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	<title>Stadtlexikon - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0580&amp;diff=599154</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0580</title>
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		<updated>2026-08-13T20:43:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Literatur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Luise (Lilli) Fischel}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Luise (Lilli) Fischel=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kunsthistorikerin, Museumsdirektorin, * 14. Januar 1891 Bruchsal, † 28. Dezember 1978 Karlsruhe, ev., später Christian Scientists.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
1906 zog die Familie nach Karlsruhe, wo Lilli Fischel als jüngstes von vier Kindern 1909 am heutigen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0932&amp;quot;&amp;gt;Mädchengymnasium&amp;lt;/lex&amp;gt; Abitur machte. Dem Kunststudium in Karlsruhe ab 1909 folgte das der Kunstgeschichte und Archäologie an den Universitäten Freiburg und Frankfurt a. M. 1919 wurde sie in Frankfurt bei dem Mittelalterspezialisten Rudolf Kautzsch promoviert. Die Promotion bildete den Auftakt zu zahlreichen weiteren wissenschaftlichen Beiträgen auf ihren Spezialgebieten der Oberrheinischen Skulptur, Malerei und Glasmalerei des Spätmittelalters, der Graphik des 15. und 16. Jahrhunderts und des französischen Impressionismus. Von 1919-1925 im Kunsthandel tätig, wurde sie im April 1925 als wissenschaftliche Hilfsarbeiterin (heute Volontärin) an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0836&amp;quot;&amp;gt;Badischen Kunsthalle&amp;lt;/lex&amp;gt; Karlsruhe eingestellt. Der damalige Direktor &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1108&amp;quot;&amp;gt;Willy Storck&amp;lt;/lex&amp;gt;, Begründer der modernen Sammlung des Hauses, war 1925 bereits schwer krank, so dass sie weitgehend auf sich gestellt nach dessen Weisung arbeitete. Nach Storcks Tod im August 1927 setzte Fischel trotz massiver Widerstände seitens der ultrakonservativen Künstlerschaft und völkisch gesinnter Presseorgane dessen fortschrittliche Kunst- und Ankaufspolitik fort. Im Oktober 1928 erhielt sie die Ernennung zur planmäßigen Konservatorin und im Mai 1930 wurde sie offiziell mit der Führung der Geschäfte des Direktors betraut, die sie bis dahin kommissarisch übernommen hatte. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 1933 erwarb Fischel vor allem Werke des deutschen Impressionismus, der Neuen Sachlichkeit sowie von Hans von Marées, Gustave Courbet, Eduard Munch und Ernst Barlach. Neben der Erweiterung des Sammlungsbestands, darunter auch einige zentrale Ergänzungen der Abteilung für mittelalterliche Malerei am Oberrhein, organisierte sie eine Reihe von Ausstellungen (Vincent van Gogh, 1928; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0406&amp;quot;&amp;gt;Anselm Feuerbach&amp;lt;/lex&amp;gt;, 1929; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0489&amp;quot;&amp;gt;Christoph Voll&amp;lt;/lex&amp;gt;, 1931) und ordnete fast den gesamten neueren Bestand der Kunsthalle neu. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im März 1933 wurde Lilli Fischel wegen ihres jüdischen Vaters - die Mutter war evangelisch - und ihrer Ankäufe moderner Kunst von den Nationalsozialisten entlassen. Noch im gleichen Jahr emigrierte Fischel nach Paris, wo sie sich bis zur Rückkehr nach Deutschland 1939 im Kunsthandel durchschlug. Von 1940 bis Ende 1951 war sie als Kunsthändlerin in München tätig. Von Januar 1952 bis zur Verabschiedung in den Ruhestand Ende Mai 1956 leitete sie das Kupferstichkabinett der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe. Bis 1973 war sie noch publizistisch tätig.									&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Katja Förster 2014&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Mittelrheinische Plastik des 14. Jahrhunderts, Diss. Frankfurt a. M., München 1923; Katalog der Badischen Kunsthalle, Neuausgabe, 1929; Die Karlsruher Passion und ihre Meister, Karlsruhe 1952; Notizen zur Geschichte des Karlsruher Kupferstichkabinetts, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Bd. 105, 1957, S. 265-294; Bilderfolgen im frühen Buchdruck. Studien zur Inkunabel-Illustration in Ulm und Straßburg, Konstanz/Stuttgart 1963; Von der Bildform der französischen Impressionisten, in: Jahrbuch der Berliner Museen, 15, 1973, S. 58-154.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Marlene Angermeyer-Deubner: Die Kunsthalle Karlsruhe – Der Beginn einer modernen Sammlung. Willy Storck (1920-1927) und Lilli Fischel (1927-1933) Teil II, in: Jahrbuch der Staatlichen Kunstsammlungen in Baden-Württemberg, Jg. 37, 2000, S. 109-136; Ulrike Wendland: Biographisches Handbuch deutschsprachiger Kunsthistoriker im Exil. Leben und Werk der unter dem Nationalsozialismus verfolgten und vertriebenen Wissenschaftler, Diss. Hamburg, München 1999, Bd. 1, S. 144-146; Thomas Frank: Lilli Fischel – Kämpferin für moderne Kunst &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://www.kunsthalle-karlsruhe.de&amp;lt;/nowiki&amp;gt;  ›  blog  ›  lilli-fischel-kaempferin-fuer-moderne-kunst  (Zugriff am 13. August 2021); Susanne Asche: Fischel, Luise, in: Baden-Württembergische Biographien IX, hrsg. von Martin Furtwängler, Ostfildern 2025, S. 107-110.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-2108&amp;diff=599153</id>
		<title>De:Lexikon:bio-2108</title>
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		<updated>2026-08-13T20:36:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Adam Röder */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Adam Röder}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Adam Röder=&lt;br /&gt;
[[Datei:Röder Adam 8 Ze 28 Foto Roeder.jpg|alternativtext=Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.|links|mini|Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.]]&lt;br /&gt;
Politiker, Journalist, * 15. November 1858 Kirchheim/Landkreis Ludwigsburg, † 2. April 1937 Karlsruhe, ∞ 23. März 1893 Katharine Christine Fleischmann. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Adam Röder, der Sohn eines Schuhmachers, studierte nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums bis 1881 Ingenieurwissenschaften, Volkswirtschaft und Literatur. Danach war er als Redakteur zunächst jeweils neun Jahre für den Hildesheimer Kurier und die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1847&amp;quot;&amp;gt;Badische Landpost&amp;lt;/lex&amp;gt; tätig, ehe er Chefredakteur des Rheinischen Kuriers in Wiesbaden wurde. Als Chefredakteur der Landpost gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0632&amp;quot;&amp;gt;Vereins Karlsruher Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; (Karlsruher Schriftsteller- und Journalistenverein). Im Anschluss an eine vierjährige Tätigkeit als Leiter der Deutschen Reichspost in Stuttgart wurde Röder 1913 Herausgeber der von ihm gegründeten und wesentlich mit von ihm geschriebenen Artikeln versorgten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1189&amp;quot;&amp;gt;Süddeutschen Conservativen Correspondenz,&amp;lt;/lex&amp;gt; zu deren Abonnentenstamm unter anderem die Frankfurter Zeitung und Wiener Journale gehörten. Außerdem schrieb er für den Kulturteil des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1186&amp;quot;&amp;gt;Residenz-Anzeigers&amp;lt;/lex&amp;gt;, den er mit zahlreichen Theaterkritiken prägte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Dezember 1924 bis 30. Juli 1926 gab er die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1174&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik&amp;lt;/lex&amp;gt; heraus. In deren erster Nummer wird schon in Röders Einführung seine konservative, gegen die Moderne gerichtete Haltung deutlich, als er aus Richard Wagners Meistersinger Hans Sachs zitierte „Paßt auf, uns drohen üble Streich - und wälscher Dunst mit wälschem Tand sie pflanzen uns ins eigene Land. Damit meinte er nicht nur die „Wälschen jenseits der Vogesen, sondern auch die eigenen Landsleute, die „dem deutschen Volk seine Seele nehmen… und seinen Genius mit dem Absud eines ästhetischen Nihilismus“ vergiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kampfansage gegen die Moderne prägten seine Artikel, die er z. T. mit dem Pseudonym „Monti“ schrieb. Zu den gefährlichen Erneuerern zählte er die Vegetarier, die Antialkoholiker und „die von der Nacktkultur“, aber auch die „Rassen- und Blutpolitiker, die darwinistischen Hochzüchter und die fanatischen Nationalisten“, so dass er auch immer wieder mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; in Konflikt geriet. In der letzten Ausgabe der Kunstwarte hielt er fest, dass die Generation kultivierter Theaterbesucher ausgestorben sei, das Kino, die Jazzband und die „verschweinigelte“ Operette dominiere. Karlsruhe habe seinen Rang als Wagnerspielstätte verloren, generell in Deutschland seien „inferiore Schreiberseelen“ am Werk (Kunstwarte Nr. 26 vom 30. Juni 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politisch vertrat Röder, der Zeitgenossen als der streitbarste unter den Karlsruher Journalisten galt, ebenfalls die konservative Richtung und war zunächst seit 1882 in der Deutschkonservativen Partei aktiv. Der preußische Gesandte berichtete 1898 nach Berlin, dass Röder dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Flügel angehöre, woran später auch in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Presse erinnert wurde. Der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;sozialdemokratische&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreund&amp;lt;/lex&amp;gt; würdigte den Senior der Karlsruher Journalisten anlässlich dessen 70. Geburtstag dagegen als einen Christlich-Konservativen, der zwar zu den Gefolgsleuten des bekannten Antisemiten Stöcker gehörte habe, allerdings ohne dessen &amp;quot;bösen antisemitischen Einschlag&amp;quot;. Der mit G. Sch. gezeichnete Artikel, vermutlich aus der Feder des Chefredakteurs und längjährigen Reichstagsabgeordneten &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0755&amp;quot;&amp;gt;Georg Schöpflin&amp;lt;/lex&amp;gt;, hob hervor, dass  Röder &amp;quot;tief und echt religiös, aber frei von Muckertum&amp;quot; sei, dem es eigenen Angaben zufolge schwer gefallen sei,  die Wandlung &amp;quot;vom christlich-konservativen Monarchisten zum Republikaner&amp;quot; zu vollziehen, was er aber geschafft habe. So sei er auch nicht der rechtskonservativen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0312&amp;quot;&amp;gt;Deutschnationalen Volkspartei (DNVP)&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, sondern habe sich dem  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0339&amp;quot;&amp;gt;Zentrum&amp;lt;/lex&amp;gt; angeschlossen. Tatsächlich war Röder von antisemitischen und von rassenideologischen geprägten Vorstellungen abgerückt, wie sie z. B. der Vorsitzende des Karlsruher [[De:Lexikon:ins-1896|Alldeutschen Verbandes]] und Begründer der Sozialanthropologie in Deutschland &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2085&amp;quot;&amp;gt;Otto Ammon&amp;lt;/lex&amp;gt; vertrat, den Röder im Kaiserreich noch sehr geschätzt hatte. Er sei zu der Erkenntnis gekommen, so schrieb er 1925, dass  die &amp;quot;absolute Einheitlichkeit des ganzen Menschengeschlechts, physiologisch und psychologisch,  eine Tatsche von unbedingter Gewißheit&amp;quot; sei. (Kunstwarte Nr. 8 von 8. Januar 1925)  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Röder wurde bei den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0289&amp;quot;&amp;gt;Reichstagswahlen&amp;lt;/lex&amp;gt; im Mai 1924 und im Dezember 1924 auf der Reichswahlliste des Zentrums in den Reichstag gewählt. Der zeitweise einzige Protestant in der Fraktion geriet immer wieder in Opposition zu manchen Zentrumspositionen. So war er aus Protest demonstrativ dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0786&amp;quot;&amp;gt;Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, als der vormalige Reichskanzler und Zentrumspolitiker Wilhelm Marx diesen im Juli 1927 verließ. Schöplin hob auch hervor, dass Röder  zwar immer ein entschiedener Gegner der SPD gewesen sei, bei dem es sich aber immer gelohnt habe, &amp;quot;auf den Kampfplatz zu treten&amp;quot;. (Volksfreund vom 15. November 1928)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die Nationalsozialisten wurde die Süddeutsche Conservative Correspondenz für mehrere Wochen verboten, weil Röder sich gegen den so genannten Arierparagraph gewandt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Hans-Jürgen Kremer: Das Großherzogtum Baden in der politischen Berichterstattung der preußischen Gesandten 1871-1918, 2 Bde., Stuttgart 1990 und 1992, Bd. 1 (= Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe A, Quellen Band 42); Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828; Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924 -1926, StadtAK 8/Ze 28; Hans A. Berger: Karlsruher Journalisten-Porträts, Adam Röder, Badische Neueste Nachrichten vom 5. August 1958, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/8794923?query=%22Karlsruher%20Kunstwarte%22 (Zugriff jeweils am 3. August 2026). &lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Christlich-Konservativ, Leipzig 1892; Der ev.-soziale Kongreß, Stuttgart 1895; Der evangelisch soziale Kongress zu Frankfurt am Main, 1895; Der Austritt Stöckers aus der Konservativen Partei, Karlsruhe 1896; Ein neues Reichstagswahlrecht, Berlin 1896; Salome, Wiesbaden 1906; Reisebilder aus Amerika, Berlin 1906; Frau Lydia (Drama) 1906; Kulturkonservatismus, Stuttgart 1910; Konservative Zukunftspolitik, Karlsruhe 1918; Der Schmied von Ruhla, Mainz 1919; Die Zukunft des Badischen Landestheaters, Karlsruhe 1919; Der Deutsche Konservatismus und die Revolution, Gotha 1920; Reaktion und Antisemitismus, Berlin 1922; Der Weg des Zentrums, Berlin 1925; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929; Amerika, Berlin 1906; Salome, Wiesbaden 1906; Reaktion u. Antisemitismus, 1922; Der Weg d. Zentrums, 1926; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929 (?); Der Agitator (Roman); Um 20 Flaschen Sekt (Novelle); Des Dichters Traum (Schauspiel).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Hubert Doerrschuck: Röder, Adam, Journalist, MdR-Z, in: Bernd Ottnad (Hrsg.): Badische Biographien Bd. IV, Stuttgart 1996.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-0227&amp;diff=599152</id>
		<title>De:Lexikon:ins-0227</title>
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		<updated>2026-08-13T18:54:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Leipheimer und Mende, Stoff- und Tuchgrosshandel */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Leipheimer und Mende, Stoff- und Tuchgrosshandel}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Leipheimer und Mende, Stoff- und Tuchgrosshandel=&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0227 Leipheimer Mende 8 BA Schmeiser 647.jpg|alternativtext=Geschäftshaus des Stoff- und Manufakturwarenladens Leipheimer &amp;amp; Mende in der Kaiserstraße 169, um 1910, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schmeiser 647.|links|mini|Geschäftshaus des Stoff- und Manufakturwarenladens Leipheimer &amp;amp; Mende in der Kaiserstraße 169, um 1910, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schmeiser 647.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0227 Leipheimer Mende 8 PBS X 0294.jpg|alternativtext=Geschäftsräume der Leipheimer &amp;amp; Mende Manufakturwarenhandlung, um 1910, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS X 294.|links|mini|Geschäftsräume der Leipheimer &amp;amp; Mende Manufakturwarenhandlung, um 1910, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS X 294.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0227 Leipheimer Mende 8 BA Schlesiger A12 56 2 9.jpg|alternativtext=Bauarbeiten in der Kaiserstraße, im Hintergrund das Geschäftshaus Leipheimer &amp;amp; Mende, 1965, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A12/56/2/9 (Ausschnitt).|links|mini|Bauarbeiten in der Kaiserstraße, im Hintergrund das Geschäftshaus Leipheimer &amp;amp; Mende, 1965, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A12/56/2/9 (Ausschnitt).]]&lt;br /&gt;
Im Jahr 1834 gründete der Geschäftsmann Georg Leipheimer (1810-1874), Sohn eines Karlsruher Bürgers, gemeinsam mit Friedrich Mathis (1809-1879), kaiserlich brasilianischer Generalkonsul aus Straßburg, eine Ellenwarenhandlung unter dem Namen Mathis &amp;amp; Leipheimer. Aus dieser sollte später die bekannte und erfolgreiche Großhandlung für Stoffe &amp;quot;Leipheimer &amp;amp; Mende&amp;quot; hervorgehen.&lt;br /&gt;
Die Gründung des Deutschen Zollvereins kurz zuvor ließ auf eine florierende Wirtschaft und damit auf ein gut anlaufendes Geschäft hoffen. Vor diesem Hintergrund nahm Leipheimer am 1. Juli 1834 den ersten Eintrag in das über viele Jahrzehnte bestehende Hauptbuch der Firma vor. Der Fokus des Sortiments lag von Beginn an auf Stoffen und Heimtextilien, die in enger Verbindung mit dem Stoff verarbeitenden Handwerk, Stoffgeschäften und Privathaushalten auf den Markt gebracht wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Verkaufsraum diente den Geschäftsleuten zunächst der elterliche Gasthof Leipheimers Zum Kaiser Alexander in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1485&amp;quot;&amp;gt;Karlstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 27. Ab Oktober 1834 konnten schließlich Räumlichkeiten in der Lange Straße 149 – heute &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1431&amp;quot;&amp;gt;Kaiserstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 151 – bezogen werden. Nachdem das Geschäft erfolgreich angelaufen war, reichten die bisherigen Räumlichkeiten nicht mehr aus. Leipheimer und Mathis bauten daraufhin ein neues Haus in der Kaiserstraße 86, das sie am 13. Mai 1841 beziehen konnten. Von Beginn an maßen die Firmeninhaber dem geschäftlichen Reisen eine hohe Bedeutung zu. Auf direkte Weise war es ihnen so möglich, weitere Bezugsquellen ausfindig zu machen und ein stabiles Geschäftsnetzwerk aufzubauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebeutelt von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0225&amp;quot;&amp;gt;Revolution 1848/49&amp;lt;/lex&amp;gt; kam das Geschäft zwischenzeitlich ins Stocken. Anschließend normalisierte es sich im Laufe der Jahre wieder zügig. 1867 verließ Mathis aus gesundheitlichen Gründen das gemeinsame Geschäft. Seither lebte er bis zu seinem Tod am 14. November 1879 als Privatmann und kaiserlich brasilianischer Konsul weiterhin in Karlsruhe. Nach dem Ausscheiden Mathis‘ entschied sich Georg Leipheimer, seinen Sohn Max (1846-1936) an seine Seite zu holen. Zusammen leiteten sie die Firma bis ins Jahr 1871, als Georg Leipheimer aus dem Geschäft ausschied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An seine Stelle trat 1871 der Geschäftsmann &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0664&amp;quot;&amp;gt;Julius Mende&amp;lt;/lex&amp;gt; aus Glachau, Landkreis Zwickau. Zum Jahresanfang erfolgte vor diesem Hintergrund die Firmenumbenennung in Leipheimer und Mende. Mende ging nun häufiger auf Geschäftsreisen und setzte sich besonders für den Großhandel ein. Doch auch der Einzelhandel nahm zu und die Geschäftsräume weiteten sich auf das Nachbarhaus, die Kaiserstraße 88, sowie die Hinterhäuser bis zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2327&amp;quot;&amp;gt;Ritterstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1895 stieg Karl von Pfeil (1871-1915), ein Neffe Leipheimers, als Teilhaber in die Firmenleitung ein. Leipheimer zog sich nun Stück für Stück aus den Geschäften zurück. In den folgenden Jahren wuchs das Geschäft weiterhin in solchem Maße an, dass ein Neubau in Erwägung gezogen wurde, der den bestehenden Erfordernissen Rechnung tragen konnte. 1899 erwarb die Firma das frühere Levingersche Anwesen und errichtete von März bis November 1900 auf dem Grundstück einen Neubau in der Kaiserstraße 169. Dieser wurde als &amp;quot;Schmuck&amp;quot; der Stadt bezeichnet und mit neuester Technik ausgestattet. Eine moderne Moore-Lichtanlage – der Vorgänger der Neonleuchte – wurde zu einer viel besprochenen Sehenswürdigkeit, die auch in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0250&amp;quot;&amp;gt;Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; Aufsehen erregte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im selben Jahr stieg Leipheimer vollständig aus der Firma aus und blieb als stiller Teilhaber dem Geschäft verbunden. Nun trat Julius Trück aus Baden-Baden, bereits 1889 Lehrling in der Firma, in die Leitung ein. Wenig später, im Jahr 1904, starb Mende nach langer und schwerer Krankheit. Die Firma wurde seither von Karl von Pfeil und Julius Trück alleine weitergeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; kam das Geschäft erneut ins Stocken. Neben einigen Mitarbeitern trat auch von Pfeil als Reserveoffizier in den Militärdienst ein. Am 22. April 1915 wurde er bei Ypern als Oberleutnant der Landwehr und Regimentsadjutant des Reserve-Infanterie-Regiments 238 tödlich verwundet. Zusätzlich wurde das Geschäft durch den herrschenden Rohstoffmangel belastet. Gegen Ende des Krieges versuchte man notgedrungen mit Stoffen, die aus Papiergarn hergestellt wurden, dem Mangel entgegenzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Ende des Kriegs machte sich auch in der Belegschaft das Fehlen der Kriegsopfer bemerkbar. Elf Mitarbeiter kehrten nicht zurück. Trück war nun alleiniger Inhaber, bis 1919 Ernst Stuffer (1894-1967), ein Neffe Trücks, aus Baden-Baden in die Firmenleitung eintrat. Im Laufe der Zeit wurden erneut Dienstreisen aufgenommen und das Geschäft lief wieder an. 1927 wurde die Firma in eine offene Handelsgemeinschaft (oHG) umgewandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem das Geschäft auch nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0203&amp;quot;&amp;gt;Inflation&amp;lt;/lex&amp;gt; in den 1920er-Jahren weiter florierte, begann man in den Jahren 1937/38 mit einem Anbau und der Vergrößerung der Kaiserstraße 169/171. Die Firma überstand wirtschaftliche und politische Krisen, wofür sie ihren weiterhin aufrecht erhaltenen Charakter als Spezialgeschäft für Stoffe verantwortlich machte. Auch in Zeiten von &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0008&amp;quot;&amp;gt;Industrialisierung&amp;lt;/lex&amp;gt; und fortschreitender Mechanisierung hielt sich der Groß- und Einzelhandel mit dem Fokus auf die Verbindung zum Schneiderhandwerk und zur &amp;quot;selbstschaffenden Hausfrau&amp;quot; auf diese Weise aufrecht. 1939 gründeten Stuffer und Trück die gleichnamige Firma Stuffer &amp;amp; Trück. Sie wurde zum Träger von Leipheimer &amp;amp; Mende, dessen Name jedoch unverändert blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Trück im Jahr 1943 als Teilhaber ausstieg, leitete Stuffer beide Firmen als Einzelkaufmann weiter. In den folgenden Jahren avancierte er gleichzeitig in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1072&amp;quot;&amp;gt;Industrie und Handelskammer Karlsruhe (IHK)&amp;lt;/lex&amp;gt; zu einem langjährigen geschätzten Mitglied und schließlich zum Vizepräsidenten (1949-1962).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Zweiten Weltkriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; hatte die Firma, wie viele andere Geschäfte, erneut mit Personalmangel und der Knappheit von Rohstoffen zu kämpfen. Die Beschaffung von Waren war in Zeiten der Kriegswirtschaft beschwerlich und nach einer prioritätenbasierten Punkteliste reglementiert. 1944 wurden sowohl die Geschäftsräume als auch das Warenlager in der Kaiserstraße 169 bei &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0037&amp;quot;&amp;gt;Luftangriffen&amp;lt;/lex&amp;gt; im Juli und September zerstört. Die in den Gebäuden vorübergehend eingerichteten Notunterkünfte wurden ebenfalls am 4. Dezember in Schutt und Asche gelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem mit den Gebäuden auch alle verbliebenen Warenbestände vernichtet worden waren, war es noch schwieriger, neue Waren zu beschaffen: &amp;quot;Fliegerschäden&amp;quot; waren kein Grund, bevorzugt Waren zu bekommen. Auch bei den einstigen Lieferanten selbst waren die Engpässe so groß, dass es bis ins Frühjahr 1945 dauerte, bis neue Warenbeschaffungen erfolgen und damit die Geschäfte wieder anlaufen konnten. Ab diesem Zeitpunkt waren erstmalig Reisen wieder möglich. Als Geschäftsräumlichkeiten dienten seit der Zerstörung nunmehr der Keller der Kaiserstraße 171 und ein Ausweichlager im Karlsruher Umland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Jahren 1946 bis 1948 wurde in dem in der der französischen Besatzungszone gelegenen Baden-Baden eine neue Außenstelle eröffnet. Aus der Not heraus, war man in jener Zeit dazu übergegangen, auch Haushaltsgegenstände zu verkaufen. 1949 konnte der erste Wiederaufbau des Erdgeschosses und des Ersten Obergeschosses in der Kaiserstraße 171 abgeschlossen werden. Über deren Wiedereröffnung sowie die Dekoration der Schaufenster wurde vielfach in der Presse berichtet. Zwei Jahre später erfolgte der zweite Wiederaufbau: Das zweite und dritte Obergeschoss konnten wiederbezogen werden. Im Jahr 1953 trat Stuffers Neffe Hanns-Christian Heyer-Stuffer (1927-2021) ins Geschäft ein. Er wurde Junior-Chef und Prokurist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1950er-Jahren lief die Wirtschaft wieder merklich an. Es wurde verstärkt geworben, eine ausgefeilte und in der Presse gelobte Schaufensterdekoration erstellt und gemeinsam mit der Firma &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0085&amp;quot;&amp;gt;Haid und Neu&amp;lt;/lex&amp;gt; Amateur-Modenschauen ins Leben gerufen. Ein Jahr später war der dritte Wiederaufbau abgeschlossen. Am 30. November 1957 konnte die Eröffnung des sich nun auf die Kaiserstraße 169/171 erstreckenden modernen Ladens gefeiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1959 beging Stuffer sein 40jähriges Arbeitsjubiläum. Gleichzeitig wurde die Firma 125 Jahre alt. Zu diesem Jubiläum verteilte man am 1. Juli eine kurze Chronik und eine Replik des Gemäldes &amp;quot;Dame im Stoffladen&amp;quot; von Jacob Dorner. Zu dieser Zeit trat die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft in Kraft und der Handel weitete sich über alte Grenzen hinaus aus. 1964 wurden die Geschäftsräume noch einmal umgebaut und modernisiert mit einer pressewirksamen Wiedereröffnung. In den folgenden Jahren gab es immer wieder öffentliche Veranstaltungen, wie 1965 einen Kindermalwettbewerb. 1967 verstarb Ernst Stuffer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nun folgenden Erbauseinandersetzungen führten trotz guter Geschäftslage zur Schließung der Traditionsfirma, die letztmals 1970 in den Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0284&amp;quot;&amp;gt;Adressbüchern&amp;lt;/lex&amp;gt; als in der Kaiserstraße 169/171 ansässig aufgeführt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Leonie Mohr 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Manufakturwarenhandlung Leipheimer und Mende (Hrsg.): Fünfundsiebzig Jahre der Firma Leipheimer &amp;amp; Mende. Den Freunden des Hauses gewidmet, Karlsruhe 1909; Manufakturwarenhandlung Leipheimer und Mende (Hrsg.): Leipheimer &amp;amp; Mende. 1834-1934. Karlsruhe in Baden, Karlsruhe 1934; StadtAK 1/Wi-ko-Amt 3877, 4950; StadtAK 8/StS 24/699, 795, 798; StadtAK 8/ZGS Sachthemen – 484.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-2188&amp;diff=599151</id>
