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De:Lexikon:ins-0705: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Woche der Brüderlichkeit wurde in Deutschland erstmals 1950 nach dem amerikanischen Rückzug aus der ICCJ und an dessen Stelle dem im Vorjahr gebildeten World Brotherhood veranstaltet. In Karlsruhe fand die erste Woche der Brüderlichkeit vom 18. bis 25. Februar 1951 statt, meist im <lex id="ins-0860">Amerikahaus</lex>. Ab 1952 wurde sie bundesweit durch den Koordinierungsrat koordiniert. Seitdem eröffnet traditionell der Bundespräsident die Woche, in Karlsruhe übernahmen dies häufig Repräsentanten des Rechts, der Politik und der Kultur, der Landeskirche bzw. Diözese zusammen mit dem <lex id="ins-1014">Oberbürgermeister</lex>. Zum 50. Jahrestag 2002 fand die bundesweite Eröffnung durch Bundespräsident Johannes Rau in der Karlsruher Stadthalle statt.
Die Woche der Brüderlichkeit wurde in Deutschland erstmals 1950 nach dem amerikanischen Rückzug aus der ICCJ und an dessen Stelle dem im Vorjahr gebildeten World Brotherhood veranstaltet. In Karlsruhe fand die erste Woche der Brüderlichkeit vom 18. bis 25. Februar 1951 statt, meist im <lex id="ins-0860">Amerikahaus</lex>. Ab 1952 wurde sie bundesweit durch den Koordinierungsrat koordiniert. Seitdem eröffnet traditionell der Bundespräsident die Woche, in Karlsruhe übernahmen dies häufig Repräsentanten des Rechts, der Politik und der Kultur, der Landeskirche bzw. Diözese zusammen mit dem <lex id="ins-1014">Oberbürgermeister</lex>. Zum 50. Jahrestag 2002 fand die bundesweite Eröffnung durch Bundespräsident Johannes Rau in der Karlsruher Stadthalle statt.


Besondere Verdienste erwarb sich der langjährige (1964 bis 2004) Geschäftsführer, der Lehrer und Pädagoge <lex id="ABCD">XYZ</lex>Kurt Witzenbacher. Der Vorstand (Stand 2026: elf Mitglieder) der GCJZ besteht bis heute jeweils aus einem respektive einer Vorsitzenden der jüdischen, protestantischen und katholischen Konfession. Die weiteren Vorstandsmitglieder stammen ebenfalls aus den Konfessionen oder der Stadt Karlsruhe (Oberbürgermeister, <lex id="ins-1039">Kulturamtsleitung</lex>) sowie dem Landkreis.
Besondere Verdienste erwarb sich der langjährige (1964 bis 2004) Geschäftsführer, der Lehrer und Pädagoge Kurt Witzenbacher. Der Vorstand (Stand 2026: elf Mitglieder) der GCJZ besteht bis heute jeweils aus einem respektive einer Vorsitzenden der jüdischen, protestantischen und katholischen Konfession. Die weiteren Vorstandsmitglieder stammen ebenfalls aus den Konfessionen oder der Stadt Karlsruhe (Oberbürgermeister, <lex id="ins-1039">Kulturamtsleitung</lex>) sowie dem Landkreis.


<div style="text-align:right;">''Jürgen Schuhladen-Krämer 2026''</div>
<div style="text-align:right;">''Jürgen Schuhladen-Krämer 2026''</div>

Version vom 4. August 2026, 12:57 Uhr


Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Karlsruhe e. V. (GCJZ)

Die Anfänge der verschiedenen Gesellschaften in Deutschland gründen auf dem Gedanken, "Vorurteile, nationaler, rassischer oder religiöser Natur" durch Erziehung zu überwinden. Auch die GCJZ Karlsruhe setzt sich für die Zusammenarbeit zwischen protestantischen und katholischen Christen und Juden sowie für die Erinnerung an die Judenverfolgung und den Holocaust im Nationalsozialismus ein. Die hiesige Gesellschaft wurde mit Unterstützung der Stuttgarter Gesellschaft formal am 22. Juni 1950 nach einer Versammlung von 58 Eingeladenen im Redtenbacher-Hörsaal der Technischen Hochschule (TH) gegründet. Sie richtet alljährlich im März die vom Deutschen Koordinierungsrat koordinierte Woche der Brüderlichkeit aus. Außerdem hat sie die organisatorische Federführung der "9. November AG" mit stadtgesellschaftlichen Akteuren für die jährliche Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht. Heute bestehen Vereine in 84 deutschen Städten und Regionen (Stand März 2026). Karlsruhe zählt zu den ersten zehn Gründungen.

