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Reichstagsabgeordnete

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Reichstagsabgeordnete

In Karlsruhe wurden von 1871 bis 1914 insgesamt zehn Männer in den Deutschen Reichstag gewählt. Im XYZKaiserreich erfolgte die Wahl im Wahlkreis 10 Karlsruhe-Bruchsal, einer von zunächst 382 Wahlkreisen, nach dem in Europa modernsten Wahlrecht, das ein allgemeines, gleiches und direktes Männerwahlrecht umfasste. Deutsche Männer ab 25 Jahren besaßen das aktive und passive Wahlrecht. Gewählt waren die Kandidaten, die im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit oder in der Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten gewählt wurden. 13 Reichstagswahlen fanden von 1871 bis 1914 statt (1871, 1874, 1877, 1878, 1881, 1884, 1887, 1890, 1893, 1898, 1903, 1907, 1912). Gewählt wurden 1871 und 1874: Prinz Wilhelm von Baden, 1877: August Eisenlohr, 1878: Adolf Freiherr von Marschall, 1881: Karl August Schneider, 1884: Leopold Arnsperger, 1887: Emil Fieser, 1890 und 1894: Markus Pflüger, 1898: Anton Beck, 1903 und 1907: Adolf Geck, 1912: Ludwig Haas.

In der Weimarer Republik wurden dann erstmals das Frauenwahlrecht und das Verhältniswahlsystem eingeführt. Baden war einer von 35 Wahlkreisen. Keiner der in diesem Wahlkreis Gewählten war ein gebürtiger Karlsruher, einzig Ludwig Haas wohnte in Karlsruhe. Gewählt wurde 1919 (Nationalversammlung), 1920, Mai und Dezember 1924, 1928, 1930, Juli und November 1932, März 1933 (nur noch eingeschränkt demokratisch, da die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) die anderen Parteien unter dem Schutz der Reichsregierung im Machtübertragungsprozess auf die Nationalsozialisten wo immer möglich behinderte, die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) war bereits verboten.

Ernst Otto Bräunche 2026

Quellen

Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828 (Zugriff am 12. Oktober 2026).