		<title>De:Lexikon:bio-2188</title>
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		<updated>2026-08-13T18:44:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Paul Maria Dorr */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Paul Maria Dorr}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Paul Maria Dorr=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reichsbankbeamter, Brigadeführer der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1941&amp;quot;&amp;gt;Sturmabteilung (SA)&amp;lt;/lex&amp;gt; der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 18. Februar 1900 Saarbrücken, † 4. Februar 1969 Donaueschingen, kath., 1926 aus der Kirche ausgetreten, ∞ 16. Februar 1932 Lotte Charlotte Narr, keine Kinder.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Einer der ranghöchsten badischen SA-Führer war der Reichsbankbeamte Paul Dorr, Sohn eines Gerichtsaktuars. Schon im Ruhrkampf 1923 aktiv, kam er in diesem Jahr mit der NSDAP in Kontakt, trat dieser aber erst nach deren Wiedergründung 1925 in Düsseldorf bei, Mitgliedsnummer 25.557, und wurde dort erster Führer der SA. 1927/28 zog er nach Karlsruhe, trat auch dort im Februar 1928 in die SA ein und war an etlichen Straßenschlachten und Schlägereien mit gegnerischen Parteien beteiligt, unter anderem an der so genannten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0217&amp;quot;&amp;gt;Hölzschlacht&amp;lt;/lex&amp;gt;. Nach dem Reichsparteitag der NSDAP im Jahr 1929 wurde er Leiter der Karlsruher SA-Standarte 1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1930 zog er nach Kaiserslautern, 1933 nach Schwabach, wo er jeweils die Führung der SA übernahm. Zum 1. Juni 1935 wurde er Leiter der SA-Standarte 126 in Donaueschingen, ehe er Ende 1937 die Führung der SA-Brigade 53 (Baden) übernahm. In Donaueschingen kam er 1934 im Zusammenhang mit der sogenannten Röhm-Affaire kurz in &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0137&amp;quot;&amp;gt;„Schutzhaft“&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1936 leitete er den Bau der SA-Gruppenschule Südwest in Klein-Ingersheim östlich von Bietigheim, einer Kaderschmiede der SA. Es folgte 1938 die Beförderung zum SA-Oberführer. Er trat nun auch bei Versammlungen als Reichsredner auf. 1941 wurde er SA-Brigadeführer, nachdem er seit August 1940 die SA im annektierten Elsass aufgebaut hatte. Als er im Mai 1941 die SA-Gruppe Oberrhein an seinen Nachfolger Leopold Damian übergab, wurden seine Verdienste um den Aufbau der SA im Elsass hervorgehoben und betont, dass er als alter Gardist der Bewegung einer der ältesten SA-Führer im Gau Baden sei (Straßburger Neueste Nachrichten vom 27. Mai 1941).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Zweiten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; nahm Dorr, der bei Kriegsbeginn Oberleutnant der Reserve war, am Frankreichfeldzug, dann am Russlandfeldzug teil und wurde 1944 als vermisst gemeldet, geriet aber, wie sich später herausstellte, in russische Gefangenschaft. Nach seiner Rückkehr nach Donaueschingen Ende 1949, wohin seine Frau nach dem Krieg von Karlsruhe, zuletzt in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1195&amp;quot;&amp;gt;Hermann-Billing-Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; 6 wohnhaft, wieder gezogen war, kam ihm in seinem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Spruchkammerverfahren&amp;lt;/lex&amp;gt; zugute, dass dieses erst nach Beginn des Kalten Krieges durchgeführt wurde. Folgerichtig wurde ihm von der Verteidigung bescheinigt, dass er als „Idealist“ 1925 in die NSDAP, die damals einzige Partei, die den aggressiven Weltkommunismus auf das Heftigste bekämpft habe, eingetreten sei. Seine Beteiligung an der Niederschlagung der kommunistischen Aufstände 1919/20 wurden ihm ebenfalls positiv angerechnet, da er schon damals „die Gefahr des aggressiven Kommunismus für die zivilisierte Welt erkannt“ habe. Betont wurde, dass sich dies „zwangsläufig aus der heutigen politischen Situation“ als richtig erwiesen habe. Dieser Argumentation in Zeiten des Kalten Krieges folgte die Kammer und stufte ihn als Minderbelasteten ein, der mit zwei Jahren Haft auf Bewährung davonkam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dorr arbeitete nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft als Buchhalter bei einer Großhandlung in Donaueschingen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
StadtA Donaueschingen Meldekartei, Sterberegister, Personalakten Lotte Dorr; StAF D 180/2 Nr. 225324; Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828 (Zugriff am 15. Mai 2026), u. a. Artikel von Paul Dorr „Von Mühlburg bis Rintheim oder ‚Parole: Rache‘. Erinnerungen aus der Kampfzeit“ in: Der Führer vom 30. Januar 1938.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-2108&amp;diff=599150</id>
		<title>De:Lexikon:bio-2108</title>
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		<updated>2026-08-12T10:12:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Adam Röder */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Adam Röder}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Adam Röder=&lt;br /&gt;
[[Datei:Röder Adam 8 Ze 28 Foto Roeder.jpg|alternativtext=Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.|links|mini|Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.]]&lt;br /&gt;
Politiker, Journalist, * 15. November 1858 Kirchheim/Landkreis Ludwigsburg, † 2. April 1937 Karlsruhe, ∞ 23. März 1893 Katharine Christine Fleischmann. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Adam Röder, der Sohn eines Schuhmachers, studierte nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums bis 1881 Ingenieurwissenschaften, Volkswirtschaft und Literatur. Danach war er als Redakteur zunächst jeweils neun Jahre für den Hildesheimer Kurier und die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1847&amp;quot;&amp;gt;Badische Landpost&amp;lt;/lex&amp;gt; tätig, ehe er Chefredakteur des Rheinischen Kuriers in Wiesbaden wurde. Als Chefredakteur der Landpost gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0632&amp;quot;&amp;gt;Vereins Karlsruher Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; (Karlsruher Schriftsteller- und Journalistenverein). Im Anschluss an eine vierjährige Tätigkeit als Leiter der Deutschen Reichspost in Stuttgart wurde Röder 1913 Herausgeber der von ihm gegründeten und wesentlich mit von ihm geschriebenen Artikeln versorgten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1189&amp;quot;&amp;gt;Süddeutschen Conservativen Correspondenz,&amp;lt;/lex&amp;gt; zu deren Abonnentenstamm unter anderem die Frankfurter Zeitung und Wiener Journale gehörten. Außerdem schrieb er für den Kulturteil des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1186&amp;quot;&amp;gt;Residenz-Anzeigers&amp;lt;/lex&amp;gt;, den er mit zahlreichen Theaterkritiken prägte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Dezember 1924 bis 30. Juli 1926 gab er die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1174&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik&amp;lt;/lex&amp;gt; heraus. In deren erster Nummer wird schon in Röders Einführung seine konservative, gegen die Moderne gerichtete Haltung deutlich, als er aus Richard Wagners Meistersinger Hans Sachs zitierte „Paßt auf, uns drohen üble Streich - und wälscher Dunst mit wälschem Tand sie pflanzen uns ins eigene Land. Damit meinte er nicht nur die „Wälschen jenseits der Vogesen“ meinte, auch die eigenen Landsleute, die „dem deutschen Volk seine Seele nehmen… und seinen Genius mit dem Absud eines ästhetischen Nihilismus“ vergiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kampfansage gegen die Moderne prägten seine Artikel, die er z. T. mit dem Pseudonym „Monti“ schrieb. Zu den gefährlichen Erneuerern zählte er die Vegetarier, die Antialkoholiker und „die von der Nacktkultur“, aber auch die „Rassen- und Blutpolitiker, die darwinistischen Hochzüchter und die fanatischen Nationalisten“, so dass er auch immer wieder mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; in Konflikt geriet. In der letzten Ausgabe der Kunstwarte machte er noch einmal seine gegen die Moderne gerichtete konservative Haltung mehr als deutlich: die Generation kultivierter Theaterbesucher sei ausgestorben, das Kino, die Jazzband und die „verschweinigelte“ Operette dominiere. Karlsruhe habe seinen Rang als Wagnerspielstätte verloren, generell in Deutschland seien „inferiore Schreiberseelen“ am Werk (Kunstwarte Nr. 26, 30. Juni 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politisch vertrat Röder, der Zeitgenossen als der streitbarste unter den Karlsruher Journalisten galt, ebenfalls die konservative Richtung und war zunächst seit 1882 in der Deutschkonservativen Partei aktiv. Der preußische Gesandte berichtete 1898 nach Berlin, dass Röder dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Flügel angehöre, woran später auch in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Presse erinnert wurde. Der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;sozialdemokratische&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreund&amp;lt;/lex&amp;gt; würdigte den Senior der Karlsruher Journalisten anlässlich dessen 70. Geburtstag dagegen als einen Christlich-Konservativen, der zwar zu den Gefolgsleuten des bekannten Antisemiten Stöcker gehörte habe, allerdings ohne dessen &amp;quot;bösen antisemitischen Einschlag&amp;quot;. Der mit G. Sch. gezeichnete Artiker, vermutlich aus der Feder des Chefredakteurs und längjährigen Reichstagsabgeordneten &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0755&amp;quot;&amp;gt;Georg Schöpflin&amp;lt;/lex&amp;gt;, hob hervor, dass  Röder &amp;quot;tief und echt religiös, aber frei von Muckertum&amp;quot; sei, dem es eigenen Angaben zufolge schwer gefallen sei,  die Wandlung &amp;quot;vom christlich-konservativen Monarchisten zum Republikaner&amp;quot; zu vollziehen, was er aber geschafft habe. So sei er auch nicht der rechtskonservativen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0312&amp;quot;&amp;gt;Deutschnationalen Volkspartei (DNVP)&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, sondern habe sich dem  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0339&amp;quot;&amp;gt;Zentrum&amp;lt;/lex&amp;gt; angeschlossen. Tatsächlich war Röder von antisemitischen und von rassenideologischen geprägten Vorstellungen abgerückt, wie sie z. B. der Vorsitzende des Karlsruher [[De:Lexikon:ins-1896|Alldeutschen Verbandes]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt; und Begründer der Sozialanthropologie in Deutschland &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2085&amp;quot;&amp;gt;Otto Ammon&amp;lt;/lex&amp;gt; vertrat, den Röder im Kaiserreich noch sehr geschätzt hatte. Er sei zu der Erkenntnis gekommen, so schrieb er 1925, dass  die &amp;quot;absolute Einheitlichkeit des ganzen Menschengeschlechts, physiologisch und psychologisch,  eine Tatsche von unbedingter Gewißheit&amp;quot; sei. (Kunstwarte Nr. 8 von 8. Januar 1925)  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Röder wurde bei den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0289&amp;quot;&amp;gt;Reichstagswahlen&amp;lt;/lex&amp;gt; im Mai 1924 und im Dezember 1924 auf dessen Reichswahlliste des in den Reichstag gewählt und war zeitweise der einzige Protestant in der Fraktion, der immer wieder in Opposition zu manchen Zentrumspositionen geraten sei. So sei er aus Protest demonstrativ dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0786&amp;quot;&amp;gt;Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, als der vormalige Reichskanzler und Zentrumspolitiker Wilhelm Marx diesen im Juli 1927 verließ. Röder sei zwar immer ein entschiedener Gegner der SPD gewesen, bei dem es sich aber immer gelohnt habe, &amp;quot;auf den Kampfplatz zu treten&amp;quot;. (Volksfreund vom 15. November 1928)&lt;br /&gt;
Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die Nationalsozialisten wurde die Süddeutsche Conservative Correspondenz für mehrere Wochen verboten, weil Röder sich gegen den so genannten Arierparagraph gewandt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Hans-Jürgen Kremer: Das Großherzogtum Baden in der politischen Berichterstattung der preußischen Gesandten 1871-1918, 2 Bde., Stuttgart 1990 und 1992, Bd. 1 (= Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe A, Quellen Band 42); Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828; Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924 -1926, StadtAK 8/Ze 28; Hans A. Berger: Karlsruher Journalisten-Porträts, Adam Röder, Badische Neueste Nachrichten vom 5. August 1958, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/8794923?query=%22Karlsruher%20Kunstwarte%22 (Zugriff jeweils am 3. August 2026). &lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Christlich-Konservativ, Leipzig 1892; Der ev.-soziale Kongreß, Stuttgart 1895; Der evangelisch soziale Kongress zu Frankfurt am Main, 1895; Der Austritt Stöckers aus der Konservativen Partei, Karlsruhe 1896; Ein neues Reichstagswahlrecht, Berlin 1896; Salome, Wiesbaden 1906; Reisebilder aus Amerika, Berlin 1906; Frau Lydia (Drama) 1906; Kulturkonservatismus, Stuttgart 1910; Konservative Zukunftspolitik, Karlsruhe 1918; Der Schmied von Ruhla, Mainz 1919; Die Zukunft des Badischen Landestheaters, Karlsruhe 1919; Der Deutsche Konservatismus und die Revolution, Gotha 1920; Reaktion und Antisemitismus, Berlin 1922; Der Weg des Zentrums, Berlin 1925; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929; Amerika, Berlin 1906; Salome, Wiesbaden 1906; Reaktion u. Antisemitismus, 1922; Der Weg d. Zentrums, 1926; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929 (?); Der Agitator (Roman); Um 20 Flaschen Sekt (Novelle); Des Dichters Traum (Schauspiel).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Hubert Doerrschuck: Röder, Adam, Journalist, MdR-Z, in: Bernd Ottnad (Hrsg.): Badische Biographien Bd. IV, Stuttgart 1996.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-2108&amp;diff=599149</id>
		<title>De:Lexikon:bio-2108</title>
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		<updated>2026-08-12T10:09:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Adam Röder */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Adam Röder}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Adam Röder=&lt;br /&gt;
[[Datei:Röder Adam 8 Ze 28 Foto Roeder.jpg|alternativtext=Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.|links|mini|Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.]]&lt;br /&gt;
Politiker, Journalist, * 15. November 1858 Kirchheim/Landkreis Ludwigsburg, † 2. April 1937 Karlsruhe, ∞ 23. März 1893 Katharine Christine Fleischmann. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Adam Röder, der Sohn eines Schuhmachers, studierte nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums bis 1881 Ingenieurwissenschaften, Volkswirtschaft und Literatur. Danach war er als Redakteur zunächst jeweils neun Jahre für den Hildesheimer Kurier und die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1847&amp;quot;&amp;gt;Badische Landpost&amp;lt;/lex&amp;gt; tätig, ehe er Chefredakteur des Rheinischen Kuriers in Wiesbaden wurde. Als Chefredakteur der Landpost gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0632&amp;quot;&amp;gt;Vereins Karlsruher Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; (Karlsruher Schriftsteller- und Journalistenverein). Im Anschluss an eine vierjährige Tätigkeit als Leiter der Deutschen Reichspost in Stuttgart wurde Röder 1913 Herausgeber der von ihm gegründeten und wesentlich mit von ihm geschriebenen Artikeln versorgten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1189&amp;quot;&amp;gt;Süddeutschen Conservativen Correspondenz,&amp;lt;/lex&amp;gt; zu deren Abonnentenstamm unter anderem die Frankfurter Zeitung und Wiener Journale gehörten. Außerdem schrieb er für den Kulturteil des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1186&amp;quot;&amp;gt;Residenz-Anzeigers&amp;lt;/lex&amp;gt;, den er mit zahlreichen Theaterkritiken prägte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Dezember 1924 bis 30. Juli 1926 gab er die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1174&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik&amp;lt;/lex&amp;gt; heraus. In deren erster Nummer wird schon in Röders Einführung seine konservative, gegen die Moderne gerichtete Haltung deutlich, als er aus Richard Wagners Meistersinger Hans Sachs zitierte „Paßt auf, uns drohen üble Streich - und wälscher Dunst mit wälschem Tand sie pflanzen uns ins eigene Land. Damit meinte er nicht nur die „Wälschen jenseits der Vogesen“ meinte, auch die eigenen Landsleute, die „dem deutschen Volk seine Seele nehmen… und seinen Genius mit dem Absud eines ästhetischen Nihilismus“ vergiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kampfansage gegen die Moderne prägten seine Artikel, die er z. T. mit dem Pseudonym „Monti“ schrieb. Zu den gefährlichen Erneuerern zählte er die Vegetarier, die Antialkoholiker und „die von der Nacktkultur“, aber auch die „Rassen- und Blutpolitiker, die darwinistischen Hochzüchter und die fanatischen Nationalisten“, so dass er auch immer wieder mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; in Konflikt geriet. In der letzten Ausgabe der Kunstwarte machte er noch einmal seine gegen die Moderne gerichtete konservative Haltung mehr als deutlich: die Generation kultivierter Theaterbesucher sei ausgestorben, das Kino, die Jazzband und die „verschweinigelte“ Operette dominiere. Karlsruhe habe seinen Rang als Wagnerspielstätte verloren, generell in Deutschland seien „inferiore Schreiberseelen“ am Werk (Kunstwarte Nr. 26, 30. Juni 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politisch vertrat Röder, der Zeitgenossen als der streitbarste unter den Karlsruher Journalisten galt, ebenfalls die konservative Richtung und war zunächst seit 1882 in der Deutschkonservativen Partei aktiv. Der preußische Gesandte berichtete 1898 nach Berlin, dass Röder dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Flügel angehöre, woran später auch in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Presse erinnert wurde. Der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;sozialdemokratische&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreund&amp;lt;/lex&amp;gt; würdigte den Senior der Karlsruher Journalisten anlässlich dessen 70. Geburtstag dagegen als einen Christlich-Konservativen, der zwar zu den Gefolgsleuten des bekannten Antisemiten Stöcker gehörte habe, allerdings ohne dessen &amp;quot;bösen antisemitischen Einschlag&amp;quot;. Der mit G. Sch. gezeichnete Artiker, vermutlich aus der Feder des Chefredakteurs und längjährigen Reichstagsabgeordneten &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0755&amp;quot;&amp;gt;Georg Schöpflin&amp;lt;/lex&amp;gt;, hob hervor, dass  Röder &amp;quot;tief und echt religiös, aber frei von Muckertum&amp;quot; sei, dem es eigenen Angaben zufolge schwer gefallen sei,  die Wandlung &amp;quot;vom christlich-konservativen Monarchisten zum Republikaner&amp;quot; zu vollziehen, was er aber geschafft habe. So sei er auch nicht der rechtskonservativen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0312&amp;quot;&amp;gt;Deutschnationalen Volkspartei (DNVP)&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, sondern habe sich dem  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0339&amp;quot;&amp;gt;Zentrum&amp;lt;/lex&amp;gt; angeschlossen. Tatsächlich war Röder von  antisemitischen, von rassenideologischen geprägten Vorstellungen abegrückt, wie sie z. B. der Vorsitzende des Karlsruher[[De:Lexikon:ins-1896|Alldeutschen Verbandes]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt;und Begründer der Sozialanthropologie in Deutschland , den Röder im Kaiserreich noch sehr schätzte. Er sei zu der Erkenntnis gekommen, so schrieb er 1925, dass  die &amp;quot;absolute Einheitlichkeit des ganzen Menschengeschlechts, physiologisch und psychologisch,  eine Tatsche von von unbedingter Gewißheit&amp;quot; sei. (Kunstwarte Nr. 8 von 8. Januar 1925)  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Röder wurde bei den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0289&amp;quot;&amp;gt;Reichstagswahlen&amp;lt;/lex&amp;gt; im Mai 1924 und im Dezember 1924 auf dessen Reichswahlliste des in den Reichstag gewählt und war zeitweise der einzige Protestant in der Fraktion, der immer wieder in Opposition zu manchen Zentrumspositionen geraten sei. So sei er aus Protest demonstrativ dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0786&amp;quot;&amp;gt;Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, als der vormalige Reichskanzler und Zentrumspolitiker Wilhelm Marx diesen im Juli 1927 verließ. Röder sei zwar immer ein entschiedener Gegner der SPD gewesen, bei dem es sich aber immer gelohnt habe, &amp;quot;auf den Kampfplatz zu treten&amp;quot;. (Volksfreund vom 15. November 1928)&lt;br /&gt;
Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die Nationalsozialisten wurde die Süddeutsche Conservative Correspondenz für mehrere Wochen verboten, weil Röder sich gegen den so genannten Arierparagraph gewandt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Hans-Jürgen Kremer: Das Großherzogtum Baden in der politischen Berichterstattung der preußischen Gesandten 1871-1918, 2 Bde., Stuttgart 1990 und 1992, Bd. 1 (= Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe A, Quellen Band 42); Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828; Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924 -1926, StadtAK 8/Ze 28; Hans A. Berger: Karlsruher Journalisten-Porträts, Adam Röder, Badische Neueste Nachrichten vom 5. August 1958, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/8794923?query=%22Karlsruher%20Kunstwarte%22 (Zugriff jeweils am 3. August 2026). &lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Christlich-Konservativ, Leipzig 1892; Der ev.-soziale Kongreß, Stuttgart 1895; Der evangelisch soziale Kongress zu Frankfurt am Main, 1895; Der Austritt Stöckers aus der Konservativen Partei, Karlsruhe 1896; Ein neues Reichstagswahlrecht, Berlin 1896; Salome, Wiesbaden 1906; Reisebilder aus Amerika, Berlin 1906; Frau Lydia (Drama) 1906; Kulturkonservatismus, Stuttgart 1910; Konservative Zukunftspolitik, Karlsruhe 1918; Der Schmied von Ruhla, Mainz 1919; Die Zukunft des Badischen Landestheaters, Karlsruhe 1919; Der Deutsche Konservatismus und die Revolution, Gotha 1920; Reaktion und Antisemitismus, Berlin 1922; Der Weg des Zentrums, Berlin 1925; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929; Amerika, Berlin 1906; Salome, Wiesbaden 1906; Reaktion u. Antisemitismus, 1922; Der Weg d. Zentrums, 1926; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929 (?); Der Agitator (Roman); Um 20 Flaschen Sekt (Novelle); Des Dichters Traum (Schauspiel).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Hubert Doerrschuck: Röder, Adam, Journalist, MdR-Z, in: Bernd Ottnad (Hrsg.): Badische Biographien Bd. IV, Stuttgart 1996.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:bio-2108</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Adam Röder */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Adam Röder}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Adam Röder=&lt;br /&gt;
[[Datei:Röder Adam 8 Ze 28 Foto Roeder.jpg|alternativtext=Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.|links|mini|Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.]]&lt;br /&gt;
