Der Polizeiwachtmeister und Reichsbannermann Otto Reize hatte mit seiner Dienstpistole durch einen Schlitz in der Plane eines Propagandawagens geschossen und dabei Fritz Kröber tödlich getroffen. An der Beisetzung des 17-jährigen Kröber nahmen Ende April nahezu alle in Baden aktiven rechten Verbände und Organisationen teil: der Stahlhelm, der Jungdeutsche Orden, der Landesverband Baden des Deutschen Offiziersbundes, die Ortsgruppe Durlach der Mädchengruppe des Schlageterbundes, die Nationale Studentenschaft der Technischen Hochschule (TH) Karlsruhe, der Ortsausschuss Karlsruhe des Reichsblocks, der Schlageterbund Pforzheim und Bruchsal, die Bismarckjugend Karlsruhe und Graben, die Wirtschaftliche Vereinigung Durlach, die Korporationen der TH Karlsruhe, der Blücherbund, der Wehrwolf und Wikingbund Pforzheim, die Ortsgruppe Neureut des Schlageterbundes, die Ortsgruppen Karlsruhe und Durlach des Frontkriegerbundes, der Wehrwolf Karlsruhe, der Wikingbund Königsbach, die Großdeutsche Jugend Durlach, die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei Deutschlands (NSDAP) Durlach, der Landesleiter des Schlageterbundes und "einige nationale Frauen von Durlach".

Fritz Kröber wurde später zu einem der sogenannten Märtyrer der Nationalsozialisten. In Durlach benannte der neu formierte Stadtrat in seiner ersten Sitzung nach der Reichstagswahl vom 5. März 1933 die Karlsruher Allee in Fritz-Kröber-Straße um. In Karlsruhe wurde im folgenden Jahr das Fritz-Kröber-Heim, das Bannheim der Karlsruher Hitlerjugend, Bann 109 in der Kriegsstraße beim Karlstor eingeweiht. Die Gartenschule hieß seit Oktober 1935 Fritz-Kröber-Schule. Auch in vielen anderen badischen Städten und Gemeinden wurden solche Umbenennungen vorgenommen. Die Nationalsozialisten feierten ihn fälschlicherweise zu Propagandazwecken als ersten Hitlerjungen Deutschlands, der "sein Leben für die nationalsozialistische Revolution gegeben" habe, obwohl sich die Hitlerjugend (HJ) erst nach der Neugründung der NSDAP im Laufe des Jahres 1926 wieder formierte (Der Führer vom 26. April 1934). Keine Totengedenkfeier der badischen Partei fand nun ohne die Nennung Fritz Kröbers statt.

Ernst Otto Bräunche 2026

Quellen

StadtAK 3/B Standesbücher; Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff am 25. Februar 2026).

Literatur

Susanne Asche: Die Bürgerstadt, in: Susanne Asche/Olivia Hochstrasser: Durlach. Staufergründung - Fürstenresidenz – Bürgerstadt, Karlsruhe 1996, S. 47-444, S. 387-391 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 17).