1948/49 waren in Deutschland die ersten Gesellschaften, beginnend mit München im Juli 1948, dann Frankfurt a. M., Wiesbaden, Stuttgart und Berlin gegründet worden. Bereits im September 1949 war der Deutsche Koordinierungsrat als ihr Dachverband entstanden. Diese Gründungen in der US-Besatzungszone waren anfangs als ein Mittel der Reeducation gedacht. Vorbild war die 1928 in den USA gebildete National Conference of Christians and Jews (NCCJ), die Ideen nach 1945 insbesondere in Europa über den Internationalen Rat der Christen und Juden (International Council of Christians and Jews, ICCJ) verbreitete.

Der Karlsruher Gründung vorausgegangen war ein Empfang des eifrigen Vertreters der NCCJ und ICCJ, Reverend Dr. Everett Clinchy aus den USA am 17. Mai 1950 im Schlosshotel. Die konkrete Anleitung und anfängliche Überwachung der deutschen Vereine, darunter auch Karlsruhe, erfolgte bis zu seiner Abberufung 1951 wegen Intransigenz durch den US-amerikanischen methodistischen Pfarrer Carl F. Zietlow.

Im ersten Vorstand 1950 befanden sich für die protestantische Seite der Psychiater Dr. Bruno Warth, für die katholische der Rechtsanwalt Dr. Karl Bender und für die Jüdische Gemeinde Oberrat Otto Nachmann, Schatzmeister wurde Bankprokurist Willy Herrmann und als Geschäftsführer fungierte nach einem Trainingsprogramm in den USA der protestantische Pfarrer Heinz Kappes, der 1934 bis 1945 in Palästina gelebt und unter anderem im jüdisch-arabischen Konflikt vermittelt hatte. Er war letztlich der Motor der GCJZ in Karlsruhe. Auf der zweiten Versammlung am 8. März 1951 wurden die grundlegende Organisation mit der Planung eines Kuratoriums aus etwa 40 Vertretern und Vertreterinnen aus Stadtverwaltung, Kirchen, Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften, Frauenverbänden, Bildung, Kunst und Kultur sowie die Bildung von Ausschüssen auf den Weg gebracht.

In den Anfangsjahren kam diesen Ausschüssen für religiöse Fragen, für Erziehung und für Öffentlichkeitsarbeit große Bedeutung zu und es fanden anfangs Lehrer- und Theologentagungen sowie zahlreiche öffentliche Veranstaltungen statt, ehe diese Strukturen nach einigen Jahren wieder verschwanden. Die GCJZ Karlsruhe erlebte nach ihrem Anfangsschwung aber wie an manch anderen Orten einen Rückgang der Aktivität und Organisation.

Die Woche der Brüderlichkeit wurde in Deutschland erstmals 1950 nach dem amerikanischen Rückzug aus der ICCJ und an dessen Stelle dem im Vorjahr gebildeten World Brotherhood veranstaltet. In Karlsruhe fand die erste Woche der Brüderlichkeit vom 18. bis 25. Februar 1951 statt, meist im Amerikahaus. Ab 1952 wurde sie bundesweit durch den Koordinierungsrat koordiniert. Seitdem eröffnet traditionell der Bundespräsident die Woche, in Karlsruhe übernahmen dies häufig Repräsentanten des Rechts, der Politik und der Kultur, der Landeskirche bzw. Diözese zusammen mit dem Oberbürgermeister. Zum 50. Jahrestag 2002 fand die bundesweite Eröffnung durch Bundespräsident Johannes Rau in der Karlsruher Stadthalle statt.

Besondere Verdienste erwarb sich der langjährige (1964 bis 2004) Geschäftsführer, der Lehrer und Pädagoge Kurt Witzenbacher. Der Vorstand (Stand 2026: elf Mitglieder) der GCJZ besteht bis heute jeweils aus einem respektive einer Vorsitzenden der jüdischen, protestantischen und katholischen Konfession. Die weiteren Vorstandsmitglieder stammen ebenfalls aus den Konfessionen oder der Stadt Karlsruhe (Oberbürgermeister, Kulturamtsleitung) sowie dem Landkreis.

Jürgen Schuhladen-Krämer 2026

Quellen

StadtAK 1/H-Reg 9356, 8/ZGS 5.5; Karlsruhe Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7864903 (Zugriff am 12. Februar 2026), u. a. Badische Neueste Nachrichten (BNN) vom 23. Juni 1950, 9. März und 10. Oktober 1951; 50 Jahre Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Karlsruhe, Rückblick, Einblick, Ausblick, o. O., o. D. [Karlsruhe 2000].

Literatur

Josef Foschepoth: Im Schatten der Vergangenheit. Die Anfänge der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Göttingen 1993; Udo Wennemuth: Die Anfänge der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Karlsruhe, in: Jahrbuch für badische Kirchen- und Religionsgeschichte; 7 (2013), S. 83-97; http://www.gcjz-ka.de/ (Zugriff am 3. März 2026).