Politiker, Journalist, * 15. November 1858 Kirchheim/Landkreis Ludwigsburg, † 2. April 1937 Karlsruhe, ∞ 23. März 1893 Katharine Christine Fleischmann. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Adam Röder, der Sohn eines Schuhmachers, studierte nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums bis 1881 Ingenieurwissenschaften, Volkswirtschaft und Literatur. Danach war er als Redakteur zunächst jeweils neun Jahre für den Hildesheimer Kurier und die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1847&amp;quot;&amp;gt;Badische Landpost&amp;lt;/lex&amp;gt; tätig, ehe er Chefredakteur des Rheinischen Kuriers in Wiesbaden wurde. Als Chefredakteur der Landpost gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0632&amp;quot;&amp;gt;Vereins Karlsruher Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; (Karlsruher Schriftsteller- und Journalistenverein). Im Anschluss an eine vierjährige Tätigkeit als Leiter der Deutschen Reichspost in Stuttgart wurde Röder 1913 Herausgeber der von ihm gegründeten und wesentlich mit von ihm geschriebenen Artikeln versorgten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1189&amp;quot;&amp;gt;Süddeutschen Conservativen Correspondenz,&amp;lt;/lex&amp;gt; zu deren Abonnentenstamm unter anderem die Frankfurter Zeitung und Wiener Journale gehörten. Außerdem schrieb er für den Kulturteil des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1186&amp;quot;&amp;gt;Residenz-Anzeigers&amp;lt;/lex&amp;gt;, den er mit zahlreichen Theaterkritiken prägte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Dezember 1924 bis 30. Juli 1926 gab er die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1174&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik&amp;lt;/lex&amp;gt; heraus. In deren erster Nummer wird schon in Röders Einführung seine konservative, gegen die Moderne gerichtete Haltung deutlich, als er aus Richard Wagners Meistersinger Hans Sachs zitierte „Paßt auf, uns drohen üble Streich - und wälscher Dunst mit wälschem Tand sie pflanzen uns ins eigene Land. Damit meinte er nicht nur die „Wälschen jenseits der Vogesen“ meinte, auch die eigenen Landsleute, die „dem deutschen Volk seine Seele nehmen… und seinen Genius mit dem Absud eines ästhetischen Nihilismus“ vergiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kampfansage gegen die Moderne prägten seine Artikel, die er z. T. mit dem Pseudonym „Monti“ schrieb. Zu den gefährlichen Erneuerern zählte er die Vegetarier, die Antialkoholiker und „die von der Nacktkultur“, aber auch die „Rassen- und Blutpolitiker, die darwinistischen Hochzüchter und die fanatischen Nationalisten“, so dass er auch immer wieder mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; in Konflikt geriet. In der letzten Ausgabe der Kunstwarte machte er noch einmal seine gegen die Moderne gerichtete konservative Haltung mehr als deutlich: die Generation kultivierter Theaterbesucher sei ausgestorben, das Kino, die Jazzband und die „verschweinigelte“ Operette dominiere. Karlsruhe habe seinen Rang als Wagnerspielstätte verloren, generell in Deutschland seien „inferiore Schreiberseelen“ am Werk (Kunstwarte Nr. 26, 30. Juni 1926). Die Kunstwarte habe ihr Erscheinen weniger aus wirtschaftlichen als persönlichen Gründen  einstellen müssen. Er habe festgestellt, dass er sich nicht mehr in dem Maße um die Wochenschrift kümmern könne, wie dies nötig sei. Zudem plane er die Herausgabe eines größeren Werkes über die kulturpsychologische Mentalität der Epoche mit dem Titel „Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, eine Feststellung und Zielsetzung“, das allerdings nie erschien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politisch vertrat Röder, der Zeitgenossen als der streitbarste unter den Karlsruher Journalisten galt, ebenfalls die konservative Richtung und war zunächst seit 1882 in der Deutschkonservativen Partei aktiv. Der preußische Gesandte berichtete 1898 nach Berlin, dass Röder dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Flügel angehöre, woran später auch in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Presse erinnert wurde. Der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;sozialdemokratische&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreund&amp;lt;/lex&amp;gt; würdigte den Senior der Karlsruher Journalisten anlässlich dessen 70. Geburtstag dagegen als einen Christlich-Konservativen, der zwar zu den Gefolgsleuten des bekannten Antisemiten Stöcker gehörte habe, allerdings ohne dessen &amp;quot;bösen antisemitischen Einschlag&amp;quot;. Der mit G. Sch. gezeichnete Artiker, vermutlich aus der Feder des Chefredakteurs und längjährigen Reichstagsabgeordneten &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0755&amp;quot;&amp;gt;Georg Schöpflin&amp;lt;/lex&amp;gt;, hob hervor, dass  Röder &amp;quot;tief und echt religiös, aber frei von Muckertum&amp;quot; sei, dem es eigenen Angaben zufolge schwer gefallen sei,  die Wandlung &amp;quot;vom christlich-konservativen Monarchisten zum Republikaner&amp;quot; zu vollziehen, was er aber geschafft habe. So sei er auch nicht der rechtskonservativen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0312&amp;quot;&amp;gt;Deutschnationalen Volkspartei (DNVP)&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, sondern habe sich dem  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0339&amp;quot;&amp;gt;Zentrum&amp;lt;/lex&amp;gt; angeschlossen. 1925 schrieb er zurückblickend, dass er zur Erkenntnis der &amp;quot;absolututen Einheitlichkeit des ganzen Menschengeschlechts&amp;quot; gekommen sei, und er sich gegen &amp;quot;einen gedanken- und geistlosen Antisemitismus&amp;quot; wende.  (Kunstwarte Nr. 8, 21. Januar 1925)  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Röder wurde bei den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0289&amp;quot;&amp;gt;Reichstagswahlen&amp;lt;/lex&amp;gt; im Mai 1924 und im Dezember 1924 auf dessen Reichswahlliste des in den Reichstag gewählt und war zeitweise der einzige Protestant in der Fraktion, der immer wieder in Opposition zu manchen Zentrumspositionen geraten sei. So sei er aus Protest demonstrativ dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0786&amp;quot;&amp;gt;Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, als der vormalige Reichskanzler und Zentrumspolitiker Wilhelm Marx diesen im Juli 1927 verließ. Röder sei zwar immer ein entschiedener Gegner der SPD gewesen, bei dem es sich aber immer gelohnt habe, &amp;quot;auf den Kampfplatz zu treten&amp;quot;. (Volksfreund vom 15. November 1928)&lt;br /&gt;
Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die Nationalsozialisten wurde die Süddeutsche Conservative Correspondenz für mehrere Wochen verboten, weil Röder sich gegen den so genannten Arierparagraph gewandt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Hans-Jürgen Kremer: Das Großherzogtum Baden in der politischen Berichterstattung der preußischen Gesandten 1871-1918, 2 Bde., Stuttgart 1990 und 1992, Bd. 1 (= Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe A, Quellen Band 42); Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828; Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924 -1926, StadtAK 8/Ze 28; Hans A. Berger: Karlsruher Journalisten-Porträts, Adam Röder, Badische Neueste Nachrichten vom 5. August 1958, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/8794923?query=%22Karlsruher%20Kunstwarte%22 (Zugriff jeweils am 3. August 2026). &lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Christlich-Konservativ, Leipzig 1892; Der ev.-soziale Kongreß, Stuttgart 1895; Der evangelisch soziale Kongress zu Frankfurt am Main, 1895; Der Austritt Stöckers aus der Konservativen Partei, Karlsruhe 1896; Ein neues Reichstagswahlrecht, Berlin 1896; Salome, Wiesbaden 1906; Reisebilder aus Amerika, Berlin 1906; Frau Lydia (Drama) 1906; Kulturkonservatismus, Stuttgart 1910; Konservative Zukunftspolitik, Karlsruhe 1918; Der Schmied von Ruhla, Mainz 1919; Die Zukunft des Badischen Landestheaters, Karlsruhe 1919; Der Deutsche Konservatismus und die Revolution, Gotha 1920; Reaktion und Antisemitismus, Berlin 1922; Der Weg des Zentrums, Berlin 1925; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929; Amerika, Berlin 1906; Salome, Wiesbaden 1906; Reaktion u. Antisemitismus, 1922; Der Weg d. Zentrums, 1926; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929 (?); Der Agitator (Roman); Um 20 Flaschen Sekt (Novelle); Des Dichters Traum (Schauspiel).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Hubert Doerrschuck: Röder, Adam, Journalist, MdR-Z, in: Bernd Ottnad (Hrsg.): Badische Biographien Bd. IV, Stuttgart 1996.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:bio-2108</title>
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		<updated>2026-08-12T09:31:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Adam Röder */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Adam Röder}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Adam Röder=&lt;br /&gt;
[[Datei:Röder Adam 8 Ze 28 Foto Roeder.jpg|alternativtext=Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.|links|mini|Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.]]&lt;br /&gt;
Politiker, Journalist, * 15. November 1858 Kirchheim/Landkreis Ludwigsburg, † 2. April 1937 Karlsruhe, ∞ 23. März 1893 Katharine Christine Fleischmann. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Adam Röder, der Sohn eines Schuhmachers, studierte nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums bis 1881 Ingenieurwissenschaften, Volkswirtschaft und Literatur. Danach war er als Redakteur zunächst jeweils neun Jahre für den Hildesheimer Kurier und die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1847&amp;quot;&amp;gt;Badische Landpost&amp;lt;/lex&amp;gt; tätig, ehe er Chefredakteur des Rheinischen Kuriers in Wiesbaden wurde. Als Chefredakteur der Landpost gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0632&amp;quot;&amp;gt;Vereins Karlsruher Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; (Karlsruher Schriftsteller- und Journalistenverein). Im Anschluss an eine vierjährige Tätigkeit als Leiter der Deutschen Reichspost in Stuttgart wurde Röder 1913 Herausgeber der von ihm gegründeten und wesentlich mit von ihm geschriebenen Artikeln versorgten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1189&amp;quot;&amp;gt;Süddeutschen Conservativen Correspondenz,&amp;lt;/lex&amp;gt; zu deren Abonnentenstamm unter anderem die Frankfurter Zeitung und Wiener Journale gehörten. Außerdem schrieb er für den Kulturteil des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1186&amp;quot;&amp;gt;Residenz-Anzeigers&amp;lt;/lex&amp;gt;, den er mit zahlreichen Theaterkritiken prägte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Dezember 1924 bis 30. Juli 1926 gab er die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1174&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik&amp;lt;/lex&amp;gt; heraus. In deren erster Nummer wird schon in Röders Einführung seine konservative, gegen die Moderne gerichtete Haltung deutlich, als er aus Richard Wagners Meistersinger Hans Sachs zitierte „Paßt auf, uns drohen üble Streich - und wälscher Dunst mit wälschem Tand sie pflanzen uns ins eigene Land. Damit meinte er nicht nur die „Wälschen jenseits der Vogesen“ meinte, auch die eigenen Landsleute, die „dem deutschen Volk seine Seele nehmen… und seinen Genius mit dem Absud eines ästhetischen Nihilismus“ vergiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kampfansage gegen die Moderne prägten seine Artikel, die er z. T. mit dem Pseudonym „Monti“ schrieb. Zu den gefährlichen Erneuerern zählte er die Vegetarier, die Antialkoholiker und „die von der Nacktkultur“, aber auch die „Rassen- und Blutpolitiker, die darwinistischen Hochzüchter und die fanatischen Nationalisten“, so dass er auch immer wieder mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; in Konflikt geriet. In der letzten Ausgabe der Kunstwarte machte er noch einmal seine gegen die Moderne gerichtete konservative Haltung mehr als deutlich: die Generation kultivierter Theaterbesucher sei ausgestorben, das Kino, die Jazzband und die „verschweinigelte“ Operette dominiere. Karlsruhe habe seinen Rang als Wagnerspielstätte verloren, generell in Deutschland seien „inferiore Schreiberseelen“ am Werk (Kunstwarte Nr. 26, 30. Juni 1926). Die Kunstwarte habe ihr Erscheinen weniger aus wirtschaftlichen als persönlichen Gründen  einstellen müssen. Er habe festgestellt, dass er sich nicht mehr in dem Maße um die Wochenschrift kümmern könne, wie dies nötig sei. Zudem plane er die Herausgabe eines größeren Werkes über die kulturpsychologische Mentalität der Epoche mit dem Titel „Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, eine Feststellung und Zielsetzung“, das allerdings nie erschien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politisch vertrat Röder, der Zeitgenossen als der streitbarste unter den Karlsruher Journalisten galt, ebenfalls die konservative Richtung und war zunächst seit 1882 in der Deutschkonservativen Partei aktiv. Der preußische Gesandte berichtete 1898 nach Berlin, dass Röder dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Flügel angehöre, woran später auch in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Presse erinnert wurde. Der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;sozialdemokratische&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreund&amp;lt;/lex&amp;gt; würdigte den Senior der Karlsruher Journalisten anlässlich dessen 70. Geburtstag dagegen als einen Christlich-Konservativen, der zwar zu den Gefolgsleuten des bekannten Antisemiten Stöcker gehörte habe, allerdings ohne dessen &amp;quot;bösen antisemitischen Einschlag&amp;quot;. Der mit G. Sch. gezeichnete Artiker, vermutlich aus der Feder des Chefredakteurs und längjährigen Reichstagsabgeordneten &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0755&amp;quot;&amp;gt;Georg Schöpflin&amp;lt;/lex&amp;gt;, hob hervor, dass  Röder &amp;quot;tief und echt religiös, aber frei von Muckertum&amp;quot; sei, dem es eigenen Angaben zufolge schwer gefallen sei,  die Wandlung &amp;quot;vom christlich-konservativen Monarchisten zum Republikaner&amp;quot; zu vollziehen, was er aber geschafft habe. So sei er auch nicht der rechtskonservativen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0312&amp;quot;&amp;gt;Deutschnationalen Volkspartei (DNVP)&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, sondern habe sich dem  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0339&amp;quot;&amp;gt;Zentrum&amp;lt;/lex&amp;gt; angeschlossen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Röder wurde bei den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0289&amp;quot;&amp;gt;Reichstagswahlen&amp;lt;/lex&amp;gt; im Mai 1924 und im Dezember 1924 auf dessen Reichswahlliste des in den Reichstag gewählt und war zeitweise der einzige Protestant in der Fraktion, der immer wieder in Opposition zu manchen Zentrumspositionen geraten sei. So sei er aus Protest demonstrativ dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0786&amp;quot;&amp;gt;Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, als der vormalige Reichskanzler und Zentrumspolitiker Wilhelm Marx diesen im Juli 1927 verließ. Röder sei zwar immer ein entschiedener Gegner der SPD gewesen, bei dem es sich aber immer gelohnt habe, &amp;quot;auf den Kampfplatz zu treten&amp;quot;. (Volksfreund vom 15. November 1928)&lt;br /&gt;
Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die Nationalsozialisten wurde die Süddeutsche Conservative Correspondenz für mehrere Wochen verboten, weil Röder sich gegen den so genannten Arierparagraph gewandt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Hans-Jürgen Kremer: Das Großherzogtum Baden in der politischen Berichterstattung der preußischen Gesandten 1871-1918, 2 Bde., Stuttgart 1990 und 1992, Bd. 1 (= Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe A, Quellen Band 42); Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828; Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924 -1926, StadtAK 8/Ze 28; Hans A. Berger: Karlsruher Journalisten-Porträts, Adam Röder, Badische Neueste Nachrichten vom 5. August 1958, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/8794923?query=%22Karlsruher%20Kunstwarte%22 (Zugriff jeweils am 3. August 2026). &lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Christlich-Konservativ, Leipzig 1892; Der ev.-soziale Kongreß, Stuttgart 1895; Der evangelisch soziale Kongress zu Frankfurt am Main, 1895; Der Austritt Stöckers aus der Konservativen Partei, Karlsruhe 1896; Ein neues Reichstagswahlrecht, Berlin 1896; Salome, Wiesbaden 1906; Reisebilder aus Amerika, Berlin 1906; Frau Lydia (Drama) 1906; Kulturkonservatismus, Stuttgart 1910; Konservative Zukunftspolitik, Karlsruhe 1918; Der Schmied von Ruhla, Mainz 1919; Die Zukunft des Badischen Landestheaters, Karlsruhe 1919; Der Deutsche Konservatismus und die Revolution, Gotha 1920; Reaktion und Antisemitismus, Berlin 1922; Der Weg des Zentrums, Berlin 1925; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929; Amerika, Berlin 1906; Salome, Wiesbaden 1906; Reaktion u. Antisemitismus, 1922; Der Weg d. Zentrums, 1926; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929 (?); Der Agitator (Roman); Um 20 Flaschen Sekt (Novelle); Des Dichters Traum (Schauspiel).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Hubert Doerrschuck: Röder, Adam, Journalist, MdR-Z, in: Bernd Ottnad (Hrsg.): Badische Biographien Bd. IV, Stuttgart 1996.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:bio-2108</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Adam Röder */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Adam Röder}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Adam Röder=&lt;br /&gt;
[[Datei:Röder Adam 8 Ze 28 Foto Roeder.jpg|alternativtext=Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.|links|mini|Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.]]&lt;br /&gt;
Politiker, Journalist, * 15. November 1858 Kirchheim/Landkreis Ludwigsburg, † 2. April 1937 Karlsruhe, ∞ 23. März 1893 Katharine Christine Fleischmann. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Adam Röder, der Sohn eines Schuhmachers, studierte nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums bis 1881 Ingenieurwissenschaften, Volkswirtschaft und Literatur. Danach war er als Redakteur zunächst jeweils neun Jahre für den Hildesheimer Kurier und die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1847&amp;quot;&amp;gt;Badische Landpost&amp;lt;/lex&amp;gt; tätig, ehe er Chefredakteur des Rheinischen Kuriers in Wiesbaden wurde. Als Chefredakteur der Landpost gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0632&amp;quot;&amp;gt;Vereins Karlsruher Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; (Karlsruher Schriftsteller- und Journalistenverein). Im Anschluss an eine vierjährige Tätigkeit als Leiter der Deutschen Reichspost in Stuttgart wurde Röder 1913 Herausgeber der von ihm gegründeten und wesentlich mit von ihm geschriebenen Artikeln versorgten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1189&amp;quot;&amp;gt;Süddeutschen Conservativen Correspondenz,&amp;lt;/lex&amp;gt; zu deren Abonnentenstamm unter anderem die Frankfurter Zeitung und Wiener Journale gehörten. Außerdem schrieb er für den Kulturteil des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1186&amp;quot;&amp;gt;Residenz-Anzeigers&amp;lt;/lex&amp;gt;, den er mit zahlreichen Theaterkritiken prägte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Dezember 1924 bis 30. Juli 1926 gab er die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1174&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik&amp;lt;/lex&amp;gt; heraus. In deren erster Nummer wird schon in Röders Einführung seine konservative, gegen die Moderne gerichtete Haltung deutlich, als er aus Richard Wagners Meistersinger Hans Sachs zitierte „Paßt auf, uns drohen üble Streich - und wälscher Dunst mit wälschem Tand sie pflanzen uns ins eigene Land. Damit meinte er nicht nur die „Wälschen jenseits der Vogesen“ meinte, auch die eigenen Landsleute, die „dem deutschen Volk seine Seele nehmen… und seinen Genius mit dem Absud eines ästhetischen Nihilismus“ vergiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kampfansage gegen die Moderne prägten seine Artikel, die er z. T. mit dem Pseudonym „Monti“ schrieb. Zu den gefährlichen Erneuerern zählte er die Vegetarier, die Antialkoholiker und „die von der Nacktkultur“, aber auch die „Rassen- und Blutpolitiker, die darwinistischen Hochzüchter und die fanatischen Nationalisten“, so dass er auch immer wieder mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; in Konflikt geriet. In der letzten Ausgabe der Kunstwarte machte er noch einmal seine gegen die Moderne gerichtete konservative Haltung mehr als deutlich: die Generation kultivierter Theaterbesucher sei ausgestorben, das Kino, die Jazzband und die „verschweinigelte“ Operette dominiere. Karlsruhe habe seinen Rang als Wagnerspielstätte verloren, generell in Deutschland seien „inferiore Schreiberseelen“ am Werk (Kunstwarte Nr. 26, 30. Juli 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politisch vertrat Röder, der Zeitgenossen als der streitbarste unter den Karlsruher Journalisten galt, ebenfalls die konservative Richtung und war zunächst seit 1882 in der Deutschkonservativen Partei aktiv. Der preußische Gesandte berichtete 1898 nach Berlin, dass Röder dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Flügel angehöre, woran später auch in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Presse erinnert wurde. Der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;sozialdemokratische&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreund&amp;lt;/lex&amp;gt; würdigte den Senior der Karlsruher Journalisten anlässlich dessen 70. Geburtstag dagegen als einen Christlich-Konservativen, der zwar zu den Gefolgsleuten des bekannten Antisemiten Stöcker gehörte habe, allerdings ohne dessen &amp;quot;bösen antisemitischen Einschlag&amp;quot;. Der mit G. Sch. gezeichnete Artiker, vermutlich aus der Feder des Chefredakteurs und längjährigen Reichstagsabgeordneten &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0755&amp;quot;&amp;gt;Georg Schöpflin&amp;lt;/lex&amp;gt;, hob hervor, dass  Röder &amp;quot;tief und echt religiös, aber frei von Muckertum&amp;quot; sei, dem es eigenen Angaben zufolge schwer gefallen sei,  die Wandlung &amp;quot;vom christlich-konservativen Monarchisten zum Republikaner&amp;quot; zu vollziehen, was er aber geschafft habe. So sei er auch nicht der rechtskonservativen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0312&amp;quot;&amp;gt;Deutschnationalen Volkspartei (DNVP)&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, sondern habe sich dem  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0339&amp;quot;&amp;gt;Zentrum&amp;lt;/lex&amp;gt; angeschlossen. Röder wurde bei den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0289&amp;quot;&amp;gt;Reichstagswahlen&amp;lt;/lex&amp;gt; im Mai 1924 und im Dezember 1924 auf dessen Reichswahlliste des in den Reichstag gewählt und war zeitweise der einzige Protestant in der Fraktion, der immer wieder in Opposition zu manchen Zentrumspositionen geraten sei. So sei er aus Protest demonstrativ dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0786&amp;quot;&amp;gt;Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, als der vormalige Reichskanzler und Zentrumspolitiker Wilhelm Marx diesen im Juli 1927 verließ. Röder sei zwar immer ein entschiedener Gegner der SPD gewesen, bei dem es sich aber immer gelohnt habe, &amp;quot;auf den Kampfplatz zu treten&amp;quot;. (Volksfreund vom 15. November 1928)&lt;br /&gt;
Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die Nationalsozialisten wurde die Süddeutsche Conservative Correspondenz für mehrere Wochen verboten, weil Röder sich gegen den so genannten Arierparagraph gewandt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Hans-Jürgen Kremer: Das Großherzogtum Baden in der politischen Berichterstattung der preußischen Gesandten 1871-1918, 2 Bde., Stuttgart 1990 und 1992, Bd. 1 (= Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe A, Quellen Band 42); Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828; Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924 -1926, StadtAK 8/Ze 28; Hans A. Berger: Karlsruher Journalisten-Porträts, Adam Röder, Badische Neueste Nachrichten vom 5. August 1958, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/8794923?query=%22Karlsruher%20Kunstwarte%22 (Zugriff jeweils am 3. August 2026). &lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Christlich-Konservativ, Leipzig 1892; Der ev.-soziale Kongreß, Stuttgart 1895; Der evangelisch soziale Kongress zu Frankfurt am Main, 1895; Der Austritt Stöckers aus der Konservativen Partei, Karlsruhe 1896; Ein neues Reichstagswahlrecht, Berlin 1896; Salome, Wiesbaden 1906; Reisebilder aus Amerika, Berlin 1906; Frau Lydia (Drama) 1906; Kulturkonservatismus, Stuttgart 1910; Konservative Zukunftspolitik, Karlsruhe 1918; Der Schmied von Ruhla, Mainz 1919; Die Zukunft des Badischen Landestheaters, Karlsruhe 1919; Der Deutsche Konservatismus und die Revolution, Gotha 1920; Reaktion und Antisemitismus, Berlin 1922; Der Weg des Zentrums, Berlin 1925; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929; Amerika, Berlin 1906; Salome, Wiesbaden 1906; Reaktion u. Antisemitismus, 1922; Der Weg d. Zentrums, 1926; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929 (?); Der Agitator (Roman); Um 20 Flaschen Sekt (Novelle); Des Dichters Traum (Schauspiel).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Hubert Doerrschuck: Röder, Adam, Journalist, MdR-Z, in: Bernd Ottnad (Hrsg.): Badische Biographien Bd. IV, Stuttgart 1996.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Adam Röder}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Adam Röder=&lt;br /&gt;
[[Datei:Röder Adam 8 Ze 28 Foto Roeder.jpg|alternativtext=Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.|links|mini|Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.]]&lt;br /&gt;
