Menü
Suche

De:Lexikon:ins-0836: Unterschied zwischen den Versionen

Zeile 4: Zeile 4:
[[Datei:Ins-0836 Kunsthalle 8 PBS XIVa 541.jpg|alternativtext=Kunsthalle, Staatliche - Le Musée à Carlsruhe, Lithographische Anstalt von J. Veith um 1860, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS XIVa 541.|links|mini|Kunsthalle, Staatliche - Le Musée à Carlsruhe, Lithographische Anstalt von J. Veith um 1860, Stadtarchiv Karlsruhe  8/PBS XIVa 541.]]
[[Datei:Ins-0836 Kunsthalle 8 PBS XIVa 541.jpg|alternativtext=Kunsthalle, Staatliche - Le Musée à Carlsruhe, Lithographische Anstalt von J. Veith um 1860, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS XIVa 541.|links|mini|Kunsthalle, Staatliche - Le Musée à Carlsruhe, Lithographische Anstalt von J. Veith um 1860, Stadtarchiv Karlsruhe  8/PBS XIVa 541.]]
[[Datei:Ins-0836 Kunsthalle 8 PBS oXIVa 499.jpg|alternativtext=Südwestansicht der Kunsthalle mit Vorplatz, um 1895, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIVa 499.|links|mini|Südwestansicht der Kunsthalle mit Vorplatz, um 1895, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIVa 499.]]
[[Datei:Ins-0836 Kunsthalle 8 PBS oXIVa 499.jpg|alternativtext=Südwestansicht der Kunsthalle mit Vorplatz, um 1895, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIVa 499.|links|mini|Südwestansicht der Kunsthalle mit Vorplatz, um 1895, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIVa 499.]]
[[Datei:Ins-0836 Kunsthalle A40 221 1 24.jpg|alternativtext=Modell des Neubaus des Westflügels der Kunsthalle nach Plänen des Architekten Prof. Heinz Mohl, Dezember 1980, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A40/221/1/24.|links|mini|Modell des Neubaus des Westflügels der Kunsthalle nach Plänen des Architekten Prof. Heinz Mohl, Dezember 1980, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A40/221/1/24.]]
Den Grundstock der heutigen Sammlung der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe legten die badischen Markgrafen und Großherzöge. Unter Markgraf <lex id="bio-1173">Christoph I. von Baden</lex>, der um 1509 Hans Baldung Grien mit der sogenannten Markgrafentafel beauftragte, begann der Aufbau einer Sammlung, die heute rund 3.500 Gemälde und knapp 100.000 Zeichnungen und Druckgrafiken vom Mittelalter bis in die Gegenwart umfasst. Nach dem Tod Christophs I. wurde die Markgrafschaft Baden in die Markgrafschaften Baden-Durlach und Baden-Baden geteilt, so dass von 1535 bis zu ihrer Wiedervereinigung 1771 zwei markgräfliche Linien die Sammeltätigkeit fortführten.
Den Grundstock der heutigen Sammlung der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe legten die badischen Markgrafen und Großherzöge. Unter Markgraf <lex id="bio-1173">Christoph I. von Baden</lex>, der um 1509 Hans Baldung Grien mit der sogenannten Markgrafentafel beauftragte, begann der Aufbau einer Sammlung, die heute rund 3.500 Gemälde und knapp 100.000 Zeichnungen und Druckgrafiken vom Mittelalter bis in die Gegenwart umfasst. Nach dem Tod Christophs I. wurde die Markgrafschaft Baden in die Markgrafschaften Baden-Durlach und Baden-Baden geteilt, so dass von 1535 bis zu ihrer Wiedervereinigung 1771 zwei markgräfliche Linien die Sammeltätigkeit fortführten.



Version vom 6. August 2026, 07:23 Uhr


Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

Kunsthalle, Staatliche - Le Musée à Carlsruhe, Lithographische Anstalt von J. Veith um 1860, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS XIVa 541.
Kunsthalle, Staatliche - Le Musée à Carlsruhe, Lithographische Anstalt von J. Veith um 1860, Stadtarchiv Karlsruhe  8/PBS XIVa 541.
Südwestansicht der Kunsthalle mit Vorplatz, um 1895, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIVa 499.
Südwestansicht der Kunsthalle mit Vorplatz, um 1895, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIVa 499.
Modell des Neubaus des Westflügels der Kunsthalle nach Plänen des Architekten Prof. Heinz Mohl, Dezember 1980, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A40/221/1/24.
Modell des Neubaus des Westflügels der Kunsthalle nach Plänen des Architekten Prof. Heinz Mohl, Dezember 1980, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A40/221/1/24.