Politiker, Journalist, * 15. November 1858 Kirchheim/Landkreis Ludwigsburg, † 2. April 1937 Karlsruhe, ∞ 23. März 1893 Katharine Christine Fleischmann. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Adam Röder, der Sohn eines Schuhmachers, studierte nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums bis 1881 Ingenieurwissenschaften, Volkswirtschaft und Literatur. Danach war er als Redakteur zunächst jeweils neun Jahre für den Hildesheimer Kurier und die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1847&amp;quot;&amp;gt;Badische Landpost&amp;lt;/lex&amp;gt; tätig, ehe er Chefredakteur des Rheinischen Kuriers in Wiesbaden wurde. Als Chefredakteur der Landpost gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0632&amp;quot;&amp;gt;Vereins Karlsruher Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; (Karlsruher Schriftsteller- und Journalistenverein). Im Anschluss an eine vierjährige Tätigkeit als Leiter der Deutschen Reichspost in Stuttgart wurde Röder 1913 Herausgeber der von ihm gegründeten und wesentlich mit von ihm geschriebenen Artikeln versorgten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1189&amp;quot;&amp;gt;Süddeutschen Conservativen Correspondenz,&amp;lt;/lex&amp;gt; zu deren Abonnentenstamm unter anderem die Frankfurter Zeitung und Wiener Journale gehörten. Außerdem schrieb er für den Kulturteil des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1186&amp;quot;&amp;gt;Residenz-Anzeigers&amp;lt;/lex&amp;gt;, den er mit zahlreichen Theaterkritiken prägte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Dezember 1924 bis 30. Juli 1926 gab er die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1174&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik&amp;lt;/lex&amp;gt; heraus. In deren erster Nummer wird schon in Röders Einführung seine konservative, gegen die Moderne gerichtete Haltung deutlich, als er aus Richard Wagners Meistersinger Hans Sachs zitierte „Paßt auf, uns drohen üble Streich - und wälscher Dunst mit wälschem Tand sie pflanzen uns ins eigene Land. Damit meinte er nicht nur die „Wälschen jenseits der Vogesen“ meinte, auch die eigenen Landsleute, die „dem deutschen Volk seine Seele nehmen… und seinen Genius mit dem Absud eines ästhetischen Nihilismus“ vergiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kampfansage gegen die Moderne prägten seine Artikel, die er z. T. mit dem Pseudonym „Monti“ schrieb. Zu den gefährlichen Erneuerern zählte er die Vegetarier, die Antialkoholiker und „die von der Nacktkultur“, aber auch die „Rassen- und Blutpolitiker, die darwinistischen Hochzüchter und die fanatischen Nationalisten“, so dass er auch immer wieder mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; in Konflikt geriet. In der letzten Ausgabe der Kunstwarte machte er noch einmal seine gegen die Moderne gerichtete konservative Haltung mehr als deutlich: die Generation kultivierter Theaterbesucher sei ausgestorben, das Kino, die Jazzband und die „verschweinigelte“ Operette dominiere. Karlsruhe habe seinen Rang als Wagnerspielstätte verloren, generell in Deutschland seien „inferiore Schreiberseelen“ am Werk (Kunstwarte Nr. 26, 30. Juli 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politisch vertrat Röder, der Zeitgenossen als der streitbarste unter den Karlsruher Journalisten galt, ebenfalls die konservative Richtung und war zunächst seit 1882 in der Deutschkonservativen Partei aktiv. Der preußische Gesandte berichtete 1898 nach Berlin, dass Röder dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Flügel angehöre, woran später auch in der lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Presse erinnert wurde. Der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;sozialdemokratische&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreund&amp;lt;/lex&amp;gt; würdigte den Senior der Karlsruher Journalisten anlässlich dessen 70. Geburtstag dagegen als einen Christlich-Konservativen, der zwar zu den Gefolgsleuten des bekannten Antisemiten Stöcker gehörte habe, allerdings ohne dessen &amp;quot;bösen antisemitischen Einschlag&amp;quot;. Der mit G. Sch. gezeichnete Artiker, vermutlich aus der Feder des Chefredakteurs und längjährigen Reichstagsabgeordneten &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0755&amp;quot;&amp;gt;Georg Schöpflin&amp;lt;/lex&amp;gt;, hob hervor, dass  Röder &amp;quot;tief und echt religiös, aber frei von Muckertum&amp;quot; sei, dem es eigenen Angaben zufolge schwer gefallen sei,  die Wandlung &amp;quot;vom christlich-konservativen Monarchisten zum Republikaner&amp;quot; zu vollziehen, was er aber geschafft habe. So sei er auch nicht der rechtskonservativen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0312&amp;quot;&amp;gt;Deutschnationalen Volkspartei (DNVP)&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, sondern habe sich dem  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0339&amp;quot;&amp;gt;Zentrum&amp;lt;/lex&amp;gt; angeschlossen. Röder wurde bei den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0289&amp;quot;&amp;gt;Reichstagswahlen&amp;lt;/lex&amp;gt; im Mai 1924 und im Dezember 1924 auf dessen Reichswahlliste des in den Reichstag gewählt und war zeitweise der einzige Protestant in der Fraktion, der immer wieder in Opposition zu manchen Zentrumspositionen geraten sei. So sei er aus Protest demonstrativ dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0786&amp;quot;&amp;gt;Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, als der vormalige Reichskanzler und Zentrumspolitiker Wilhelm Marx diesen im Juli 1927 verließ. Röder sei zwar immer ein entschiedener Gegner der SPD gewesen, bei dem es sich aber immer gelohnt habe, &amp;quot;auf den Kampfplatz zu treten&amp;quot;. (Volksfreund vom 15. November 1928)&lt;br /&gt;
Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die Nationalsozialisten wurde die Süddeutsche Conservative Correspondenz für mehrere Wochen verboten, weil Röder sich gegen den so genannten Arierparagraph gewandt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Hans-Jürgen Kremer: Das Großherzogtum Baden in der politischen Berichterstattung der preußischen Gesandten 1871-1918, 2 Bde., Stuttgart 1990 und 1992, Bd. 1 (= Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe A, Quellen Band 42); Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828; Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924 -1926, StadtAK 8/Ze 28; Hans A. Berger: Karlsruher Journalisten-Porträts, Adam Röder, Badische Neueste Nachrichten vom 5. August 1958, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/8794923?query=%22Karlsruher%20Kunstwarte%22 (Zugriff jeweils am 3. August 2026). &lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Christlich-Konservativ, Leipzig 1892; Der ev.-soziale Kongreß, Stuttgart 1895; Der evangelisch soziale Kongress zu Frankfurt am Main, 1895; Der Austritt Stöckers aus der Konservativen Partei, Karlsruhe 1896; Ein neues Reichstagswahlrecht, Berlin 1896; Salome, Wiesbaden 1906; Reisebilder aus Amerika, Berlin 1906; Frau Lydia (Drama) 1906; Kulturkonservatismus, Stuttgart 1910; Konservative Zukunftspolitik, Karlsruhe 1918; Der Schmied von Ruhla, Mainz 1919; Die Zukunft des Badischen Landestheaters, Karlsruhe 1919; Der Deutsche Konservatismus und die Revolution, Gotha 1920; Reaktion und Antisemitismus, Berlin 1922; Der Weg des Zentrums, Berlin 1925; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929; Amerika, Berlin 1906; Salome, Wiesbaden 1906; Reaktion u. Antisemitismus, 1922; Der Weg d. Zentrums, 1926; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929 (?); Der Agitator (Roman); Um 20 Flaschen Sekt (Novelle); Des Dichters Traum (Schauspiel).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Hubert Doerrschuck: Röder, Adam, Journalist, MdR-Z, in: Bernd Ottnad (Hrsg.): Badische Biographien Bd. IV, Stuttgart 1996.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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&lt;hr /&gt;
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&lt;br /&gt;
=Adam Röder=&lt;br /&gt;
[[Datei:Röder Adam 8 Ze 28 Foto Roeder.jpg|alternativtext=Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.|links|mini|Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.]]&lt;br /&gt;
Politiker, Journalist, * 15. November 1858 Kirchheim/Landkreis Ludwigsburg, † 2. April 1937 Karlsruhe, ∞ 23. März 1893 Katharine Christine Fleischmann. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Adam Röder, der Sohn eines Schuhmachers, studierte nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums bis 1881 Ingenieurwissenschaften, Volkswirtschaft und Literatur. Danach war er als Redakteur zunächst jeweils neun Jahre für den Hildesheimer Kurier und die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1847&amp;quot;&amp;gt;Badische Landpost&amp;lt;/lex&amp;gt; tätig, ehe er Chefredakteur des Rheinischen Kuriers in Wiesbaden wurde. Als Chefredakteur der Landpost gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0632&amp;quot;&amp;gt;Vereins Karlsruher Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; (Karlsruher Schriftsteller- und Journalistenverein). Im Anschluss an eine vierjährige Tätigkeit als Leiter der Deutschen Reichspost in Stuttgart wurde Röder 1913 Herausgeber der von ihm gegründeten und wesentlich mit von ihm geschriebenen Artikeln versorgten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1189&amp;quot;&amp;gt;Süddeutschen Conservativen Correspondenz,&amp;lt;/lex&amp;gt; zu deren Abonnentenstamm unter anderem die Frankfurter Zeitung und Wiener Journale gehörten. Außerdem schrieb er für den Kulturteil des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1186&amp;quot;&amp;gt;Residenz-Anzeigers&amp;lt;/lex&amp;gt;, den er mit zahlreichen Theaterkritiken prägte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Dezember 1924 bis 30. Juli 1926 gab er die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1174&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik&amp;lt;/lex&amp;gt; heraus. In deren erster Nummer wird schon in Röders Einführung seine konservative, gegen die Moderne gerichtete Haltung deutlich, als er aus Richard Wagners Meistersinger Hans Sachs zitierte „Paßt auf, uns drohen üble Streich - und wälscher Dunst mit wälschem Tand sie pflanzen uns ins eigene Land. Damit meinte er nicht nur die „Wälschen jenseits der Vogesen“ meinte, auch die eigenen Landsleute, die „dem deutschen Volk seine Seele nehmen… und seinen Genius mit dem Absud eines ästhetischen Nihilismus“ vergiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kampfansage gegen die Moderne prägten seine Artikel, die er z. T. mit dem Pseudonym „Monti“ schrieb. Zu den gefährlichen Erneuerern zählte er die Vegetarier, die Antialkoholiker und „die von der Nacktkultur“, aber auch die „Rassen- und Blutpolitiker, die darwinistischen Hochzüchter und die fanatischen Nationalisten“, so dass er auch immer wieder mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; in Konflikt geriet. In der letzten Ausgabe der Kunstwarte machte er noch einmal seine gegen die Moderne gerichtete konservative Haltung mehr als deutlich: die Generation kultivierter Theaterbesucher sei ausgestorben, das Kino, die Jazzband und die „verschweinigelte“ Operette dominiere. Karlsruhe habe seinen Rang als Wagnerspielstätte verloren, generell in Deutschland seien „inferiore Schreiberseelen“ am Werk (Kunstwarte Nr. 26, 30. Juli 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politisch vertrat Röder, der Zeitgenossen als der streitbarste unter den Karlsruher Journalisten galt, ebenfalls die konservative Richtung und war zunächst seit 1882 in der Deutschkonservativen Partei aktiv. Der preußische Gesandte berichtete 1898 nach Berlin, dass Röder dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Flügel angehöre, ohne dies zu belegen. Der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;sozialdemokratische&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreund&amp;lt;/lex&amp;gt; würdigte den Senior der Karlsruher Journalsiten anlässlich dessen 70. Geburtstag dagegen als einen Christlich-Konservativen, der zwar zu den Gefolgsleuten des bekannten Antisemiten Stöcker gehörte habe, allerdings ohne dessen &amp;quot;bösen antisemitischen Einschlag&amp;quot;. Der mit G. Sch. gezeichnete Artiker, vermutlich aus der Feder des Chefredaktuers und längjährigen Reichstagsabgeordneten &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0755&amp;quot;&amp;gt;Georg Schöpflin&amp;lt;/lex&amp;gt;, hob hervor, dass  Röder &#039;tief und echt religiös, aber frei von Muckertum&amp;quot; sei, dem es eigenen Angaben zufolge schwer gefallen sei,  die Wandlung &amp;quot;vom christlich-konservativen Monarchisten zum Republikaner&amp;quot; zu vollziehen, was er aber geschafft habe. So sei er auch nicht der rechstkonservativen DNVP beigetreten, sondern habe sich dem  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0339&amp;quot;&amp;gt;Zentrum&amp;lt;/lex&amp;gt; angeschlossen (Volksfreund vom 15. November 1928). Röder war bei den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0289&amp;quot;&amp;gt;Reichstagswahlen&amp;lt;/lex&amp;gt; im Mai 1924 und im Dezember 1924 auf dessen Reichswahlliste des in den Reichstag gewählt worden und war zeitweise der einzige Protestant, der immer wieder in Opposition zu manchen Zentrumspositionen geraten sei. So sei er demonstrativ dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0786&amp;quot;&amp;gt;Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, als der vormalige Reichskanzler und Zentrusmpolitiker Wilhelm Marx diesen im Juli 1927 verließ. Röder sei zwar immer ein entschiedener der SPD gewesen, bei dem es sich aber gelohnt habe, &amp;quot;auf den Kampfplatz zu treten&amp;quot;. (Volksfreund vom 15. November 1928)&lt;br /&gt;
Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde die Süddeutsche Conservative Correspondenz für mehrere Wochen verboten, weil Röder, obwohl selbst als Antisemit im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0038&amp;quot;&amp;gt;Kaiserreich&amp;lt;/lex&amp;gt; aktiv, sich gegen den so genannten Arierparagraph gewandt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Hans-Jürgen Kremer: Das Großherzogtum Baden in der politischen Berichterstattung der preußischen Gesandten 1871-1918, 2 Bde., Stuttgart 1990 und 1992, Bd. 1 (= Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe A, Quellen Band 42); Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828; Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924 -1926, StadtAK 8/Ze 28; Hans A. Berger: Karlsruher Journalisten-Porträts, Adam Röder, Badische Neueste Nachrichten vom 5. August 1958, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/8794923?query=%22Karlsruher%20Kunstwarte%22 (Zugriff jeweils am 3. August 2026). &lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Christlich-Konservativ, Leipzig 1892; Der ev.-soziale Kongreß, Stuttgart 1895; Der evangelisch soziale Kongress zu Frankfurt am Main, 1895; Der Austritt Stöckers aus der Konservativen Partei, Karlsruhe 1896; Ein neues Reichstagswahlrecht, Berlin 1896; Salome, Wiesbaden 1906; Reisebilder aus Amerika, Berlin 1906; Frau Lydia (Drama) 1906; Kulturkonservatismus, Stuttgart 1910; Konservative Zukunftspolitik, Karlsruhe 1918; Der Schmied von Ruhla, Mainz 1919; Die Zukunft des Badischen Landestheaters, Karlsruhe 1919; Der Deutsche Konservatismus und die Revolution, Gotha 1920; Reaktion und Antisemitismus, Berlin 1922; Der Weg des Zentrums, Berlin 1925; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929; Amerika, Berlin 1906; Salome, Wiesbaden 1906; Reaktion u. Antisemitismus, 1922; Der Weg d. Zentrums, 1926; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929 (?); Der Agitator (Roman); Um 20 Flaschen Sekt (Novelle); Des Dichters Traum (Schauspiel).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Hubert Doerrschuck: Röder, Adam, Journalist, MdR-Z, in: Bernd Ottnad (Hrsg.): Badische Biographien Bd. IV, Stuttgart 1996.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:bio-2108</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Adam Röder */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Adam Röder}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Adam Röder=&lt;br /&gt;
[[Datei:Röder Adam 8 Ze 28 Foto Roeder.jpg|alternativtext=Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.|links|mini|Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.]]&lt;br /&gt;
Politiker, Journalist, * 15. November 1858 Kirchheim/Landkreis Ludwigsburg, † 2. April 1937 Karlsruhe, ∞ 23. März 1893 Katharine Christine Fleischmann. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Adam Röder, der Sohn eines Schuhmachers, studierte nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums bis 1881 Ingenieurwissenschaften, Volkswirtschaft und Literatur. Danach war er als Redakteur zunächst jeweils neun Jahre für den Hildesheimer Kurier und die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1847&amp;quot;&amp;gt;Badische Landpost&amp;lt;/lex&amp;gt; tätig, ehe er Chefredakteur des Rheinischen Kuriers in Wiesbaden wurde. Als Chefredakteur der Landpost gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0632&amp;quot;&amp;gt;Vereins Karlsruher Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; (Karlsruher Schriftsteller- und Journalistenverein). Im Anschluss an eine vierjährige Tätigkeit als Leiter der Deutschen Reichspost in Stuttgart wurde Röder 1913 Herausgeber der von ihm gegründeten und wesentlich mit von ihm geschriebenen Artikeln versorgten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1189&amp;quot;&amp;gt;Süddeutschen Conservativen Correspondenz,&amp;lt;/lex&amp;gt; zu deren Abonnentenstamm unter anderem die Frankfurter Zeitung und Wiener Journale gehörten. Außerdem schrieb er für den Kulturteil des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1186&amp;quot;&amp;gt;Residenz-Anzeigers&amp;lt;/lex&amp;gt;, den er mit zahlreichen Theaterkritiken prägte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Dezember 1924 bis 30. Juli 1926 gab er die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1174&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik&amp;lt;/lex&amp;gt; heraus. In deren erster Nummer wird schon in Röders Einführung seine konservative, gegen die Moderne gerichtete Haltung deutlich, als er aus Richard Wagners Meistersinger Hans Sachs zitierte „Paßt auf, uns drohen üble Streich - und wälscher Dunst mit wälschem Tand sie pflanzen uns ins eigene Land. Damit meinte er nicht nur die „Wälschen jenseits der Vogesen“ meinte, auch die eigenen Landsleute, die „dem deutschen Volk seine Seele nehmen… und seinen Genius mit dem Absud eines ästhetischen Nihilismus“ vergiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kampfansage gegen die Moderne prägten seine Artikel, die er z. T. mit dem Pseudonym „Monti“ schrieb. Zu den gefährlichen Erneuerern zählte er die Vegetarier, die Antialkoholiker und „die von der Nacktkultur“, aber auch die „Rassen- und Blutpolitiker, die darwinistischen Hochzüchter und die fanatischen Nationalisten“, so dass er auch immer wieder mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; in Konflikt geriet. In der letzten Ausgabe der Kunstwarte machte er noch einmal seine gegen die Moderne gerichtete konservative Haltung mehr als deutlich: die Generation kultivierter Theaterbesucher sei ausgestorben, das Kino, die Jazzband und die „verschweinigelte“ Operette dominiere. Karlsruhe habe seinen Rang als Wagnerspielstätte verloren, generell in Deutschland seien „inferiore Schreiberseelen“ am Werk (Kunstwarte Nr. 26, 30. Juli 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politisch vertrat Röder, der Zeitgenossen als der streitbarste unter den Karlsruher Journalisten galt, ebenfalls die konservative Richtung und war zunächst seit 1882 in der Deutschkonservativen Partei aktiv. Der preußische Gesandte berichtete 1898 nach Berlin, dass Röder dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Flügel angehöre, ohne dies zu belegen. Der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;sozialdemokratische&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreund&amp;lt;/lex&amp;gt; würdigte den Senior der Karlsruher Journalsiten anlässlich dessen 70. Geburtstag dagegen als einen Christlich-Konservativen, der zwar zu den Gefolgsleuten des bekannten Antisemiten Stöcker gehörte habe, allerdings ohne dessen &amp;quot;bösen antisemitischen Einschlag&amp;quot;. Der mit G. Sch. gezeichnete Artiker, vermutlich aus der Feder des Chefredaktuers und längjähringen Reichstagsabgeordneten &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0755&amp;quot;&amp;gt;Georg Schöpflin&amp;lt;/lex&amp;gt;, hob hervor, dass  Röder &#039;tief und echt religiös, aber frei von Muckertum&amp;quot; sei, dem es eigeen Angaben zufolge schwer gefallen sei,  die Wandlung &amp;quot;vom christlich-konservativen Monarchisten zum Republikaner&amp;quot; zu vollziehen, was er aber geschafft habe. So sei er auch der rechstkonsrevativen DNVP beigetreten, sondern habe sich dem  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0339&amp;quot;&amp;gt;Zentrum&amp;lt;/lex&amp;gt; angeschlossen (Volksfreund vom 15. November 1928). Röder war bei den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0289&amp;quot;&amp;gt;Reichstagswahlen&amp;lt;/lex&amp;gt; im Mai 1924 und im Dezember 1924 auf dessen Reichswahlliste des in den Reichstag gewählt worden und war zeitweise der einzige Protestant, der immer wieder in Opposition zu manchen Zentrumspositionen geraten sei. So sei er demonstrativ dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0786&amp;quot;&amp;gt;Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, als der vormalige Reichskanzler und Zentrusmpolitiker Wilhelm Marx diesen im Juli 1927 verließ. Röder sei zwar immer ein entschiedener der SPD gewesen, bei dem es sich aber gelohnt habe, &amp;quot;auf den Kampfplatz zu treten&amp;quot;. (Volksfreund vom 15. November 1928)&lt;br /&gt;
Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde die Süddeutsche Conservative Correspondenz für mehrere Wochen verboten, weil Röder, obwohl selbst als Antisemit im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0038&amp;quot;&amp;gt;Kaiserreich&amp;lt;/lex&amp;gt; aktiv, sich gegen den so genannten Arierparagraph gewandt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Hans-Jürgen Kremer: Das Großherzogtum Baden in der politischen Berichterstattung der preußischen Gesandten 1871-1918, 2 Bde., Stuttgart 1990 und 1992, Bd. 1 (= Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe A, Quellen Band 42); Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828; Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924 -1926, StadtAK 8/Ze 28; Hans A. Berger: Karlsruher Journalisten-Porträts, Adam Röder, Badische Neueste Nachrichten vom 5. August 1958, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/8794923?query=%22Karlsruher%20Kunstwarte%22 (Zugriff jeweils am 3. August 2026). &lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Christlich-Konservativ, Leipzig 1892; Der ev.-soziale Kongreß, Stuttgart 1895; Der evangelisch soziale Kongress zu Frankfurt am Main, 1895; Der Austritt Stöckers aus der Konservativen Partei, Karlsruhe 1896; Ein neues Reichstagswahlrecht, Berlin 1896; Salome, Wiesbaden 1906; Reisebilder aus Amerika, Berlin 1906; Frau Lydia (Drama) 1906; Kulturkonservatismus, Stuttgart 1910; Konservative Zukunftspolitik, Karlsruhe 1918; Der Schmied von Ruhla, Mainz 1919; Die Zukunft des Badischen Landestheaters, Karlsruhe 1919; Der Deutsche Konservatismus und die Revolution, Gotha 1920; Reaktion und Antisemitismus, Berlin 1922; Der Weg des Zentrums, Berlin 1925; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929; Amerika, Berlin 1906; Salome, Wiesbaden 1906; Reaktion u. Antisemitismus, 1922; Der Weg d. Zentrums, 1926; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929 (?); Der Agitator (Roman); Um 20 Flaschen Sekt (Novelle); Des Dichters Traum (Schauspiel).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Hubert Doerrschuck: Röder, Adam, Journalist, MdR-Z, in: Bernd Ottnad (Hrsg.): Badische Biographien Bd. IV, Stuttgart 1996.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:bio-2108</title>
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		<updated>2026-08-11T17:27:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Adam Röder */&lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Adam Röder}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Adam Röder=&lt;br /&gt;
[[Datei:Röder Adam 8 Ze 28 Foto Roeder.jpg|alternativtext=Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.|links|mini|Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.]]&lt;br /&gt;
Politiker, Journalist, * 15. November 1858 Kirchheim/Landkreis Ludwigsburg, † 2. April 1937 Karlsruhe, ∞ 23. März 1893 Katharine Christine Fleischmann. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Adam Röder, der Sohn eines Schuhmachers, studierte nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums bis 1881 Ingenieurwissenschaften, Volkswirtschaft und Literatur. Danach war er als Redakteur zunächst jeweils neun Jahre für den Hildesheimer Kurier und die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1847&amp;quot;&amp;gt;Badische Landpost&amp;lt;/lex&amp;gt; tätig, ehe er Chefredakteur des Rheinischen Kuriers in Wiesbaden wurde. Als Chefredakteur der Landpost gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0632&amp;quot;&amp;gt;Vereins Karlsruher Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; (Karlsruher Schriftsteller- und Journalistenverein). Im Anschluss an eine vierjährige Tätigkeit als Leiter der Deutschen Reichspost in Stuttgart wurde Röder 1913 Herausgeber der von ihm gegründeten und wesentlich mit von ihm geschriebenen Artikeln versorgten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1189&amp;quot;&amp;gt;Süddeutschen Conservativen Correspondenz,&amp;lt;/lex&amp;gt; zu deren Abonnentenstamm unter anderem die Frankfurter Zeitung und Wiener Journale gehörten. Außerdem schrieb er für den Kulturteil des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1186&amp;quot;&amp;gt;Residenz-Anzeigers&amp;lt;/lex&amp;gt;, den er mit zahlreichen Theaterkritiken prägte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Dezember 1924 bis 30. Juli 1926 gab er die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1174&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik&amp;lt;/lex&amp;gt; heraus. In deren erster Nummer wird schon in Röders Einführung seine konservative, gegen die Moderne gerichtete Haltung deutlich, als er aus Richard Wagners Meistersinger Hans Sachs zitierte „Paßt auf, uns drohen üble Streich - und wälscher Dunst mit wälschem Tand sie pflanzen uns ins eigene Land. Damit meinte er nicht nur die „Wälschen jenseits der Vogesen“ meinte, auch die eigenen Landsleute, die „dem deutschen Volk seine Seele nehmen… und seinen Genius mit dem Absud eines ästhetischen Nihilismus“ vergiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kampfansage gegen die Moderne prägten seine Artikel, die er z. T. mit dem Pseudonym „Monti“ schrieb. Zu den gefährlichen Erneuerern zählte er die Vegetarier, die Antialkoholiker und „die von der Nacktkultur“, aber auch die „Rassen- und Blutpolitiker, die darwinistischen Hochzüchter und die fanatischen Nationalisten“, so dass er auch immer wieder mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; in Konflikt geriet. In der letzten Ausgabe der Kunstwarte machte er noch einmal seine gegen die Moderne gerichtete konservative Haltung mehr als deutlich: die Generation kultivierter Theaterbesucher sei ausgestorben, das Kino, die Jazzband und die „verschweinigelte“ Operette dominiere. Karlsruhe habe seinen Rang als Wagnerspielstätte verloren, generell in Deutschland seien „inferiore Schreiberseelen“ am Werk (Kunstwarte Nr. 26, 30. Juli 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politisch vertrat Röder, der Zeitgenossen als der streitbarste unter den Karlsruher Journalisten galt, ebenfalls die konservative Richtung und war zunächst seit 1882 in der Deutschkonservativen Partei aktiv. Der preußische Gesandte berichtete 1898 nach Berlin, dass Röder dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Flügel angehöre, ohne dies zu belegen. Der sozialdemokratische Volksfreund würdigte den Senior der Karlsruher Journalsiten anlässlich dessen 70. Geburtstag dagegen als einen Christlich-Konservativen, der zwar zu den Gefolgsleuten des bekannten Antisemiten Stöcker gehörte habe, allerdings ohne dessen &amp;quot;bösen antisemitischen Einschlag&amp;quot;. Der mit G. Sch. gezeichnete Artiker, vermutlich aus der Feder des Chefredaktuers und längjähringen Reichstagsabgeordneten Johann Georg Schöpflin, hob hervor, dass  Röder &#039;tief und echt religiös, aber frei von Muckertum&amp;quot; sei, dem es eigeen Angaben zufolge schwer gefallen sei,  die Wandlung &amp;quot;vom christlich-konservativen Monarchisten zum Republikaner&amp;quot; zu vollziehen, was er aber geschafft habe. So sei er auch der rechstkonsrevativen DNVP beigetreten, sondern habe sich dem Zentrum angeschlossen (Volksfreund vom 15. November 1928). Röder war bei den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0289&amp;quot;&amp;gt;Reichstagswahlen&amp;lt;/lex&amp;gt; im Mai 1924 und im Dezember 1924 auf der Reichswahlliste des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0339&amp;quot;&amp;gt;Zentrums&amp;lt;/lex&amp;gt; in den Reichstag gewählt worden und war zeitweise der einzige Protestant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde die Süddeutsche Conservative Correspondenz für mehrere Wochen verboten, weil Röder, obwohl selbst als Antisemit im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0038&amp;quot;&amp;gt;Kaiserreich&amp;lt;/lex&amp;gt; aktiv, sich gegen den so genannten Arierparagraph gewandt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Hans-Jürgen Kremer: Das Großherzogtum Baden in der politischen Berichterstattung der preußischen Gesandten 1871-1918, 2 Bde., Stuttgart 1990 und 1992, Bd. 1 (= Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe A, Quellen Band 42); Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828; Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924 -1926, StadtAK 8/Ze 28; Hans A. Berger: Karlsruher Journalisten-Porträts, Adam Röder, Badische Neueste Nachrichten vom 5. August 1958, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/8794923?query=%22Karlsruher%20Kunstwarte%22 (Zugriff jeweils am 3. August 2026). &lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Christlich-Konservativ, Leipzig 1892; Der ev.-soziale Kongreß, Stuttgart 1895; Der evangelisch soziale Kongress zu Frankfurt am Main, 1895; Der Austritt Stöckers aus der Konservativen Partei, Karlsruhe 1896; Ein neues Reichstagswahlrecht, Berlin 1896; Salome, Wiesbaden 1906; Reisebilder aus Amerika, Berlin 1906; Frau Lydia (Drama) 1906; Kulturkonservatismus, Stuttgart 1910; Konservative Zukunftspolitik, Karlsruhe 1918; Der Schmied von Ruhla, Mainz 1919; Die Zukunft des Badischen Landestheaters, Karlsruhe 1919; Der Deutsche Konservatismus und die Revolution, Gotha 1920; Reaktion und Antisemitismus, Berlin 1922; Der Weg des Zentrums, Berlin 1925; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929; Amerika, Berlin 1906; Salome, Wiesbaden 1906; Reaktion u. Antisemitismus, 1922; Der Weg d. Zentrums, 1926; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929 (?); Der Agitator (Roman); Um 20 Flaschen Sekt (Novelle); Des Dichters Traum (Schauspiel).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Hubert Doerrschuck: Röder, Adam, Journalist, MdR-Z, in: Bernd Ottnad (Hrsg.): Badische Biographien Bd. IV, Stuttgart 1996.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Otto Ammon}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-2085.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Otto Ammon, Foto aus: Chronik der Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe für das Jahr 1916, nach S. 320.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Otto Ammon=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ingenieur, Journalist und Privatgelehrter, Vorsitzender des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1896&amp;quot;&amp;gt;Alldeutschen Verbandes&amp;lt;/lex&amp;gt;, Begründer der Sozialanthropologie in Deutschland, * 7. Dezember 1842 Karlsruhe, † 14. Januar 1916 Karlsruhe, ev., ∞ 1868 Antonie Wörishoffer aus Hanau, 2 Söhne, 2 Töchter.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Otto Ammon, Sohn des 1858 verstorbenen Kaufmanns Jacob Ammon und seiner 1847 verstorbenen Frau Emma, geborene Wöttlin, verließ das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1219&amp;quot;&amp;gt;Gymnasium&amp;lt;/lex&amp;gt; 1858 mit der Mittleren Reife und studierte danach bis 1863 Ingenieurwissenschaften am &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0909&amp;quot;&amp;gt;Polytechnikum Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;. Bis 1868 arbeitete er dann als Bahnbau- und Kulturingenieur im badischen Staatsdienst. Danach war er kurze Zeit Redakteur, dann Eigentümer der nationalliberalen Konstanzer Zeitung, die er ab 1869 selbständig verlegte. Nach der Rückkehr nach Karlsruhe 1883 wurde er Mitglied des Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0473&amp;quot;&amp;gt;Altertumsvereins&amp;lt;/lex&amp;gt; und des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1506&amp;quot;&amp;gt;Naturwissenschaftlichen Vereins&amp;lt;/lex&amp;gt;, widmete sich der Erforschung der badischen Römerstraßen und verfasste geographische und geologische Arbeiten in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften. Diese journalistische Tätigkeit behielt er bis zu seinem Tode bei. Am bekanntesten waren seine Beiträge im Schwäbischen Merkur in Stuttgart, dessen ständiger Karlsruher Korrespondent er von 1900 bis zu seinem Tode wurde. Dort nahm er unter anderem auch immer wieder zu Fragen des Eisenbahnwesens Stellung, so setzte er sich für eine Höherlegung des Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1703&amp;quot;&amp;gt;Bahnhofs&amp;lt;/lex&amp;gt; an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; statt der Verlegung an den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1335&amp;quot;&amp;gt;heutigen Platz&amp;lt;/lex&amp;gt; ein. Widerspruch erhielt Ammon, einer der rührigsten Karlsruher Journalisten, vor allem von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;SPD&amp;lt;/lex&amp;gt;-Parteizeitung &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreund&amp;lt;/lex&amp;gt; und dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0339&amp;quot;&amp;gt;Zentrumsblatt&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1153&amp;quot;&amp;gt;Badischer Beobachter&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1888 veröffentlichte die Allgemeine Zeitung München erste anthropologische Beiträge in ihrer Beilage. Die 1890 erschienenen Anthropologischen Untersuchungen der Wehrpflichtigen in Baden, die als Startpunkt der Sozialanthropologie in Deutschland gelten, basieren auf seit 1886 durchgeführten anthropometrischen Erhebungen an Soldaten, später an Wehrpflichtigen. Ammon, der elf Fremdsprachen sprach, übersetzte 1890 die anthropologischen Arbeiten von Georges Vacher de Lapouge. Mit ausländischen Antropologen stand er in regem Kontakt. 1893 wurde er Korrespondierendes Mitglied der Societé pour le progrès des sciences naturelles et mathématiques Cherbourg, drei Jahre später Korrespondierendes Mitglied der Società italiana d&#039;Antropologia und der schwedischen und niederländischen anthropologischen Gesellschaft. 1904 zeichnete ihn die medizinische Fakultät der Universität Freiburg mit der Ehrendoktorwürde aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1896 bis 1899 war der zum rechten Flügel der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0323&amp;quot;&amp;gt;Nationalliberalen Partei&amp;lt;/lex&amp;gt; gehörende Ammon mit Otto Reuß Eigentümer der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1144&amp;quot;&amp;gt;Badischen Landeszeitung&amp;lt;/lex&amp;gt;. Auch innerparteilich stieß Ammon, der in Karlsruhe Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender des völkischen und  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1896&amp;quot;&amp;gt;Alldeutschen Verbandes&amp;lt;/lex&amp;gt; war, mit manchen seiner Äußerungen auf Widerspruch. So löste er folgerichtig in seinen letzten Lebensjahren die Bindung an die Nationalliberale Partei. Die 1904 mit dem Anthropologen und Arzt Ludwig Woltmann lassen Ammon als einen Vertreter des völkischen Spektrums erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nationalliberal geprägte Chronik der Stadt zeichnet 1916 in einem dennoch eher positiven Nachruf, vermutlich aus der Feder des Herausgebers Gymnasialprofessor &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0692&amp;quot;&amp;gt;Robert Goldschmit&amp;lt;/lex&amp;gt;, der ebenfalls zum Gründungsvorstand des Alldeutschen Verbandes gehört hatte, das Bild eines Nationallisten, der „auch noch die stolze und ihn beglückende Genugtuung“ erfahren habe, „daß sich im August 1914 alle im nationalen Gedanken zusammenfanden und vor der nationalen Idee und ihrer Verteidigung eine Zeit lang der Parteihader verstummte.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2023&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Chronik der Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe für das Jahr 1916, Jg. 32. Im Auftrag der städtischen Archivkommission bearbeitet, Karlsruhe 1918, S. 319-320; Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828; Ammon, Otto Georg, in: Leo BW, https://www.leo-bw.de/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/118824457/Ammon+Otto+Georg, dort weitere Literatur (Zugriff jeweils am 24. Oktober 2023).&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Zur Geschichte der liberalen Partei in Baden, Sonderabdruck von Artikeln in der Konstanzer Zeitung vom März und April 1880, Konstanz 1880; Der Darwinismus gegen die Sozialdemokratie. Anthropologische Plaudereien, Hamburg 1891; Die natürliche Auslese beim Menschen. Auf Grund der anthropologischen Untersuchungen der Wehrpflichtigen in Baden und anderer Materialien, Jena 1893; Die Bedeutung des Bauernstandes für den Staat und die Gesellschaft. Sozialanthropologische Studie, Berlin 1894 und 1906; Die Gesellschaftsordnung und ihre natürlichen Grundlagen. Entwurf einer Sozial-Anthropologie zum Gebrauch für alle Gebildeten, die sich mit sozialen Fragen befassen, Jena 1895, 1896 und 1900; Die „Badische Landeszeitung“ und ihre Werkstätten, Karlsruhe 1896; Der Abänderungsspielraum. Ein Beitrag zur Theorie der natürlichen Auslese, Berlin 1896; Zur Anthropologie der Badener. Bericht über die von der anthropologischen Kommission des Karlsruher Altertumsvereins an Wehrpflichtigen und Mittelschülern vorgenommenen Untersuchungen, Jena 1899. &lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Hilkea Lichtsinn: Otto Ammon und die Sozialanthropologie, Med. Diss. Marburg 1986; dieselbe: Ammon, Otto Georg, Sozialanthropologe, in: Badische Biographien NF 3, hrsg. von Bernd Ottnad, Stuttgart 1990, S. 4-6, https://www.leo-bw.de/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/118824457/Ammon+Otto+Georg; Ammon, Otto Georg https://www.leo-bw.de/fr/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/118824457/Ammon+Otto+Georg, dort weitere Literatur (Zugriff jeweils 24. Oktober 2023).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-2085&amp;diff=599095</id>
		<title>De:Lexikon:bio-2085</title>
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		<updated>2026-08-09T16:22:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Otto Ammon */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Otto Ammon}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-2085.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Otto Ammon, Foto aus: Chronik der Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe für das Jahr 1916, nach S. 320.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Otto Ammon=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ingenieur, Journalist und Privatgelehrter, Begründer der Sozialanthropologie in Deutschland, * 7. Dezember 1842 Karlsruhe, † 14. Januar 1916 Karlsruhe, ev., ∞ 1868 Antonie Wörishoffer aus Hanau, 2 Söhne, 2 Töchter.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Otto Ammon, Sohn des 1858 verstorbenen Kaufmanns Jacob Ammon und seiner 1847 verstorbenen Frau Emma, geborene Wöttlin, verließ das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1219&amp;quot;&amp;gt;Gymnasium&amp;lt;/lex&amp;gt; 1858 mit der Mittleren Reife und studierte danach bis 1863 Ingenieurwissenschaften am &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0909&amp;quot;&amp;gt;Polytechnikum Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;. Bis 1868 arbeitete er dann als Bahnbau- und Kulturingenieur im badischen Staatsdienst. Danach war er kurze Zeit Redakteur, dann Eigentümer der nationalliberalen Konstanzer Zeitung, die er ab 1869 selbständig verlegte. Nach der Rückkehr nach Karlsruhe 1883 wurde er Mitglied des Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0473&amp;quot;&amp;gt;Altertumsvereins&amp;lt;/lex&amp;gt; und des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1506&amp;quot;&amp;gt;Naturwissenschaftlichen Vereins&amp;lt;/lex&amp;gt;, widmete sich der Erforschung der badischen Römerstraßen und verfasste geographische und geologische Arbeiten in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften. Diese journalistische Tätigkeit behielt er bis zu seinem Tode bei. Am bekanntesten waren seine Beiträge im Schwäbischen Merkur in Stuttgart, dessen ständiger Karlsruher Korrespondent er von 1900 bis zu seinem Tode wurde. Dort nahm er unter anderem auch immer wieder zu Fragen des Eisenbahnwesens Stellung, so setzte er sich für eine Höherlegung des Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1703&amp;quot;&amp;gt;Bahnhofs&amp;lt;/lex&amp;gt; an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; statt der Verlegung an den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1335&amp;quot;&amp;gt;heutigen Platz&amp;lt;/lex&amp;gt; ein. Widerspruch erhielt Ammon, einer der rührigsten Karlsruher Journalisten, vor allem von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;SPD&amp;lt;/lex&amp;gt;-Parteizeitung &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreund&amp;lt;/lex&amp;gt; und dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0339&amp;quot;&amp;gt;Zentrumsblatt&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1153&amp;quot;&amp;gt;Badischer Beobachter&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1888 veröffentlichte die Allgemeine Zeitung München erste anthropologische Beiträge in ihrer Beilage. Die 1890 erschienenen Anthropologischen Untersuchungen der Wehrpflichtigen in Baden, die als Startpunkt der Sozialanthropologie in Deutschland gelten, basieren auf seit 1886 durchgeführten anthropometrischen Erhebungen an Soldaten, später an Wehrpflichtigen. Ammon, der elf Fremdsprachen sprach, übersetzte 1890 die anthropologischen Arbeiten von Georges Vacher de Lapouge. Mit ausländischen Antropologen stand er in regem Kontakt. 1893 wurde er Korrespondierendes Mitglied der Societé pour le progrès des sciences naturelles et mathématiques Cherbourg, drei Jahre später Korrespondierendes Mitglied der Società italiana d&#039;Antropologia und der schwedischen und niederländischen anthropologischen Gesellschaft. 1904 zeichnete ihn die medizinische Fakultät der Universität Freiburg mit der Ehrendoktorwürde aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1896 bis 1899 war der zum rechten Flügel der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0323&amp;quot;&amp;gt;Nationalliberalen Partei&amp;lt;/lex&amp;gt; gehörende Ammon mit Otto Reuß Eigentümer der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1144&amp;quot;&amp;gt;Badischen Landeszeitung&amp;lt;/lex&amp;gt;. Auch innerparteilich stieß Ammon, der in Karlsruhe Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender des völkischen und  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1896&amp;quot;&amp;gt;Alldeutschen Verbandes&amp;lt;/lex&amp;gt; war, mit manchen seiner Äußerungen auf Widerspruch. So löste er folgerichtig in seinen letzten Lebensjahren die Bindung an die Nationalliberale Partei. Die 1904 mit dem Anthropologen und Arzt Ludwig Woltmann lassen Ammon als einen Vertreter des völkischen Spektrums erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nationalliberal geprägte Chronik der Stadt zeichnet 1916 in einem dennoch eher positiven Nachruf, vermutlich aus der Feder des Herausgebers Gymnasialprofessor &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0692&amp;quot;&amp;gt;Robert Goldschmit&amp;lt;/lex&amp;gt;, der ebenfalls zum Gründungsvorstand des Alldeutschen Verbandes gehört hatte, das Bild eines Nationallisten, der „auch noch die stolze und ihn beglückende Genugtuung“ erfahren habe, „daß sich im August 1914 alle im nationalen Gedanken zusammenfanden und vor der nationalen Idee und ihrer Verteidigung eine Zeit lang der Parteihader verstummte.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2023&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Chronik der Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe für das Jahr 1916, Jg. 32. Im Auftrag der städtischen Archivkommission bearbeitet, Karlsruhe 1918, S. 319-320; Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828; Ammon, Otto Georg, in: Leo BW, https://www.leo-bw.de/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/118824457/Ammon+Otto+Georg, dort weitere Literatur (Zugriff jeweils am 24. Oktober 2023).&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Zur Geschichte der liberalen Partei in Baden, Sonderabdruck von Artikeln in der Konstanzer Zeitung vom März und April 1880, Konstanz 1880; Der Darwinismus gegen die Sozialdemokratie. Anthropologische Plaudereien, Hamburg 1891; Die natürliche Auslese beim Menschen. Auf Grund der anthropologischen Untersuchungen der Wehrpflichtigen in Baden und anderer Materialien, Jena 1893; Die Bedeutung des Bauernstandes für den Staat und die Gesellschaft. Sozialanthropologische Studie, Berlin 1894 und 1906; Die Gesellschaftsordnung und ihre natürlichen Grundlagen. Entwurf einer Sozial-Anthropologie zum Gebrauch für alle Gebildeten, die sich mit sozialen Fragen befassen, Jena 1895, 1896 und 1900; Die „Badische Landeszeitung“ und ihre Werkstätten, Karlsruhe 1896; Der Abänderungsspielraum. Ein Beitrag zur Theorie der natürlichen Auslese, Berlin 1896; Zur Anthropologie der Badener. Bericht über die von der anthropologischen Kommission des Karlsruher Altertumsvereins an Wehrpflichtigen und Mittelschülern vorgenommenen Untersuchungen, Jena 1899. &lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Hilkea Lichtsinn: Otto Ammon und die Sozialanthropologie, Med. Diss. Marburg 1986; dieselbe: Ammon, Otto Georg, Sozialanthropologe, in: Badische Biographien NF 3, hrsg. von Bernd Ottnad, Stuttgart 1990, S. 4-6, https://www.leo-bw.de/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/118824457/Ammon+Otto+Georg; Ammon, Otto Georg https://www.leo-bw.de/fr/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/118824457/Ammon+Otto+Georg, dort weitere Literatur (Zugriff jeweils 24. Oktober 2023).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-0227&amp;diff=599094</id>
		<title>De:Lexikon:ins-0227</title>
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		<updated>2026-08-06T17:44:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Leipheimer und Mende, Stoff- und Tuchgrosshandel */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Leipheimer und Mende, Stoff- und Tuchgrosshandel}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Leipheimer und Mende, Stoff- und Tuchgrosshandel=&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0227 Leipheimer Mende 8 BA Schmeiser 647.jpg|alternativtext=Geschäftshaus des Stoff- und Manufakturwarenladens Leipheimer &amp;amp; Mende in der Kaiserstraße 169, um 1910, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schmeiser 647.|links|mini|Geschäftshaus des Stoff- und Manufakturwarenladens Leipheimer &amp;amp; Mende in der Kaiserstraße 169, um 1910, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schmeiser 647.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0227 Leipheimer Mende 8 PBS X 0294.jpg|alternativtext=Geschäftsräume der Leipheimer &amp;amp; Mende Manufakturwarenhandlung, um 1910, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS X 294.|links|mini|Geschäftsräume der Leipheimer &amp;amp; Mende Manufakturwarenhandlung, um 1910, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS X 294.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0227 Leipheimer Mende 8 BA Schlesiger A12 56 2 9.jpg|alternativtext=Bauarbeiten in der Kaiserstraße, im Hintergrund das Geschäftshaus Leipheimer &amp;amp; Mende, 1965, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A12/56/2/9 (Ausschnitt).|links|mini|Bauarbeiten in der Kaiserstraße, im Hintergrund das Geschäftshaus Leipheimer &amp;amp; Mende, 1965, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A12/56/2/9 (Ausschnitt).]]&lt;br /&gt;
Im Jahr 1834 gründete der Geschäftsmann Georg Leipheimer (1810-1874), Sohn eines Karlsruher Bürgers, gemeinsam mit Friedrich Mathis (1809-1879), kaiserlich brasilianischer Generalkonsul aus Straßburg, eine Ellenwarenhandlung unter dem Namen Mathis &amp;amp; Leipheimer. Aus dieser sollte später die bekannte und erfolgreiche Großhandlung für Stoffe &amp;quot;Leipheimer &amp;amp; Mende&amp;quot; hervorgehen.&lt;br /&gt;
Die Gründung des Deutschen Zollvereins kurz zuvor ließ auf eine florierende Wirtschaft und damit auf ein gut anlaufendes Geschäft hoffen. Vor diesem Hintergrund nahm Leipheimer am 1. Juli 1834 den ersten Eintrag in das über viele Jahrzehnte bestehende Hauptbuch der Firma vor. Der Fokus des Sortiments lag von Beginn an auf Stoffen und Heimtextilien, die in enger Verbindung mit dem Stoff verarbeitenden Handwerk, Stoffgeschäften und Privathaushalten auf den Markt gebracht wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Verkaufsraum diente den Geschäftsleuten zunächst der elterliche Gasthof Leipheimers Zum Kaiser Alexander in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1485&amp;quot;&amp;gt;Karlstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 27. Ab Oktober 1834 konnten schließlich Räumlichkeiten in der Lange Straße 149 – heute &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1431&amp;quot;&amp;gt;Kaiserstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 151 – bezogen werden. Nachdem das Geschäft erfolgreich angelaufen war, reichten die bisherigen Räumlichkeiten nicht mehr aus. Leipheimer und Mathis bauten daraufhin ein neues Haus in der Kaiserstraße 86, das sie am 13. Mai 1841 beziehen konnten. Von Beginn an maßen die Firmeninhaber dem geschäftlichen Reisen eine hohe Bedeutung zu. Auf direkte Weise war es ihnen so möglich, weitere Bezugsquellen ausfindig zu machen und ein stabiles Geschäftsnetzwerk aufzubauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebeutelt von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0225&amp;quot;&amp;gt;Revolution 1848/49&amp;lt;/lex&amp;gt; kam das Geschäft zwischenzeitlich ins Stocken. Anschließend normalisierte es sich im Laufe der Jahre wieder zügig. 1867 verließ Mathis aus gesundheitlichen Gründen das gemeinsame Geschäft. Seither lebte er bis zu seinem Tod am 14. November 1879 als Privatmann und kaiserlich brasilianischer Konsul weiterhin in Karlsruhe. Nach dem Ausscheiden Mathis‘ entschied sich Georg Leipheimer, seinen Sohn Max (1846-1936) an seine Seite zu holen. Zusammen leiteten sie die Firma bis ins Jahr 1871, als Georg Leipheimer aus dem Geschäft ausschied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An seine Stelle trat 1871 der Geschäftsmann &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0664&amp;quot;&amp;gt;Julius Mende&amp;lt;/lex&amp;gt; aus Glachau, Landkreis Zwickau. Zum Jahresanfang erfolgte vor diesem Hintergrund die Firmenumbenennung in Leipheimer und Mende. Mende ging nun häufiger auf Geschäftsreisen und setzte sich besonders für den Großhandel ein. Doch auch der Einzelhandel nahm zu und die Geschäftsräume weiteten sich auf das Nachbarhaus, die Kaiserstraße 88, sowie die Hinterhäuser bis zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2327&amp;quot;&amp;gt;Ritterstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1895 stieg Karl von Pfeil (1871-1915), ein Neffe Leipheimers, als Teilhaber in die Firmenleitung ein. Leipheimer zog sich nun Stück für Stück aus den Geschäften zurück. In den folgenden Jahren wuchs das Geschäft weiterhin in solchem Maße an, dass ein Neubau in Erwägung gezogen wurde, der den bestehenden Erfordernissen Rechnung tragen konnte. 1899 erwarb die Firma das frühere Levingersche Anwesen und errichtete von März bis November 1900 auf dem Grundstück einen Neubau in der Kaiserstraße 169. Dieser wurde als &amp;quot;Schmuck&amp;quot; der Stadt bezeichnet und mit neuester Technik ausgestattet. Eine moderne Moore-Lichtanlage – der Vorgänger der Neonleuchte – wurde zu einer viel besprochenen Sehenswürdigkeit, die auch in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0250&amp;quot;&amp;gt;Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; Aufsehen erregte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im selben Jahr stieg Leipheimer vollständig aus der Firma aus und blieb als stiller Teilhaber dem Geschäft verbunden. Nun trat Julius Trück aus Baden-Baden, bereits 1889 Lehrling in der Firma, in die Leitung ein. Wenig später, im Jahr 1904, starb Mende nach langer und schwerer Krankheit. Die Firma wurde seither von Karl von Pfeil und Julius Trück alleine weitergeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; kam das Geschäft erneut ins Stocken. Neben einigen Mitarbeitern trat auch von Pfeil als Reserveoffizier in den Militärdienst ein. Am 22. April 1915 wurde er bei Ypern als Oberleutnant der Landwehr und Regimentsadjutant des Reserve-Infanterie-Regiments 238 tödlich verwundet. Zusätzlich wurde das Geschäft durch den herrschenden Rohstoffmangel belastet. Gegen Ende des Krieges versuchte man notgedrungen mit Stoffen, die aus Papiergarn hergestellt wurden, dem Mangel entgegenzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Ende des Kriegs machte sich auch in der Belegschaft das Fehlen der Kriegsopfer bemerkbar. Elf Mitarbeiter kehrten nicht zurück. Trück war nun alleiniger Inhaber, bis 1919 Ernst Stuffer (1894-1967), ein Neffe Trücks, aus Baden-Baden in die Firmenleitung eintrat. Im Laufe der Zeit wurden erneut Dienstreisen aufgenommen und das Geschäft lief wieder an. 1927 wurde die Firma in eine offene Handelsgemeinschaft (oHG) umgewandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem das Geschäft auch nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0203&amp;quot;&amp;gt;Inflation&amp;lt;/lex&amp;gt; in den 1920er-Jahren weiter florierte, begann man in den Jahren 1937/38 mit einem Anbau und der Vergrößerung der Kaiserstraße 169/171. Die Firma überstand wirtschaftliche und politische Krisen, wofür sie ihren weiterhin aufrecht erhaltenen Charakter als Spezialgeschäft für Stoffe verantwortlich machte. Auch in Zeiten von &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0008&amp;quot;&amp;gt;Industrialisierung&amp;lt;/lex&amp;gt; und fortschreitender Mechanisierung hielt sich der Groß- und Einzelhandel mit dem Fokus auf die Verbindung zum Schneiderhandwerk und zur &amp;quot;selbstschaffenden Hausfrau&amp;quot; auf diese Weise aufrecht. 