Den Grundstock der heutigen Sammlung der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe legten die badischen Markgrafen und Großherzöge. Unter Markgraf Christoph I. von Baden, der um 1509 Hans Baldung Grien mit der sogenannten Markgrafentafel beauftragte, begann der Aufbau einer Sammlung, die heute rund 3.500 Gemälde und knapp 100.000 Zeichnungen und Druckgrafiken vom Mittelalter bis in die Gegenwart umfasst. Nach dem Tod Christophs I. wurde die Markgrafschaft Baden in die Markgrafschaften Baden-Durlach und Baden-Baden geteilt, so dass von 1535 bis zu ihrer Wiedervereinigung 1771 zwei markgräfliche Linien die Sammeltätigkeit fortführten.

Auf Markgraf Friedrich V. von Baden-Durlach, einem Enkel von Christoph I., geht Mitte des 17. Jahrhunderts die Gründung eines Druckgrafikkabinetts, des heutigen Kupferstichkabinetts der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, zurück. Es zählt zu den ältesten Kabinetten in Europa. Markgraf Hermann von Baden-Baden sowie Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden erwarben im 17. und 18. Jahrhundert wichtige Werke der Niederländischen Malerei und der deutschen Renaissance.

Die bedeutendste Erweiterung erfuhr die Sammlung der Kunsthalle in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts durch Karoline Luise von Hessen-Darmstadt, die 1751 Markgraf Karl Friedrich von Baden-Durlach, den Enkel und Nachfolger des Karlsruher Stadtgründers Markgraf Karl Wilhelm, heiratete. Sie baute ein Malerei-Kabinett auf, das bei ihrem Tod 1783 über 200 Gemälde umfasste, darunter Glanzstücke der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts sowie der französischen Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts.

Nach der Wiedervereinigung der badischen Markgrafschaften 1771 wurde die baden-badische Kunstsammlung zum größten Teil in das Karlsruher Residenzschloss überführt. Von 1786 bis 1789 ließ Markgraf Karl Friedrich in der Linkenheimer Straße (heute Hans-Thoma-Straße) ein Akademiegebäude errichten, in dem eine Zeichen- und Malschule, eine Freischule der Baukunst, eine Modellkammer, die Wohn- und Atelierräume des Akademiedirektors und ein Teil der Kunstsammlung untergebracht waren. 1811 kamen weitere Teile der Sammlung zu Kopier- und Übungszwecken und erstmals auch zu Ausstellungszwecken in das Akademiegebäude, das fortan Akademie und Bildergalerie hieß.

Durch die Ernennung von badischen Hofmalern, die verpflichtet waren, regelmäßig Werke an die fürstliche Sammlung abzutreten, erweiterte sich der Bestand kontinuierlich. Der Maler und Zeichner Philipp Jakob Becker, seit 1874 badischer Hofmaler, wurde 1803 zum ersten Direktor der Kunstsammlung ernannt. Die Direktoren sollten künftig das Profil der Sammlung entscheidend mitgestalten. Durch die Berufung von Johann Wilhelm Schirmer zum Gründungsdirektor der Großherzoglichen Kunstschule 1854 kamen weitere Vertreter der Düsseldorfer Malerschule nach Karlsruhe und fanden Eingang in den Sammlungsbestand. Carl Friedrich Lessing, ein Malerfreund von Schirmer, wurde 1858 Direktor der Kunsthalle.

Bereits 1836 hatte Großherzog Leopold Oberbaurat Heinrich Hübsch mit der Planung eines „Museum zu Carlsruhe“ betraut, das der Präsentation des umfangreichen Bestandes dienen sollte. Hübsch entwarf eine Vierflügelanlage, von der aber nur der Südflügel zu seinen Lebzeiten realisiert wurde. Zusammen mit den Fresken von Moritz von Schwind und den bildhauerischen Arbeiten von Franz Xaver Reich und Christian Lotsch gilt der Gebäudeflügel, der am 5. Mai 1846 eröffnet wurde, als Gesamtkunstwerk. Der Ostflügel entstand von 1894 bis 1896 nach Plänen von Baudirektor Josef Durm und der Nordflügel mit der Thoma-Kapelle von 1908 bis 1910 nach Plänen des Hofbauamtsvorstandes Heinrich Amersbach.

Hans Thoma, der von 1899 bis 1919 Direktor der Kunsthalle war, war der letzte Künstler in dieser Funktion. Fortan übernahmen Kunsthistoriker und Kunsthistorikerinnen die Leitung des Hauses. Unter Willy Storck, der von 1920 bis 1927 der Kunsthalle vorstand, und seiner Mitarbeiterin und kommissarischen Nachfolgerin Lilli Fischel (bis 1933), wurde die Einrichtung neu organisiert. Die Abteilungen wurden erstmals nach methodisch-didaktischen Gesichtspunkten neu gehängt, nicht in das Sammlungskonzept passende Werke verkauft oder gegen Neuerwerbungen getauscht, Sammlungslücken, wenn möglich, geschlossen und mit dem Aufbau einer Abteilung für moderne Kunst begonnen. Fischel richtete außerdem in der Orangerie eine ständige Sammlung von Gipsabgüssen ein, die am 28. September 1930 eröffnet wurde.