1939 gründeten Stuffer und Trück die gleichnamige Firma Stuffer &amp;amp; Trück. Sie wurde zum Träger von Leipheimer &amp;amp; Mende, dessen Name jedoch unverändert blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Trück im Jahr 1943 als Teilhaber ausstieg, leitete Stuffer beide Firmen als Einzelkaufmann weiter. In den folgenden Jahren avancierte er gleichzeitig in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1072&amp;quot;&amp;gt;Industrie und Handelskammer Karlsruhe (IHK)&amp;lt;/lex&amp;gt; zu einem langjährigen geschätzten Mitglied und schließlich zum Vizepräsidenten (1949-1962).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Zweiten Weltkriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; hatte die Firma, wie viele andere Geschäfte, erneut mit Personalmangel und der Knappheit von Rohstoffen zu kämpfen. Die Beschaffung von Waren war in Zeiten der Kriegswirtschaft beschwerlich und nach einer prioritätenbasierten Punkteliste reglementiert. 1944 wurden sowohl die Geschäftsräume als auch das Warenlager in der Kaiserstraße 169 bei &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0037&amp;quot;&amp;gt;Luftangriffen&amp;lt;/lex&amp;gt; im Juli und September zerstört. Die in den Gebäuden vorübergehend eingerichteten Notunterkünfte wurden ebenfalls am 4. Dezember in Schutt und Asche gelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem mit den Gebäuden auch alle verbliebenen Warenbestände vernichtet worden waren, war es noch schwieriger, neue Waren zu beschaffen: &amp;quot;Fliegerschäden&amp;quot; waren kein Grund, bevorzugt Waren zu bekommen. Auch bei den einstigen Lieferanten selbst waren die Engpässe so groß, dass es bis ins Frühjahr 1945 dauerte, bis neue Warenbeschaffungen erfolgen und damit die Geschäfte wieder anlaufen konnten. Ab diesem Zeitpunkt waren erstmalig Reisen wieder möglich. Als Geschäftsräumlichkeiten dienten seit der Zerstörung nunmehr der Keller der Kaiserstraße 171 und ein Ausweichlager im Karlsruher Umland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Jahren 1946 bis 1948 wurde in Baden-Baden, Teil der französischen Besatzungszone, eine neue Außenstelle eröffnet. Aus der Not heraus, war man in jener Zeit dazu übergegangen, auch Haushaltsgegenstände zu verkaufen. 1949 konnte der erste Wiederaufbau des Erdgeschosses und des Ersten Obergeschosses in der Kaiserstraße 171 abgeschlossen werden. Über deren Wiedereröffnung sowie die Dekoration der Schaufenster wurde vielfach in der Presse berichtet. Zwei Jahre später erfolgte der zweite Wiederaufbau: Das zweite und dritte Obergeschoss konnten wiederbezogen werden. Im Jahr 1953 trat Stuffers Neffe Hanns-Christian Heyer-Stuffer (1927-2021) ins Geschäft ein. Er wurde Junior-Chef und Prokurist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1950er-Jahren lief die Wirtschaft wieder merklich an. Es wurde verstärkt geworben, eine ausgefeilte und in der Presse gelobte Schaufensterdekoration erstellt und gemeinsam mit der Firma &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0085&amp;quot;&amp;gt;Haid und Neu&amp;lt;/lex&amp;gt; Amateur-Modenschauen ins Leben gerufen. Ein Jahr später war der dritte Wiederaufbau abgeschlossen. Am 30. November 1957 konnte die Eröffnung des sich nun auf die Kaiserstraße 169/171 erstreckenden modernen Ladens gefeiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1959 beging Stuffer sein 40jähriges Arbeitsjubiläum. Gleichzeitig wurde die Firma 125 Jahre alt. Zu diesem Jubiläum verteilte man am 1. Juli eine kurze Chronik und eine Replik des Gemäldes &amp;quot;Dame im Stoffladen&amp;quot; von Jacob Dorner. Zu dieser Zeit trat die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft in Kraft und der Handel weitete sich über alte Grenzen hinaus aus. 1964 wurden die Geschäftsräume noch einmal umgebaut und modernisiert mit einer pressewirksamen Wiedereröffnung. In den folgenden Jahren gab es immer wieder öffentliche Veranstaltungen, wie 1965 einen Kindermalwettbewerb. 1967 verstarb Ernst Stuffer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nun folgenden Erbauseinandersetzungen führten trotz guter Geschäftslage zur Schließung der Traditionsfirma, die letztmals 1970 in den Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0284&amp;quot;&amp;gt;Adressbüchern&amp;lt;/lex&amp;gt; als in der Kaiserstraße 169/171 ansässig aufgeführt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Leonie Mohr 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Manufakturwarenhandlung Leipheimer und Mende (Hrsg.): Fünfundsiebzig Jahre der Firma Leipheimer &amp;amp; Mende. Den Freunden des Hauses gewidmet, Karlsruhe 1909; Manufakturwarenhandlung Leipheimer und Mende (Hrsg.): Leipheimer &amp;amp; Mende. 1834-1934. Karlsruhe in Baden, Karlsruhe 1934; StadtAK 1/Wi-ko-Amt 3877, 4950; StadtAK 8/StS 24/699, 795, 798; StadtAK 8/ZGS Sachthemen – 484.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-1942&amp;diff=599081</id>
		<title>De:Lexikon:ins-1942</title>
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		<updated>2026-08-06T06:31:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Schutzstaffel der NSDAP (SS) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Schutzstaffel der NSDAP (SS)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Schutzstaffel der NSDAP (SS)=&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1942 SS Führer 1939 07 03.jpg|alternativtext=Karlsruher Reit- und Fahrturnier, auf der Ehrentribüne links SS-Oberführer Rudolf Lohse, Foto aus: Der Führer vom 3. Juli 1939.|links|mini|Karlsruher Reit- und Fahrturnier, auf der Ehrentribüne links SS-Oberführer Rudolf Lohse, Foto aus: Der Führer vom 3. Juli 1939.]]&lt;br /&gt;
Die SS wurde am 4. April 1925 von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0043&amp;quot;&amp;gt;Adolf Hitler&amp;lt;/lex&amp;gt; als persönliche Leibgarde gegründet. Sie unterstand seit 1926 der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1941&amp;quot;&amp;gt;Sturmabteilung (SA)&amp;lt;/lex&amp;gt;. Erst nach 1933 wurde die seit 1934 nicht mehr der SA unterstellte SS unter Leitung des Reichsführers SS Heinrich Himmler unter anderem durch den Aufbau von &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1480&amp;quot;&amp;gt;Geheimer Staatspolizei (Gestapo)&amp;lt;/lex&amp;gt;, Sicherheitsdienst (SD) sowie der Konzentrationslager zu einem entscheidenden Machtinstrument und Werkzeug für alle Verbrechen der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schwerpunkt des SS lag lange in Bayern. Erst im Februar 1929 berichtete das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1099&amp;quot;&amp;gt;Badische Landespolizeiamt&amp;lt;/lex&amp;gt;, dass es Schutzstaffeln nur in wenigen Orten gebe, darunter in Karlsruhe mit 16 Mitgliedern. Heinrich Himmler hatte bei Gauleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; die Aufstellung einer SS-Truppe in Baden angemahnt. Wagner beauftragte damit das NSDAP-Mitglied Kaufmann Otto Heidt, der zuvor schon durch seine Beteiligung an politischen motivierten Schlägereien aufgefallen war. Diese Gründung wurde am 15. April 1929 von Himmler als Schutzstaffel anerkannt, so dass dies später als Gründungsdatum der Karlsruher SS galt. Neben Heidt gehörten der Lagerist Franz Krummich, Verwaltungsassistent Rudolf Link, Kaufmann Gustav Mußgnug, Reichsbahnbetriebsassisstent Paul Ruthmann, Peter Schlindwein, der Kanzleiangestellte Paul Sührer und der Kaufmann &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2205&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Werle&amp;lt;/lex&amp;gt; zu den Gründungsmitgliedern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstmals trat die SS dann bei der &amp;quot;&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0217&amp;quot;&amp;gt;Hölzschlacht&amp;lt;/lex&amp;gt;&amp;quot; in Erscheinung und war von da an regelmäßig mit der SA im Einsatz. Anfang 1930 gab es 120 SS-Männer in Baden, ein Jahr später waren es 280. Karlsruhe war zunächst Teil des zur SS-Sandarte XV (Baden) gehörenden SS-Sturm 17 Mittelbaden-Karlsruhe. Im Januar 1931 erhielt Baden eine zunächst noch von Otto Heidt geleitete Brigade mit den Standaten Nord-, Mittel- und Südbaden. Im März des Jahres schied Heidt wegen Unstimmigkeiten mit der obersten SS-Leitung aus seinem Amt aus. Nachfolger wurde der spätere Kommandant des Konzentrationslagers Ankenbuck Kanzleiassistent a. D. Hans Helwig, Adjutant war der Kaufmännische Angestellte und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;NSDAP&amp;lt;/lex&amp;gt;-&amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1992&amp;quot;&amp;gt;Fritz Argus&amp;lt;/lex&amp;gt;, Schatzmeister der Verwaltungsassistent Rudolf Link. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der vom Badischen Staatsministerium Anfang 1932 veröffentlichten Organisationsstruktur (Stand Herbst 1931) der SA und der SS bildete die SS in Baden die Standarte 32 unter der Führung von Hellwig. Karlsruhe gehörte als Sturm 1 zu dem von Kaufmann Hermann Benner geleiteten Sturmbann II (Mittelbaden). Die Brigade Baden umfasste rund 700 Mann, womit das eigentlich vorgesehene Kräfteverhältnis zur SA (10 %) deutlich überschritten war. Das Landespolizeiamt sah die SS als &amp;quot;Parteipolizei&amp;quot;, welche die Parteimitglieder überwachte, und  als &amp;quot;ein Instrument, das als sehr schlagkräftig und wirkungsvoll angesprochen werden muss&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem sogenanten Röhmputsch wurde die SS im Juli 1934 eine selbstständige Organsiation. Bis 1936 leitete der seit 1934 in Karlsruhe wohnhafte Brigadeführer Christoph Diehm, zeitweise württembergischer Landtagsabgeordneter und Mitglied des Reichstags, später Leiter des SS-Oberabschnitts West und im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Zweiten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; in die Verbrechen der SS in der besetzten Sowjetunion verwickelt, den SS-Abschnitt XIX. Nachfolger wurde SS-Oberführer Ekhardt. 1939 wird Obersturmführer Rudolf Lohse als Leiter genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner Karlsruher Zeit schrieb Diehm für das NS-Parteiorgan &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1164&amp;quot;&amp;gt;Der Führer&amp;lt;/lex&amp;gt; einen Artikel als Rückblick auf das Jahr 1935: &amp;quot;Das schwarze Korps&amp;quot;, aus dem sehr deutlich hervorgeht, dass sich die SS als Eliteeinheit verstand, die dem Führer Adolf Hitler als &amp;quot;unbedingt zuverlässige blindlings gehorsame&amp;quot; Einheit zur  Verfügung stand. Diehm lobte die Präsenz der SS bei allen großen Veranstaltungen, wo sie ihre &amp;quot;stramme Disziplin&amp;quot; demonstrierte. Auch in Karlsruhe geschah dies zum Beispiel im Dezember 1936 bei der SS-Führertagung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Gauleitung 1943 nach Straßburg verlegt wurde, blieben die Dienststellen des XIX. SS-Abschnitts in Karlsruhe.  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2025&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 309/6160-6161; STAF A 96/1 1617, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und;  Die S.A. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931 und Die S.A. und die S.S. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931, in: GLA 309/5987; Karlsruher Zeitungen https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828; GLA 465f Nr. 1913; Sonderbeilage des &amp;quot;Führer&amp;quot; zum Kreistag Karlsruhe 1930 vom 19. Juni 1938, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3268853?query=%22Otto%20Heidt%22 (Zugriff am 5. August 2025).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Die Entwicklung der NSDAP in Baden bis 1932/33, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) Bd. 125, NF 86, 1977, S. 331-375; ders.: Die NSDAP in Baden 1928-1933 - Der Weg zur Macht, in: Thomas Schnabel (Hrsg.): Die Machtergreifung in Südwestdeutschland. Das Ende der Weimarer Republik in Baden und Württemberg 1928-1933, Stuttgart 1983, S. 15-48, S. 34 f.; Johnpeter Horst Grill: The Nazi Movement in Baden,1920-1945, The University of North Carolina Press, Chapel Hill 1983, S. 209-215.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-2013&amp;diff=599080</id>
		<title>De:Lexikon:bio-2013</title>
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		<updated>2026-08-06T06:29:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Hugo Eppinger */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Hugo Eppinger}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-2013.jpg|200px|thumb|left|Hugo Eppinger, 1933, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 12/80b.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Hugo Eppinger=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reichsbahnbeamter, &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 24. Juni 1886 Konstanz, † 12. Juni 1936 Karlsruhe, kath., ∞ 1912 Eva Friederika Oehling (1889 – 1954), 1 Sohn. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Hugo Eppinger begann als 16jähriger bei der Bahn in Konstanz als Eisenbahngehilfeanwärter zu arbeiten. Im Laufe der Jahre folgten immer wieder aus beruflichen Gründen Versetzungen an andere Orte in Baden, wobei er bis zum Bahnhofssekretär aufstieg. Von Dezember 1915 bis zum November 1918 war er während des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieges&amp;lt;/lex&amp;gt; Soldat. Nach dem Krieg war er wieder an verschiedenen Orten tätig, so dass er im Mai 1929 Beschwerde bei seinen Vorgesetzten einlegte über die vielen Versetzungen, die seiner Familie viele Probleme verursachten. Daraufhin erfolgte seine letzte Versetzung nach Karlsruhe zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1115&amp;quot;&amp;gt;Reichsbahndirektion&amp;lt;/lex&amp;gt;, wo er 1934 zum Reichsbahnamtmann befördert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eppinger trat am 1. September 1930 der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; und am 1. April 1931 der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1941&amp;quot;&amp;gt;Sturmabteilung (SA)&amp;lt;/lex&amp;gt; bei. Seit dem 22. September 1931 war er Sturmbannführer, später auch Obersturmbannführer. Er wurde der erste Führer der ehemaligen Standarte 238 (in &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0558&amp;quot;&amp;gt;Durlach&amp;lt;/lex&amp;gt;), die er mit aufbaute, bis er sich im Oktober 1933 wegen akuter beruflicher Arbeitsüberlastung von der aktiven Mitarbeit in der SA zurückzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Neubildung des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1015&amp;quot;&amp;gt;Bürgerausschusses&amp;lt;/lex&amp;gt; infolge der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; erhielt Eppinger mit einem Brief von &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1663&amp;quot;&amp;gt;Bürgermeister&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1410&amp;quot;&amp;gt;Dr. Erich Kleinschmidt&amp;lt;/lex&amp;gt; die Ernennung zum Mitglied des Karlsruher Bürgerausschusses ab 5. März 1933. Im Juli 1933 ernannte ihn der  Landeskommissär für die Kreise Karlsruhe und Baden zusammen mit den NS-Parteigenossen &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2205&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Werle&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1993&amp;quot;&amp;gt;Konrad Backfisch&amp;lt;/lex&amp;gt; anstelle der ausgeschiedenen Mitglieder der verbotenen und aufgelösten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD)&amp;lt;/lex&amp;gt; zum Stadtrat, ab 1936 Ratsherr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1934 traten bei Eppinger zunehmend Gesundheitsprobleme auf, die dann am 12. Juni 1936 zu seinem Tod führten. Zur Beerdigung kamen unter anderem Gauleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1014&amp;quot;&amp;gt;Oberbürgermeister&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0012&amp;quot;&amp;gt;Friedrich Jäger&amp;lt;/lex&amp;gt; und hohe NSDAP-Repräsentanten. Als Ratsherrn ernannte der Beauftragte der NSDAP den kaufmännischen Angestellten Wilhelm Knieß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da seine Witwe auf Weiterzahlung ihrer seit Mai 1945 eingestellten Witwenrente klagte, stellte die Spruchkammer in dem notwendigen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Entnazifizierungsverfahren&amp;lt;/lex&amp;gt; 1948 fest, dass trotz Eppingers Mitgliedschaft in der NSDAP und der SA keine Hinweise auf eine aktive Verbreitung nationalsozialistischer Propaganda vorlagen. Nach einigen Zeugenaussagen habe Eppinger verschiedenen Menschen geholfen, die aus politischen Gründen Probleme mit der NS-Verwaltung hatten. Das Gericht stufte ihn als Minderbelasteten ein, was die Fortzahlung der Witwenrente bewirkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Alfred Becher 2020&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Karlsruher Zeitungen https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7864903 (Zugriff am 17. Mai 2024); Badische Presse, Nr. 270 vom 14. Juni 1907; Der Führer (Landesausgabe), Nr. 162 vom 13. Juni 1936, Nr. 165 vom 16. Juni 1936, Nr. 268 vom 27. September 1936; GLA 421 Nr. 2401.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0721&amp;diff=599009</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0721</title>
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		<updated>2026-08-02T17:33:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Julius Katz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0721.jpg|200px|thumb|left|Julius Katz, um 1900, Stadtarchiv Karlsruhe 7/Nl Herzog 140.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Julius Katz=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Journalist, * 2. Juli 1856 Prag, † 7. Dezember 1912 Karlsruhe, jüd., ∞ 1889 Martha Isidora Culié (Kulisch), 2 Söhne (Rudolf Friedrich Wilhelm, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1092&amp;quot;&amp;gt;Hanns Ludwig&amp;lt;/lex&amp;gt;).&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;Julius Katz sollte zunächst den Kaufmannsberuf erlernen, erhielt aber als 17-Jähriger die Möglichkeit, bei seinem Vater, der das Prager Handelsblatt herausgab, eine Ausbildung zum Journalisten zu absolvieren. Daneben besuchte er das Prager Konservatorium und erhielt Klavierunterricht bei Bedřich Smetana. Später komponierte er Musik für Klavier, Violine und Cello. Nach Abschluss seiner Ausbildung ging Katz nach München, wo er als Redakteur und Kritiker tätig war. In den 1880er-Jahren arbeitete Katz als politischer Redakteur beim Frankfurter Journal und als Privatsekretär des damaligen Frankfurter Oberbürgermeisters Johannes Miquel. Zeitweise war Katz auch Genealsekretär der  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0323&amp;quot;&amp;gt;Nationalliberalen Partei&amp;lt;/lex&amp;gt; Darmstadt. Es folgte eine Station als Redakteur des Mannheimer Journals bzw. des mit diesem 1887 zusammengeführten Mannheimer Generalanzeigers. Dort wurde er auch Redakteur der erstmals im Januar 1891 erscheinenden Nationalliberalen Korresepondenz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1892 wechselte Katz nach Karlsruhe, um Herausgeber der Badischen Correspondenz, die der Nationalliberalen Partei nahestand und Positionen der badischen Regierung vertrat, zu werden. Nach der Einstellung der Badischen Korrespondenz 1895 wurde ihm dank seiner guten Kontakte zum Präsidenten des badischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1408&amp;quot;&amp;gt;Innenministeriums&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1529&amp;quot;&amp;gt;August Eisenlohr&amp;lt;/lex&amp;gt;, die Chefredaktion des Regierungsblatts &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1181&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Zeitung&amp;lt;/lex&amp;gt; übertragen, die er 1909 aus gesundheitlichen Gründen abgab. 1897 war Katz Mitbegründer und bis zu seinem Tod Leiter der Süddeutschen Reichskorrespondenz, die das Ziel der Verbreitung von Reichsangelegenheiten und der Preußens hatte und die danach sein Sohn Rudolf bis 1927 weiterführte. Jahrelang amtierte Katz, der hohes Ansehen genoss, als Vorstand des Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0632&amp;quot;&amp;gt;Journalistenvereins&amp;lt;/lex&amp;gt;. Als Freund der Marine betätigte sich Katz zudem 1899 aktiv bei der Gründung des Deutschen Flottenvereins und als Mitglied in dessen badischem Landesausschuss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ausgebildeter Pianist beteiligte sich Katz aktiv am kulturellen Leben der Stadt. Er veranstaltete Konzerte mit von ihm komponierten Liedern und Quartetten. Mit den Akadamieprofessoren &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0068&amp;quot;&amp;gt;Hans Thoma&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0482&amp;quot;&amp;gt;Wilhelm Trübner&amp;lt;/lex&amp;gt; pflegte er freundschaftliche Beziehungen. Ebenso verfügte er über gute Kontakte zum badischen Hof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für seine journalistische Arbeit erhielt Katz 1907 den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1607&amp;quot;&amp;gt;Orden vom Zähringer Löwen&amp;lt;/lex&amp;gt; 1. Klasse sowie den Orden vom Preußischen Kronenorden 3. Klasse.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;René Gilbert/Manfred Koch 2016/2020&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Chronik der Landeshauptstadt Karlsruhe für das Jahr 1912, 28. Jg., Karlsruhe 1913, S. 206 f.; StadtAK 7/Nl Katz 190, Nachruf Karlsruher Tagblatt vom 8. Dezember 1912, StadtAK 8/Ze 2 https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/2389079?query=Journalistenverein (Zugriff am 2. Januar 2021); Hans-Jürgen Kremer: Das Großherzogtum Baden in der politischen Berichterstattung der preußischen Gesandten 1871-1918, 2. Bde., Stuttgart 1990 und 1992, Bd. 2 (= Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe A, Quellen Band 43), Karlsruher Zeutungen ; Dr. Julius Katz: Ein europäisches Journalsitenleben, in Badische Neueste Nachrichten (BNN) vom 16. August 1958 https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/8795063?query=Journalistenportr%C3%A4ts (Zugriff am 2. August 2026). &lt;br /&gt;
==Werk== &lt;br /&gt;
Die politische Lage in Baden. Ein Beitrag zur Beurteilung der badischen Parteiverhältnisse, Karlsruhe 1893; (als Hrsg.): Ansprachen Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Friedrich von Baden anläßlich des 50 jährigen Regierungs-Jubiläums und Chronik der Jubiläums-Feier, Karlsruhe 1902; In memoriam – eine Sammlung von Kundgebungen anläßlich des Ablebens Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Friedrich von Baden, Karlsruhe 1908.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Helga Krohn/Karl-Ludwig Hofmann (Red.): Hanns Ludwig Katz 1892-1940, hrsg. vom Jüdischen Museum im Auftrag des Magistrats der Stadt Frankfurt am Main, Köln 1992 (mit Verzeichnis 84 nachweisbarer Werke).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0267&amp;diff=599008</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0267</title>
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		<updated>2026-08-02T16:40:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Friedrich Gutsch */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Friedrich Gutsch}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0267_Gutsch_8_PBS_III_522.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Friedrich Gutsch um 1885, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS III 522.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Friedrich Gutsch=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hofbuchdrucker, Verleger, Mundartdichter, * 30. November 1838 Karlsruhe, † 24. September 1897 Karlsruhe.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Sohn eines Hofbuchdruckers trat nach dem Besuch des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1219&amp;quot;&amp;gt;Lyzeums&amp;lt;/lex&amp;gt; und einer abgebrochenen Schreinerlehre als Buchdruckerlehrling in das väterliche Geschäft ein, das er später gemeinsam mit seinem Bruder übernahm. 1870 erfolgte die Gründung der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1176&amp;quot;&amp;gt;&amp;quot;Karlsruher Nachrichten&amp;quot;&amp;lt;/lex&amp;gt; (&amp;quot;Gutschblättle&amp;quot;), deren Verleger und Redakteur Gutsch bis 1894 war, als er krankheitsbedingt die Chefredaktion aufgeben musste und die Zeitung, die von ihrem Verleger gelebt hatte, eingestellt wurde. Zwei Jahre zuvor gehörte Gutsch zu den Mitbegründern des zur Förderung ihrer Standesinteressen entstandenen Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0632&amp;quot;&amp;gt;&amp;quot;Schriftsteller- und Journalistenverein&amp;quot;&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben kritischen Berichten und Kommentaren zum kommunalpolitischen Geschehen sowie Anzeigen publizierte das Blatt Beiträge zur Geschichte von Karlsruhe. Die Berichte in Karlsruher Mundart erfreuten sich bei den Lesern und Leserinnen großer Beliebtheit. Gutsch verstand es dabei, kritische Kommentare in Zeiten der nicht völlig gesicherten Pressefreiheit humoristisch in Mundart zu kleiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mundartdichter verfasste Gutsch von 1870 bis 1894 zahlreiche Gedichte, die er in seiner Zeitung  veröffentlichte. So erschienen in einer monatlichen Folge die Mundartbriefe &amp;quot;Partikulier C. Biermaier und seiner Ehehälfte Caroline geb. Landgräbler&amp;quot;. Zudem gab er mehrere Gedichtbände heraus. Nach ihm benannt ist seit 1897 die &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1053&amp;quot;&amp;gt;Gutschstraße&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Marco Wagner 2012&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quelle==&lt;br /&gt;
Chronik der Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe für das Jahr 1897, Jg. 13. Im Auftrag der städtischen Archivkommission bearbeitet, Karlsruhe 1898, S. 109.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Aus Karlsruhes Volksleben, Gedichte, 1. Bändchen, Karlsruhe 1876, 2. Bändchen Karlsruhe 1889; D’Eppinger Feschdfahrt, Karlsruhe 1890.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ludwig Vögely: Der Gutsche-Fritzle. Zum 150. Geburtstag des Karlsruher Mundartdichters, in: Badische Heimat. Zeitschrift für Landeskunde und Kultur, Natur-, Umwelt- und Denkmalschutz, 1988, S. 557-563; Hans Leopold Zollner: Das Gutschle-Fritzle von Karlsruh&#039;. Zum 75. Todestag des Mundartdichters, 1972 (Manuskript in: StadtAK 7/NL Zollner).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-0632&amp;diff=599007</id>
		<title>De:Lexikon:ins-0632</title>
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		<updated>2026-08-02T16:37:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Verein Karlsruher Presse (Schriftsteller- und Journalistenverein) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Verein Karlsruher Presse (Journalisten- und Schriftstellerverein)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Verein Karlsruher Presse (Schriftsteller- und Journalistenverein)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 16. Dezember 1892 gründeten im Saal der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0406&amp;quot;&amp;gt;Museumsgesellschaft&amp;lt;/lex&amp;gt; Journalisten und Schriftsteller dem Vorbild anderer Städte folgend einen Karlsruher Schriftsteller- und Journalistenverein zur Förderung ihrer Standesinteressen. In Berlin war 1862 der erste deutsche Verein dieser Art entstanden. Zu den Karlsruher Gründungsmitgliedern gehörten der Dichter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0302&amp;quot;&amp;gt;Heinrich Vierordt&amp;lt;/lex&amp;gt; (1. Vorsitzender) und &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0721&amp;quot;&amp;gt;Julius Katz&amp;lt;/lex&amp;gt; (2. Vorsitzender), der Chefredakteur der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0323&amp;quot;&amp;gt;nationalliberalen&amp;lt;/lex&amp;gt; Badischen Correspondenz, später der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1181&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Zeitung&amp;lt;/lex&amp;gt;, der Schriftsteller Johann von Wildenrath (Schriftführer), der Direktor der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0931&amp;quot;&amp;gt;Kunstgewerbeschule&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0626&amp;quot;&amp;gt;Hermann Götz&amp;lt;/lex&amp;gt; (Kassier) sowie als Beisitzer &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0845&amp;quot;&amp;gt;Hoftheater&amp;lt;/lex&amp;gt;-Direktor Otto Hancke, der Chefredakteur der Karlsruher Zeitung Wilhelm Harder, der Chefredakteur des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1155&amp;quot;&amp;gt;Badischen Landesboten&amp;lt;/lex&amp;gt; Hermann Lippe und Alexander von Sybel, Bruder von Heinrich von Sybel, mehrere Jahre Chefredakteur der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1144&amp;quot;&amp;gt;Badischen Landeszeitung&amp;lt;/lex&amp;gt;. Auch weitere Chefredakteure waren unter den Gründungsmitgliedern, so Jodokus Fiege (&amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1153&amp;quot;&amp;gt;Badischer Beobachter&amp;lt;/lex&amp;gt;) und &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2108&amp;quot;&amp;gt;Adam Röder&amp;lt;/lex&amp;gt; (&amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1847&amp;quot;&amp;gt;Badische Landpost&amp;lt;/lex&amp;gt;), aber auch der Journalist und Schriftsteller &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0716&amp;quot;&amp;gt;Leopold von Pezold&amp;lt;/lex&amp;gt; und der einflussreiche Ingenieur und Journalist &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2085&amp;quot;&amp;gt;Otto Ammon&amp;lt;/lex&amp;gt;, der als Begründer der deutschen Sozialanthropologie gilt, an die später &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;NS&amp;lt;/lex&amp;gt;-Rasseforscher anknüpften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren wurde der Verein rasch fester Bestandteil des Karlsruher Gesellschaftslebens, er veranstaltete regelmäßig unter anderem Bälle und Gesellschafts- und Familienabende, an denen auch &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1014&amp;quot;&amp;gt;Oberbürgermeister&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0023&amp;quot;&amp;gt;Karl Schnetzler&amp;lt;/lex&amp;gt; und andere städtische Honoratioren teilnahmen. Jahrelang amtierte Julius Katz, der hohes Ansehen genoss, als Vorstand des Vereins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 9. März 1910 entstand aber ein neuer Verein Karlsruher Presse, weil der Schriftsteller- und Journalistenverein schon seit längerem nicht mehr existierte. Er hatte sich als stark an den Honoratioren orientierter Verein überholt und wurde nun ersetzt von einem reinen Berufsverein ohne Schriftsteller zur &amp;quot;Wahrung und Förderung der Berufs- und Standesinteressen sowie zur Pflege des kollegialen Verkehrs&amp;quot;. Zum 1. Vorsitzenden wurde Dr. Ludwig Munzinger, Chefredakteur der Badischen Landeszeitung, gewählt. Dem nach wie vor von bürgerlichen Journalisten dominierten Verein gehörten nun aber auch Redakteure des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;sozialdemokratischen&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreunds&amp;lt;/lex&amp;gt; an, was diesen veranlasste, im August 1913 diese Mitgliedschaften mit der Notwendigkeit einer Standesvertretung zu begründen. Positiv hob man hervor, dass ein bürgerlicher Journalist wie der Chefredakteur der Karlsruher Zeitung Kurt Amend in der Lage war, den nach Freiburg zur Volkswacht wechselnden späteren &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1520&amp;quot;&amp;gt;Landtagsabgeordneten&amp;lt;/lex&amp;gt; Anton Weißmann würdig zu verabschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie schon im Vorgängerverein blieben aber Auseinandersetzungen nicht aus, vor allem die Redakteure des Badischen Beobachters gerieten mit nationalliberalen Kollegen öfters aneinander. Als Ludwig Munzinger kurz nach seiner Wahl  mit dem Ende seiner Tätigkeit für die Landeszeitung als Vorsitzender zurücktrat und mit ihm der 2. Vorsitzende Dr. Johannes Rathje, der nach Nürnberg zog, wurde 1911 der Chefredakteur des Volksfreunds &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0682&amp;quot;&amp;gt;Wilhelm Kolb&amp;lt;/lex&amp;gt; 2. Vorsitzender. Erster Vorsitzender wurde der Chefredakteur der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1147&amp;quot;&amp;gt;Badischen Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1088&amp;quot;&amp;gt;Albert Herzog&amp;lt;/lex&amp;gt;. Durch Zuwahl wurde &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2089&amp;quot;&amp;gt;Otto Ernst Sutter&amp;lt;/lex&amp;gt;, der Karlsruher Vertreter der &amp;quot;Frankfurter Zeitung&amp;quot;, in den Vorstand berufen. Der Verein, in dem der langjährige Vorsitzende Albert Herzog auch nach außen eine führende Rolle einnahm, überstand den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; gut. Zu Querelen kam es aber gleich zu Beginn der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt;, als die Redakteure des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1171&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Tagblatts&amp;lt;/lex&amp;gt; aus Protest gegen die Mitgliedschaft von Knud Ahlhorn, des kurzzeitigen Chefredakteurs des neuen Blattes der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0333&amp;quot;&amp;gt;USPD&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1188&amp;quot;&amp;gt;Sozialistische Republik&amp;lt;/lex&amp;gt;, austraten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der langjährige Vorsitzende Herzog 1920 nach Wuppertal zog, wurde der Chefredakteur der Landeszeitung und Generalsekretär der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0309&amp;quot;&amp;gt;DDP&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2088&amp;quot;&amp;gt;Karl Dees&amp;lt;/lex&amp;gt; bis 1927 sein Nachfolger. Im März 1927 übernahm der Redakteur der Badischen Presse Karl Binder den Vorsitz. Unter diesen beiden Vorsitzenden wurden die vom Verein organisierten jährlichen Pressebälle zum gesellschaftlichen Ereignis, dessen Kosten 1928 gar die Kritik des sozialdemokratischen Volksfreunds hervorrief, der diese nicht mit der Notlage weiter Bevölkerungskreise vereinbar hielt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0284&amp;quot;&amp;gt;Adressbuch&amp;lt;/lex&amp;gt; 1933/34 ist der Verein mit dem Vorsitzenden Karl Binder, langjähriger Leiter der Lokalredaktion der Badischen Landzeitung, der 1922 zur Badischen Presse gewechselt war, letztmals nachzuweisen. Ob er sich offiziell auflöste oder gar verboten wurde, lässt sich nicht belegen. Vermutlich war der Verein nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0264&amp;quot;&amp;gt;Gleichschaltung&amp;lt;/lex&amp;gt; der Gesellschaft und der Presse durch die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; obsolet geworden. Zu diesem Zeitpunkt waren von der vielfältigen Karlsruher Presselandschaft auch nur noch das Parteiorgan Der Führer, die Badische Presse und das Karlsruher Tagblatt übrig geblieben. Der Badische Beobachter stand kurz vor dem Aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Nachkriegszeit entstand am 16. Februar 1949 erneut ein Karlsruher Presseclub, dessen erster Vorsitzender &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0031&amp;quot;&amp;gt;Wilhelm Baur&amp;lt;/lex&amp;gt;, Verleger der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1145&amp;quot;&amp;gt;Badischen Neuesten Nachrichten (BNN)&amp;lt;/lex&amp;gt; war. Ziel war die Vereinigung der in Karlsruhe wohnenden Journalisten &amp;quot;auf geselliger Grundlage&amp;quot;. Vortragsveranstaltungen mit renommierten Vortragenden, Bühnen- und Pressebälle gehörten fortan zum Jahresprogramm. Der Presseballavancierte zu einem gesellschaftlichen Ereignis, bei dem sich &amp;quot;Menschen mit Rang und Namen&amp;quot; sehen lassen musten. Die Einnahmen wurden gespendet. 70 Jahre nach seiner Gründung hatte sich der Verein, dem ursprünglich nur hauptberufliche Redakteurinnen und Redakteure angehörten, geöffnet für weitere im Medienbereich Tätige wie Pressesprecherinnen und Pressesprecher. Die Vorsitzende Irmgard Duttenhofer kündigte an, dass künftig auch Blogger, Youtuber und Influencer, sofern sie hauptberuflich arbeiteten, beitreten könnten. Der seit 2016 eingeleitete Wandlungsprozess vom in der Öffentlichkeit als reiner Wohltätigkeitsverein wahrgenommene Presseclub zurück zu einem Branchenverband sollte fortgesetzt werden. Zu den Neuerungen gehörten nun Frühstücksgespräche statt der abendlichen Treffen, ein Schülerzeitungswettbewerb und Fortbildungsangebote. 2021 wurde erstmals ein Journalistenpreis an den langjährigen Lokalredakteur Rupert Hustede vergeben.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2021&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Chronik 1910, S. 108; Albert Herzog: Zwischen den Zeilen. Erinnerungen aus einem deutschen Journalistenleben, in: Badische Presse vom 27. Juli 1936, StadtAK 8/Ze 7, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/2174045?query=Journalistenverein (Zugriff am 5. Januar 2021); Badische Neueste Nachrichten (BNN) vom 17. Februar 1949, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/4710700?query=Presseclub (Zugriff am 3. Februar 2021); Albert Herzog: Ihr glücklichen Augen. Ein Karlsruher Journalist erzählt aus seinem Leben, Karlsruhe 2008; Zeitzeugen berichten. Leonhard Müller im Gespräch mit Josef Werner, in: Blick in die Geschichte. Karlsruher stadthistorische Beiträge, Redaktion Manfred Koch und Leonard Müller, Bd. 3, Karlsruhe 2004, S. 263-26, S. 265; Website des Presseclubs https://presseclub-karlsruhe.com/category/allgemein/ (Zugriff am 3. Februar 2021).  &lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: &amp;quot;Schon wieder eine neue Zeitung!&amp;quot; Ein Überblick zur Entwicklung der Presselandschaft in Karlsruhe seit dem 18. Jahrhundert, in: Bewegte Zeiten. Beiträge zur Karlsruher Geschichte, hrsg. von Manfred Koch, Ubstadt-Weiher 2022, S. 187-216, S. 200-202 (= Forschungen und Quellen. Schriftenreihe des Stadtarchivs Karlsruhe Bd. 21).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-0446&amp;diff=599006</id>
		<title>De:Lexikon:ins-0446</title>
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		<updated>2026-07-29T10:57:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Gesangverein Liederkranz (Fächerchor Karlsruhe) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Gesangverein Liederkranz (Fächerchor Karlsruhe)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0446_1.jpg|200px|thumb|left|Gruppenfoto des Gesangvereins Liederkranz, um 1900, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIV 463.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0446_2.jpg|200px|thumb|left|Hebelfeier des Gesangvereins Liederkranz-Liederhalle 1841/42 im Foyer des Karlsruher Schlosses, 1970, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A19/50/5/38.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Gesangverein Liederkranz (Fächerchor Karlsruhe)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gesangverein Liederkranz ist ein als Männerchor gegründeter, ehemals eigenständiger Gesangverein. Er wurde am 20. Oktober 1841 von dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0558&amp;quot;&amp;gt;Durlacher&amp;lt;/lex&amp;gt; Musiklehrer Carl Spohn gegründet und ist damit der älteste, heute noch bestehende reine Gesangverein in Karlsruhe. 1842 hatte der Liederkranz 90 Mitglieder, zu seinem 25. Jubiläum 1866 waren es bereits 300. Bis zum Beginn des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; stieg seine Mitgliederzahl auf rund 700.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist gemeinsam mit dem Karlsruher Gesangverein &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0445&amp;quot;&amp;gt;Liederhalle&amp;lt;/lex&amp;gt; beteiligte sich der Liederkranz in den folgenden Jahrzehnten an verschiedenen gesanglichen Aktivitäten in Baden wie dem Badischen Gesangsfest (ab 1844), den &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0272&amp;quot;&amp;gt;Hebel&amp;lt;/lex&amp;gt;-Feiern in Schwetzingen (ab 1856) oder dem Badischen Sängerbundfest (ab 1870). Auf Deutschland bezogen nahm der Männerchor an den Festen des Deutschen Sängerbunds (ab 1865) teil. Die häufigsten Auftritte hatte der Liederkranz jedoch in Karlsruhe, wo er regelmäßig Stiftungskonzerte sowie Chor- und Orchesterkonzerte veranstaltete und bei verschiedenen offiziellen Anlässen zu Ehren der großherzoglichen Familie auftrat. Während des Ersten Weltkriegs trat der Verein in Lazaretten auf, meist in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1233&amp;quot;&amp;gt;Festhalle&amp;lt;/lex&amp;gt;, und beteiligte sich an verschiedenen Wohltätigkeitskonzerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Jahren der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; verzeichnete das vereinsmäßige Chorsingen in Karlsruhe einen bemerkenswerten Anstieg. Die Mitgliederzahl des Liederkranz stieg bis 1922 auf 1.118. Hinzu kam eine rege Sangestätigkeit in Form von Stiftungs- und Frühjahrskonzerten sowie von verschiedenen Gesangsveranstaltungen in ganz Baden. 1932 wurde dem Liederkranz durch den Badischen Sängerbund die Conradin-Kreutzer-Medaille verliehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; 1933 sank die Zahl der Vereinsmitglieder des Liederkranz um fast die Hälfte auf 636. Die Aktivitäten gingen nicht zuletzt durch die Zerstörung des Vereinslokals Klapphorn (1942) und des neuen Domizils &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0277&amp;quot;&amp;gt;Friedrichshof&amp;lt;/lex&amp;gt; (1944) bei &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0037&amp;quot;&amp;gt;Luftangriffen&amp;lt;/lex&amp;gt; stetig zurück und wurden schließlich eingestellt. Bei Kriegsende war die Mitgliederzahl unter 150 Aktive gesunken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Februar 1946 nahm der Liederkranz seine Vereinstätigkeit wieder auf. Im März 1960 schloss er sich mit dem Verein Liederhalle Karlsruhe zum Gesangverein Karlsruher Liederkranz-Liederhalle 1841/42 zusammen. Zehn Jahre später, im März 1970, erfolgte der Beitritt des Vereins &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0455&amp;quot;&amp;gt;Concordia Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;. Die neue Gesangsgemeinschaft gab sich den Namen Karlsruher Männerchor e.V.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Mitgliederversammlung 1974 beschlossen hatte, einen Frauenchor zu gründen, fand dieser regen Zulauf. Dieser Entwicklung Rechnung tragend, erfolgte 1975 die Änderung des Vereinsnamens in Karlsruher Männer- und Frauenchor e.V. Liederkranz-Liederhalle-Concordia. 2009 stimmten die Mitglieder für die Umbenennung des Vereins in Fächerchor Karlsruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angesichts des russischen Angriffskrieges und der Ankunft zahlreicher Geflüchteter in Karlsruhe öffnete sich der Fächerchor Karlsruhe im Mai 2022 gezielt für aus der Ukraine geflüchtete Sängerinnen und Sänger. Unter der Leitung des aus der Ukraine stammenden Chorleiters Peter Arestov entstand daraus der erste deutsch-ukrainische Chor Deutschlands. Das Integrationsprojekt verbindet seither deutsche und ukrainische Chormitglieder und wird von Kulturbürgermeister Dr. Albert Käuflein als Schirmherrn unterstützt. Das Repertoire umfasst nun auch ukrainische Chorliteratur, Konzerte und Benefizveranstaltungen stehen verstärkt im Zeichen des kulturellen Austauschs sowie der Verständigung und des Friedens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 2023 – rund ein Jahr nach der Neugründung – feierte das Ensemble in der Johannis-Paulus-Kirche am Werderplatz seinen ersten abendfüllenden Konzertauftritt mit einem internationalen Programm. Inzwischen hat sich der Chor fest in der Karlsruher Kulturszene etabliert, arbeitet eng mit dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0845&amp;quot;&amp;gt;Badische Staatstheater Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt; zusammen und begleitet offizielle Veranstaltungen der Stadt ebenso wie zum Beispiel universitäre Feierstunden des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0911&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Instituts für Technologie (KIT)&amp;lt;/lex&amp;gt; (KIT).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;René Gilbert 2016/2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
150 Jahre Karlsruher Männer- und Frauenchor e.V., Liederkranz-Liederhalle-Concordia 1841-1991, Festschrift, hrsg. vom Karlsruher Männer- und Frauenchor e.V, Karlsruhe 1991; Peter Pretsch: &amp;quot;Geöffnetes Narren-Turney&amp;quot;. Geschichte der Karlsruher Fastnacht im Spiegel gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen, Karlsruhe 1995, passim (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 16); Susanne Asche/Ernst Otto Bräunche/Manfred Koch/Heinz Schmitt/Christina Wagner: Karlsruhe – Die Stadtgeschichte, Karlsruhe 1998, passim; Homepage des Fächerchors Karlsruhe: [https://faecherchor.de/] ](Zugriff am 29. Juli 2026).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-0446&amp;diff=599005</id>
		<title>De:Lexikon:ins-0446</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-0446&amp;diff=599005"/>
		<updated>2026-07-29T10:54:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Gesangverein Liederkranz (Fächerchor Karlsruhe) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Gesangverein Liederkranz (Fächerchor Karlsruhe)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0446_1.jpg|200px|thumb|left|Gruppenfoto des Gesangvereins Liederkranz, um 1900, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIV 463.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0446_2.jpg|200px|thumb|left|Hebelfeier des Gesangvereins Liederkranz-Liederhalle 1841/42 im Foyer des Karlsruher Schlosses, 1970, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A19/50/5/38.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Gesangverein Liederkranz (Fächerchor Karlsruhe)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gesangverein Liederkranz ist ein als Männerchor gegründeter, ehemals eigenständiger Gesangverein. Er wurde am 20. Oktober 1841 von dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0558&amp;quot;&amp;gt;Durlacher&amp;lt;/lex&amp;gt; Musiklehrer Carl Spohn gegründet und ist damit der älteste, heute noch bestehende reine Gesangverein in Karlsruhe. 1842 hatte der Liederkranz 90 Mitglieder, zu seinem 25. Jubiläum 1866 waren es bereits 300. Bis zum Beginn des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; stieg seine Mitgliederzahl auf rund 700.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist gemeinsam mit dem Karlsruher Gesangverein &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0445&amp;quot;&amp;gt;Liederhalle&amp;lt;/lex&amp;gt; beteiligte sich der Liederkranz in den folgenden Jahrzehnten an verschiedenen gesanglichen Aktivitäten in Baden wie dem Badischen Gesangsfest (ab 1844), den &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0272&amp;quot;&amp;gt;Hebel&amp;lt;/lex&amp;gt;-Feiern in Schwetzingen (ab 1856) oder dem Badischen Sängerbundfest (ab 1870). Auf Deutschland bezogen nahm der Männerchor an den Festen des Deutschen Sängerbunds (ab 1865) teil. Die häufigsten Auftritte hatte der Liederkranz jedoch in Karlsruhe, wo er regelmäßig Stiftungskonzerte sowie Chor- und Orchesterkonzerte veranstaltete und bei verschiedenen offiziellen Anlässen zu Ehren der großherzoglichen Familie auftrat. Während des Ersten Weltkriegs trat der Verein in Lazaretten auf, meist in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1233&amp;quot;&amp;gt;Festhalle&amp;lt;/lex&amp;gt;, und beteiligte sich an verschiedenen Wohltätigkeitskonzerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Jahren der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; verzeichnete das vereinsmäßige Chorsingen in Karlsruhe einen bemerkenswerten Anstieg. Die Mitgliederzahl des Liederkranz stieg bis 1922 auf 1.118. Hinzu kam eine rege Sangestätigkeit in Form von Stiftungs- und Frühjahrskonzerten sowie von verschiedenen Gesangsveranstaltungen in ganz Baden. 1932 wurde dem Liederkranz durch den Badischen Sängerbund die Conradin-Kreutzer-Medaille verliehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; 1933 sank die Zahl der Vereinsmitglieder des Liederkranz um fast die Hälfte auf 636. Die Aktivitäten gingen nicht zuletzt durch die Zerstörung des Vereinslokals Klapphorn (1942) und des neuen Domizils &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0277&amp;quot;&amp;gt;Friedrichshof&amp;lt;/lex&amp;gt; (1944) bei &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0037&amp;quot;&amp;gt;Luftangriffen&amp;lt;/lex&amp;gt; stetig zurück und wurden schließlich eingestellt. Bei Kriegsende war die Mitgliederzahl unter 150 Aktive gesunken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Februar 1946 nahm der Liederkranz seine Vereinstätigkeit wieder auf. Im März 1960 schloss er sich mit dem Verein Liederhalle Karlsruhe zum Gesangverein Karlsruher Liederkranz-Liederhalle 1841/42 zusammen. Zehn Jahre später, im März 1970, erfolgte der Beitritt des Vereins &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0455&amp;quot;&amp;gt;Concordia Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;. Die neue Gesangsgemeinschaft gab sich den Namen Karlsruher Männerchor e.V.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Mitgliederversammlung 1974 beschlossen hatte, einen Frauenchor zu gründen, fand dieser regen Zulauf. Dieser Entwicklung Rechnung tragend, erfolgte 1975 die Änderung des Vereinsnamens in Karlsruher Männer- und Frauenchor e.V. Liederkranz-Liederhalle-Concordia. 2009 stimmten die Mitglieder für die Umbenennung des Vereins in Fächerchor Karlsruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angesichts des russischen Angriffskrieges und der Ankunft zahlreicher Geflüchteter in Karlsruhe öffnete sich der Fächerchor Karlsruhe im Mai 2022 gezielt für aus der Ukraine geflüchtete Sängerinnen und Sänger. Unter der Leitung des aus der Ukraine stammenden Chorleiters Peter Arestov entstand daraus der erste deutsch-ukrainische Chor Deutschlands. Das Integrationsprojekt verbindet seither deutsche und ukrainische Chormitglieder und wird von Kulturbürgermeister Dr. Albert Käuflein als Schirmherrn unterstützt. Das Repertoire umfasst nun auch ukrainische Chorliteratur, Konzerte und Benefizveranstaltungen stehen verstärkt im Zeichen des kulturellen Austauschs sowie der Verständigung und des Friedens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 2023 – rund ein Jahr nach der Neugründung – feierte das Ensemble in der Johannis-Paulus-Kirche am Werderplatz seinen ersten abendfüllenden Konzertauftritt mit einem internationalen Programm. Inzwischen hat sich der Chor fest in der Karlsruher Kulturszene etabliert, arbeitet eng mit dem Badischen Staatstheater zusammen und begleitet offizielle Veranstaltungen der Stadt ebenso wie zum Beispiel universitäre Feierstunden des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;René Gilbert 2016/2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
150 Jahre Karlsruher Männer- und Frauenchor e.V., Liederkranz-Liederhalle-Concordia 1841-1991, Festschrift, hrsg. vom Karlsruher Männer- und Frauenchor e.V, Karlsruhe 1991; Peter Pretsch: &amp;quot;Geöffnetes Narren-Turney&amp;quot;. Geschichte der Karlsruher Fastnacht im Spiegel gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen, Karlsruhe 1995, passim (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 16); Susanne Asche/Ernst Otto Bräunche/Manfred Koch/Heinz Schmitt/Christina Wagner: Karlsruhe – Die Stadtgeschichte, Karlsruhe 1998, passim; Homepage des Fächerchors Karlsruhe: [https://faecherchor.de/] ](Zugriff am 29. Juli 2026).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-0446&amp;diff=599004</id>