Kurt Martin, der von 1934 bis 1956 die Kunsthalle leitete, versuchte zwar durch die Schließung des Museums von 1934 bis 1939 öffentliche Diskussionen über verfemte Kunst in der Sammlung zu umgehen, konnte aber nicht verhindern, dass Kunstwerke aus jüdischem Besitz unrechtmäßig in den Besitz der Kunsthalle gelangten. 1942 wurde der Sammlungsbestand an verschiedene Standorte, darunter das Salzbergwerk Heilbronn und Schloss Bauschlott, ausgelagert und die Säle der Kunsthalle von städtischen Ämtern genutzt. Beim Luftangriff am 27. September 1944 wurden dann Teile des Hauptgebäudes und der größte Teil der Orangerie zerstört. Obwohl die offizielle Wiedereröffnung von Hauptgebäude und Orangerie erst im Mai 1951 stattfand, richtete Martin ab April 1948 Ausstellungen im Hauptgebäude aus.

Schon bald nach Dienstantritt von Jan Lauts als neuem Direktor der Kunsthalle verabschiedete der Landtag Baden-Württemberg im März 1958 das Gesetz über das Zahlenlotto, wodurch noch im selben Jahr der Zentralfonds für die Anschaffung von Spitzenwerken der Kunst für die staatlichen Kunstsammlungen eingerichtet werden konnte. Seitdem ist der weitere Ausbau der Sammlung der Kunsthalle gewährleistet. Die Abteilung der französischen Malerei des 17. bis 19. Jahrhunderts konnte um zahlreiche Meisterwerke erweitert werden und zählt heute zu den bedeutendsten in Deutschland. Ebenso wurde die Sammlung alter Meister um wichtige Arbeiten deutscher und niederländischer Künstler ergänzt und der Bestand der Klassischen Moderne und der Gegenwartskunst weiter ausgebaut.

Als eines der ersten Kindermuseen in Deutschland wurde 1973 die Junge Kunsthalle gegründet. Seit 2009 ist sie im ehemaligen Wohnhaus des Hofgartendirektors zwischen dem Hauptgebäude und der Orangerie untergebracht. 1981/82 wurde der Amersbach-Flügel bis auf die Nordfassade abgerissen, und von 1982 bis 1990 gemeinsam mit dem Westflügel, der die Vierflügelanlage komplettiert, nach Plänen des Architekten Heinz Mohl neu errichtet.

Aufgrund erheblicher baulicher und technischer Mängel und funktionaler Defizite schrieb das Land Baden-Württemberg 2017 einen zweistufigen Architektenwettbewerb zur Sanierung des Hauptgebäudes (Realisierungsteil) und Erweiterung der Kunsthalle (Ideenteil) auf dem östlichen Nachbargrundstück, auf dem derzeit noch das Amtsgericht steht, aus. Das Berliner Büro Staab Architekten gewann die Konkurrenz. Im November 2021 wurden das Hauptgebäude und die Orangerie für die Generalsanierung geschlossen. Ein Teil der Sammlung wird seit April 2023 im Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) präsentiert. Die Wiedereröffnung der Orangerie erfolgte bereits Ende November 2025; sie wird seitdem für Wechselausstellungen und sonstige kulturelle Veranstaltungen genutzt. Die Sanierung und die Umstrukturierung des Hauptgebäudes laufen seit 2025. Für das Amtsgericht, dessen Verlegung für die Verwirklichung eines Erweiterungsbaus unabdingbar ist, konnte bis jetzt noch kein passender Standort gefunden werden.

Katja Förster 2026

Quellen

Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff am 14. Mai 2026), vor allem: Staatliche Sammlung von Gipsabgüssen, in: Karlsruher Zeitung vom 27. September 1930; Lily Fischel: Zur Ausstellung der Staatlichen Sammlung von Gipsabgüssen in der Orangerie, in: Karlsruher Tagblatt vom 26. September 1930; Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, https://www.kunsthalle-karlsruhe.de (Zugriff am 11. Mai 2026); Isabel Steppeler: Schließung für Sanierung. Letzte Chance für besondere Augenblicke: Kunsthalle Karlsruhe lädt zur Abschiedswoche, in: Badische Neueste Nachrichten (BNN) vom 22. Oktober 2021; Andreas Jüttner: Verzögerungen im Baugewerbe. Kunsthalle Karlsruhe kann Ausweichquartier im ZKM erst ab März 2023 nutzen, in: BNN vom 27. Juli 2022; Wolfgang Voigt: Staatliche Kunsthalle wird saniert. Warum das Amtsgericht Karlsruhe auf einen zentralen Standort in der City pocht; in: BNN vom 9. Juli 2024.

Literatur

Kirsten Claudia Voigt: Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, 2. aktual. Aufl., Berlin, München 2019; Regine Hess (Hrsg.): Bauen und Zeigen. Aus Geschichte und Gegenwart der Kunsthalle Karlsruhe, Kerber Verlag, Bielefeld 2014.