		<title>De:Lexikon:ins-0446</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Gesangverein Liederkranz (Fächerchor Karlsruhe) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Gesangverein Liederkranz (Fächerchor Karlsruhe)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0446_1.jpg|200px|thumb|left|Gruppenfoto des Gesangvereins Liederkranz, um 1900, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIV 463.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0446_2.jpg|200px|thumb|left|Hebelfeier des Gesangvereins Liederkranz-Liederhalle 1841/42 im Foyer des Karlsruher Schlosses, 1970, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A19/50/5/38.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Gesangverein Liederkranz (Fächerchor Karlsruhe)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gesangverein Liederkranz ist ein als Männerchor gegründeter, ehemals eigenständiger Gesangverein. Er wurde am 20. Oktober 1841 von dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0558&amp;quot;&amp;gt;Durlacher&amp;lt;/lex&amp;gt; Musiklehrer Carl Spohn gegründet und ist damit der älteste, heute noch bestehende reine Gesangverein in Karlsruhe. 1842 hatte der Liederkranz 90 Mitglieder, zu seinem 25. Jubiläum 1866 waren es bereits 300. Bis zum Beginn des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; stieg seine Mitgliederzahl auf rund 700.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist gemeinsam mit dem Karlsruher Gesangverein &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0445&amp;quot;&amp;gt;Liederhalle&amp;lt;/lex&amp;gt; beteiligte sich der Liederkranz in den folgenden Jahrzehnten an verschiedenen gesanglichen Aktivitäten in Baden wie dem Badischen Gesangsfest (ab 1844), den &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0272&amp;quot;&amp;gt;Hebel&amp;lt;/lex&amp;gt;-Feiern in Schwetzingen (ab 1856) oder dem Badischen Sängerbundfest (ab 1870). Auf Deutschland bezogen nahm der Männerchor an den Festen des Deutschen Sängerbunds (ab 1865) teil. Die häufigsten Auftritte hatte der Liederkranz jedoch in Karlsruhe, wo er regelmäßig Stiftungskonzerte sowie Chor- und Orchesterkonzerte veranstaltete und bei verschiedenen offiziellen Anlässen zu Ehren der großherzoglichen Familie auftrat. Während des Ersten Weltkriegs trat der Verein in Lazaretten auf, meist in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1233&amp;quot;&amp;gt;Festhalle&amp;lt;/lex&amp;gt;, und beteiligte sich an verschiedenen Wohltätigkeitskonzerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Jahren der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; verzeichnete das vereinsmäßige Chorsingen in Karlsruhe einen bemerkenswerten Anstieg. Die Mitgliederzahl des Liederkranz stieg bis 1922 auf 1.118. Hinzu kam eine rege Sangestätigkeit in Form von Stiftungs- und Frühjahrskonzerten sowie von verschiedenen Gesangsveranstaltungen in ganz Baden. 1932 wurde dem Liederkranz durch den Badischen Sängerbund die Conradin-Kreutzer-Medaille verliehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; 1933 sank die Zahl der Vereinsmitglieder des Liederkranz um fast die Hälfte auf 636. Die Aktivitäten gingen nicht zuletzt durch die Zerstörung des Vereinslokals Klapphorn (1942) und des neuen Domizils &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0277&amp;quot;&amp;gt;Friedrichshof&amp;lt;/lex&amp;gt; (1944) bei &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0037&amp;quot;&amp;gt;Luftangriffen&amp;lt;/lex&amp;gt; stetig zurück und wurden schließlich eingestellt. Bei Kriegsende war die Mitgliederzahl unter 150 Aktive gesunken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Februar 1946 nahm der Liederkranz seine Vereinstätigkeit wieder auf. Im März 1960 schloss er sich mit dem Verein Liederhalle Karlsruhe zum Gesangverein Karlsruher Liederkranz-Liederhalle 1841/42 zusammen. Zehn Jahre später, im März 1970, erfolgte der Beitritt des Vereins &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0455&amp;quot;&amp;gt;Concordia Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;. Die neue Gesangsgemeinschaft gab sich den Namen Karlsruher Männerchor e.V.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Mitgliederversammlung 1974 beschlossen hatte, einen Frauenchor zu gründen, fand dieser regen Zulauf. Dieser Entwicklung Rechnung tragend, erfolgte 1975 die Änderung des Vereinsnamens in Karlsruher Männer- und Frauenchor e.V. Liederkranz-Liederhalle-Concordia. 2009 stimmten die Mitglieder für die Umbenennung des Vereins in Fächerchor Karlsruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angesichts des russischen Angriffskrieges und der Ankunft zahlreicher Geflüchteter in Karlsruhe öffnete sich der Fächerchor Karlsruhe im Mai 2022 gezielt für aus der Ukraine geflüchtete Sängerinnen und Sänger. Unter der Leitung des aus der Ukraine stammenden Chorleiters Peter Arestov entstand daraus der erste deutsch-ukrainische Chor Deutschlands. Das Integrationsprojekt verbindet seither deutsche und ukrainische Chormitglieder und wird von Kulturbürgermeister Dr. Albert Käuflein als Schirmherrn unterstützt. Das Repertoire umfasst nun auch ukrainische Chorliteratur, Konzerte und Benefizveranstaltungen stehen verstärkt im Zeichen des kulturellen Austauschs sowie der Verständigung und des Friedens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 2023 – rund ein Jahr nach der Neugründung – feierte das Ensemble in der Johannis-Paulus-Kirche am Werderplatz seinen ersten abendfüllenden Konzertauftritt mit einem internationalen Programm. Inzwischen hat sich der Chor fest in der Karlsruher Kulturszene etabliert, arbeitet eng mit dem Badischen Staatstheater zusammen und begleitet offizielle Veranstaltungen der Stadt ebenso wie zum Beispiel universitäre Feierstunden des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;René Gilbert 2016&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
150 Jahre Karlsruher Männer- und Frauenchor e.V., Liederkranz-Liederhalle-Concordia 1841-1991, Festschrift, hrsg. vom Karlsruher Männer- und Frauenchor e.V, Karlsruhe 1991; Peter Pretsch: &amp;quot;Geöffnetes Narren-Turney&amp;quot;. Geschichte der Karlsruher Fastnacht im Spiegel gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen, Karlsruhe 1995, passim (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 16); Susanne Asche/Ernst Otto Bräunche/Manfred Koch/Heinz Schmitt/Christina Wagner: Karlsruhe – Die Stadtgeschichte, Karlsruhe 1998, passim; Homepage des Fächerchors Karlsruhe: [https://faecherchor.de/] ](Zugriff am 29. Juli 2026).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-0446&amp;diff=599003</id>
		<title>De:Lexikon:ins-0446</title>
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		<updated>2026-07-29T10:49:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Gesangverein Liederkranz (Fächerchor Karlsruhe) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Gesangverein Liederkranz (Fächerchor Karlsruhe)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0446_1.jpg|200px|thumb|left|Gruppenfoto des Gesangvereins Liederkranz, um 1900, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIV 463.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0446_2.jpg|200px|thumb|left|Hebelfeier des Gesangvereins Liederkranz-Liederhalle 1841/42 im Foyer des Karlsruher Schlosses, 1970, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A19/50/5/38.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Gesangverein Liederkranz (Fächerchor Karlsruhe)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gesangverein Liederkranz ist ein als Männerchor gegründeter, ehemals eigenständiger Gesangverein. Er wurde am 20. Oktober 1841 von dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0558&amp;quot;&amp;gt;Durlacher&amp;lt;/lex&amp;gt; Musiklehrer Carl Spohn gegründet und ist damit der älteste, heute noch bestehende reine Gesangverein in Karlsruhe. 1842 hatte der Liederkranz 90 Mitglieder, zu seinem 25. Jubiläum 1866 waren es bereits 300. Bis zum Beginn des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; stieg seine Mitgliederzahl auf rund 700.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist gemeinsam mit dem Karlsruher Gesangverein &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0445&amp;quot;&amp;gt;Liederhalle&amp;lt;/lex&amp;gt; beteiligte sich der Liederkranz in den folgenden Jahrzehnten an verschiedenen gesanglichen Aktivitäten in Baden wie dem Badischen Gesangsfest (ab 1844), den &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0272&amp;quot;&amp;gt;Hebel&amp;lt;/lex&amp;gt;-Feiern in Schwetzingen (ab 1856) oder dem Badischen Sängerbundfest (ab 1870). Auf Deutschland bezogen nahm der Männerchor an den Festen des Deutschen Sängerbunds (ab 1865) teil. Die häufigsten Auftritte hatte der Liederkranz jedoch in Karlsruhe, wo er regelmäßig Stiftungskonzerte sowie Chor- und Orchesterkonzerte veranstaltete und bei verschiedenen offiziellen Anlässen zu Ehren der großherzoglichen Familie auftrat. Während des Ersten Weltkriegs trat der Verein in Lazaretten auf, meist in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1233&amp;quot;&amp;gt;Festhalle&amp;lt;/lex&amp;gt;, und beteiligte sich an verschiedenen Wohltätigkeitskonzerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Jahren der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; verzeichnete das vereinsmäßige Chorsingen in Karlsruhe einen bemerkenswerten Anstieg. Die Mitgliederzahl des Liederkranz stieg bis 1922 auf 1.118. Hinzu kam eine rege Sangestätigkeit in Form von Stiftungs- und Frühjahrskonzerten sowie von verschiedenen Gesangsveranstaltungen in ganz Baden. 1932 wurde dem Liederkranz durch den Badischen Sängerbund die Conradin-Kreutzer-Medaille verliehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; 1933 sank die Zahl der Vereinsmitglieder des Liederkranz um fast die Hälfte auf 636. Die Aktivitäten gingen nicht zuletzt durch die Zerstörung des Vereinslokals Klapphorn (1942) und des neuen Domizils &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0277&amp;quot;&amp;gt;Friedrichshof&amp;lt;/lex&amp;gt; (1944) bei &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0037&amp;quot;&amp;gt;Luftangriffen&amp;lt;/lex&amp;gt; stetig zurück und wurden schließlich eingestellt. Bei Kriegsende war die Mitgliederzahl unter 150 Aktive gesunken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Februar 1946 nahm der Liederkranz seine Vereinstätigkeit wieder auf. Im März 1960 schloss er sich mit dem Verein Liederhalle Karlsruhe zum Gesangverein Karlsruher Liederkranz-Liederhalle 1841/42 zusammen. Zehn Jahre später, im März 1970, erfolgte der Beitritt des Vereins &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0455&amp;quot;&amp;gt;Concordia Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;. Die neue Gesangsgemeinschaft gab sich den Namen Karlsruher Männerchor e.V.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Mitgliederversammlung 1974 beschlossen hatte, einen Frauenchor zu gründen, fand dieser regen Zulauf. Dieser Entwicklung Rechnung tragend, erfolgte 1975 die Änderung des Vereinsnamens in Karlsruher Männer- und Frauenchor e.V. Liederkranz-Liederhalle-Concordia. 2009 stimmten die Mitglieder für die Umbenennung des Vereins in Fächerchor Karlsruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angesichts des russischen Angriffskrieges und der Ankunft zahlreicher Geflüchteter in Karlsruhe öffnete sich der Fächerchor Karlsruhe im Mai 2022 gezielt für aus der Ukraine geflüchtete Sängerinnen und Sänger. Unter der Leitung des aus der Ukraine stammenden Chorleiters Peter Arestov entstand daraus der erste deutsch-ukrainische Chor Deutschlands. Das Integrationsprojekt verbindet seither deutsche und ukrainische Chormitglieder und wird von Kulturbürgermeister Dr. Albert Käuflein als Schirmherrn unterstützt. Das Repertoire umfasst nun auch ukrainische Chorliteratur, Konzerte und Benefizveranstaltungen stehen verstärkt im Zeichen des kulturellen Austauschs sowie der Verständigung und des Friedens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 2023 – rund ein Jahr nach der Neugründung – feierte das Ensemble in der Johannis-Paulus-Kirche am Werderplatz seinen ersten abendfüllenden Konzertauftritt mit einem internationalen Programm. Inzwischen hat sich der Chor fest in der Karlsruher Kulturszene etabliert, arbeitet eng mit dem Badischen Staatstheater zusammen und begleitet offizielle Veranstaltungen der Stadt ebenso wie zum Beispiel universitäre Feierstunden des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Chorprobe des Vereins findet mittwochs von 19:30 Uhr bis 21:00 Uhr im Gemeindesaal der evangelischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1259&amp;quot;&amp;gt;Johannis-Paulus-Gemeinde&amp;lt;/lex&amp;gt; in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1806&amp;quot;&amp;gt;Luisenstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 53 statt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;René Gilbert 2016&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
150 Jahre Karlsruher Männer- und Frauenchor e.V., Liederkranz-Liederhalle-Concordia 1841-1991, Festschrift, hrsg. vom Karlsruher Männer- und Frauenchor e.V, Karlsruhe 1991; Peter Pretsch: &amp;quot;Geöffnetes Narren-Turney&amp;quot;. Geschichte der Karlsruher Fastnacht im Spiegel gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen, Karlsruhe 1995, passim (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 16); Susanne Asche/Ernst Otto Bräunche/Manfred Koch/Heinz Schmitt/Christina Wagner: Karlsruhe – Die Stadtgeschichte, Karlsruhe 1998, passim; Homepage des Fächerchors Karlsruhe: [https://faecherchor-karlsruhe.de/ https://faecherchor-karlsruhe.de](Zugriff am 21. Juli 2025).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0865&amp;diff=599002</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0865</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0865&amp;diff=599002"/>
		<updated>2026-07-27T20:18:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Nathanael Weil (der ältere) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Nathanael Weil (der ältere)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei: bio-0865_1.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Nathanael Weil, Leo Baeck Institute New York.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei: bio-865_2.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Titelblatt des Korban Netanel, aus: Moshe Nathan Rosenfeld (Hrsg.): Jewish printing in Karlsruhe, Jerusalem 1997, S. 13.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Nathanael Weil (der ältere)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0297&amp;quot;&amp;gt;Rabbiner&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 1687 Stühlingen, † 7. Mai 1769 Rastatt, jüd., ∞ 1708 Feigele, Nichte von Abraham Brod, 7 Kinder.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nathanael (auch Netanel) Weil stammt aus einer alten Rabbinerfamilie in Deutschland. Sein Großvater Moses Meir (auch Maharam) Weil kam 1672 in die fürstenbergische Stadt Stühlingen. Vater Naphtali Hirsch und dessen Bruder Eisik Weil fielen dort 1692 einem Mord zum Opfer. Er betrieb auf Wunsch der Mutter Talmudstudien und wurde mit zehn Jahren auf die seinerzeit bedeutende Talmudhochschule nach Fürth geschickt. Von dort ging er nach Prag zu dem bekannten Rabbiner Abraham Brod. Als einer seiner eifrigsten Schüler folgte er ihm 1709 nach Metz und 1713 nach Frankfurt a. M., wo dieser ihn als Rabbiner nach Offenbach vermittelte. Nach Brods Tod kehrte er 1717 nach Prag zurück und lebte mühsam als Privatgelehrter, seine Ehefrau besorgte den Lebensunterhalt mit. Weil beschäftigte sich intensiv mit der Kabbala (jüdische Mystik).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Nach der Vertreibung der Juden aus Prag und Böhmen durch Edikt der Kaiserin Maria Theresia 1744 in der Folge des Österreichischen Erbfolgekrieges (1740-1748) bekam er dank seines Ansehens unter den gelehrten Juden 1745 die Stelle des Landesrabbiners in der Ritterschaft Neckar-Schwarzwald und lebte dazu in Mühringen (heute Stadtteil von Horb a. N.). 1750 wurde er zunächst auf drei Jahre zum Oberlandrabbiner in Baden (Landesrabbiner für die Markgrafschaften Baden-Durlach und Baden-Baden) nach Karlsruhe berufen. Diese Stellung nahm er bis zu seinem Tod ein, der ihn 1769 während einer Versammlung jüdischer Gemeinden der Markgrafschaft Baden-Baden ereilte. Die Einrichtung einer Talmudschule in Karlsruhe wurde ihm allerdings von Markgraf &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0564&amp;quot;&amp;gt;Karl Friedrich&amp;lt;/lex&amp;gt; nicht gestattet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Karlsruhe hatte er sein bedeutendstes Werk über Textvarianten des Talmudkommentars von Ascher ben Jechiel, den &amp;quot;Korban Netanel&amp;quot;, vollendet. Die 1755 hier veröffentlichte Studie begründete eine lange Tradition hebräischer Drucke aus Karlsruhe. Sein Sohn Hirsch veröffentlichte postum weitere seiner Werke. Weil wurde nach einem Konflikt der Landjudenschaften Baden-Baden und Baden-Durlach um den Begräbnisort auf dem ersten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1361&amp;quot;&amp;gt;jüdischen Friedhof&amp;lt;/lex&amp;gt; in Karlsruhe am heutigen &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1909&amp;quot;&amp;gt;Mendelssohnplatz&amp;lt;/lex&amp;gt; beerdigt. Bei dessen Verlegung 1898 wurde auch sein Grab auf den neuen Friedhof an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; verlegt. Dieses ist heute mit dem inzwischen ersetzten Grabstein Ziel zahlreicher frommer jüdischer Besucher aus aller Welt. Der älteste Sohn &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0817&amp;quot;&amp;gt;Tia Weil&amp;lt;/lex&amp;gt; übernahm nach einem Trauerjahr 1770 seine Nachfolge.	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 2023 wurde die &amp;lt;lex id=&amp;quot;top3386&amp;quot;&amp;gt;Netanel-Weil-Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2109&amp;quot;&amp;gt;Oststadt&amp;lt;/lex&amp;gt; benannt, die von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0965&amp;quot;&amp;gt;Gottesauer Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; führt. 2026 beschloss die jüdische Gemeinde die Umbennung der Karlsruher Synagoge an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1579&amp;quot;&amp;gt;Knielinger Allee&amp;lt;/lex&amp;gt; in &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1950&amp;quot;&amp;gt;Korban Netanel-Synagoge&amp;lt;/lex&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jürgen Schuhladen-Krämer 2013&#039;&#039;	&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Korban Netanel, Karlsruhe 1755 [&amp;quot;Nathanaels Opfer&amp;quot;]; Netib Hayyim. Fürth 1779; Torat Netan&#039;el, Fürth, 1795.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Leopold Löwenstein: Nathanael Weil, Oberlandrabbiner in Karlsruhe und seine Familie, Frankfurt a. M. 1898 (mit Quellenanhang) (= Beiträge zur Geschichte der Juden in Deutschland, Bd II); Berthold Rosenthal: Heimatgeschichte der badischen Juden. Bühl 1927, S. 221-223; Carsten Wilke/Michael Brocke (Hrsg.): Biographisches Handbuch der Rabbiner, Teil 1. Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutschen, böhmischen und großpolnischen Ländern 1781−1871, bearb. von Carsten Wilke, Bd. 2, München 2004.&lt;br /&gt;
Moshe Nathan Rosenfeld (Hrsg.): Jewish printing in Karlsruhe, Jerusalem 1997.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Nathanael Weil (der ältere) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Nathanael Weil (der ältere)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei: bio-0865_1.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Nathanael Weil, Leo Baeck Institute New York.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei: bio-865_2.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Titelblatt des Korban Netanel, aus: Moshe Nathan Rosenfeld (Hrsg.): Jewish printing in Karlsruhe, Jerusalem 1997, S. 13.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Nathanael Weil (der ältere)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0297&amp;quot;&amp;gt;Rabbiner&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 1687 Stühlingen, † 7. Mai 1769 Rastatt, jüd., ∞ 1708 Feigele, Nichte von Abraham Brod, 7 Kinder.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nathanael (auch Netanel) Weil stammt aus einer alten Rabbinerfamilie in Deutschland. Sein Großvater Moses Meir (auch Maharam) Weil kam 1672 in die fürstenbergische Stadt Stühlingen. Vater Naphtali Hirsch und dessen Bruder Eisik Weil fielen dort 1692 einem Mord zum Opfer. Er betrieb auf Wunsch der Mutter Talmudstudien und wurde mit zehn Jahren auf die seinerzeit bedeutende Talmudhochschule nach Fürth geschickt. Von dort ging er nach Prag zu dem bekannten Rabbiner Abraham Brod. Als einer seiner eifrigsten Schüler folgte er ihm 1709 nach Metz und 1713 nach Frankfurt a. M., wo dieser ihn als Rabbiner nach Offenbach vermittelte. Nach Brods Tod kehrte er 1717 nach Prag zurück und lebte mühsam als Privatgelehrter, seine Ehefrau besorgte den Lebensunterhalt mit. Weil beschäftigte sich intensiv mit der Kabbala (jüdische Mystik).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Nach der Vertreibung der Juden aus Prag und Böhmen durch Edikt der Kaiserin Maria Theresia 1744 in der Folge des Österreichischen Erbfolgekrieges (1740-1748) bekam er dank seines Ansehens unter den gelehrten Juden 1745 die Stelle des Landesrabbiners in der Ritterschaft Neckar-Schwarzwald und lebte dazu in Mühringen (heute Stadtteil von Horb a. N.). 1750 wurde er zunächst auf drei Jahre zum Oberlandrabbiner in Baden (Landesrabbiner für die Markgrafschaften Baden-Durlach und Baden-Baden) nach Karlsruhe berufen. Diese Stellung nahm er bis zu seinem Tod ein, der ihn 1769 während einer Versammlung jüdischer Gemeinden der Markgrafschaft Baden-Baden ereilte. Die Einrichtung einer Talmudschule in Karlsruhe wurde ihm allerdings von Markgraf &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0564&amp;quot;&amp;gt;Karl Friedrich&amp;lt;/lex&amp;gt; nicht gestattet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Karlsruhe hatte er sein bedeutendstes Werk über Textvarianten des Talmudkommentars von Ascher ben Jechiel, den &amp;quot;Korban Netanel&amp;quot;, vollendet. Die 1755 hier veröffentlichte Studie begründete eine lange Tradition hebräischer Drucke aus Karlsruhe. Sein Sohn Hirsch veröffentlichte postum weitere seiner Werke. Weil wurde nach einem Konflikt der Landjudenschaften Baden-Baden und Baden-Durlach um den Begräbnisort auf dem ersten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1361&amp;quot;&amp;gt;jüdischen Friedhof&amp;lt;/lex&amp;gt; in Karlsruhe am heutigen &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1909&amp;quot;&amp;gt;Mendelssohnplatz&amp;lt;/lex&amp;gt; beerdigt. Bei dessen Verlegung 1898 wurde auch sein Grab auf den neuen Friedhof an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; verlegt. Dieses ist heute mit dem inzwischen ersetzten Grabstein Ziel zahlreicher frommer jüdischer Besucher aus aller Welt. Der älteste Sohn &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0817&amp;quot;&amp;gt;Tia Weil&amp;lt;/lex&amp;gt; übernahm nach einem Trauerjahr 1770 seine Nachfolge.	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 2023 wurde die &amp;lt;lex id=&amp;quot;top3386&amp;quot;&amp;gt;Netanel-Weil-Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2109&amp;quot;&amp;gt;Oststadt&amp;lt;/lex&amp;gt; benannt, die von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0965&amp;quot;&amp;gt;Gottesauer Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; führt. 2026 wurde die Karlsruhe Synagoge an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1579&amp;quot;&amp;gt;Knielinger Allee&amp;lt;/lex&amp;gt; in &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1950&amp;quot;&amp;gt;Korban Netanel-Synagoge&amp;lt;/lex&amp;gt; umbenannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jürgen Schuhladen-Krämer 2013&#039;&#039;	&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Korban Netanel, Karlsruhe 1755 [&amp;quot;Nathanaels Opfer&amp;quot;]; Netib Hayyim. Fürth 1779; Torat Netan&#039;el, Fürth, 1795.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Leopold Löwenstein: Nathanael Weil, Oberlandrabbiner in Karlsruhe und seine Familie, Frankfurt a. M. 1898 (mit Quellenanhang) (= Beiträge zur Geschichte der Juden in Deutschland, Bd II); Berthold Rosenthal: Heimatgeschichte der badischen Juden. Bühl 1927, S. 221-223; Carsten Wilke/Michael Brocke (Hrsg.): Biographisches Handbuch der Rabbiner, Teil 1. Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutschen, böhmischen und großpolnischen Ländern 1781−1871, bearb. von Carsten Wilke, Bd. 2, München 2004.&lt;br /&gt;
Moshe Nathan Rosenfeld (Hrsg.): Jewish printing in Karlsruhe, Jerusalem 1997.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Nathanael Weil (der ältere) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Nathanael Weil (der ältere)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei: bio-0865_1.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Nathanael Weil, Leo Baeck Institute New York.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei: bio-865_2.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Titelblatt des Korban Netanel, aus: Moshe Nathan Rosenfeld (Hrsg.): Jewish printing in Karlsruhe, Jerusalem 1997, S. 13.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Nathanael Weil (der ältere)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0297&amp;quot;&amp;gt;Rabbiner&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 1687 Stühlingen, † 7. Mai 1769 Rastatt, jüd., ∞ 1708 Feigele, Nichte von Abraham Brod, 7 Kinder.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nathanael (auch Netanel) Weil stammt aus einer alten Rabbinerfamilie in Deutschland. Sein Großvater Moses Meir (auch Maharam) Weil kam 1672 in die fürstenbergische Stadt Stühlingen. Vater Naphtali Hirsch und dessen Bruder Eisik Weil fielen dort 1692 einem Mord zum Opfer. Er betrieb auf Wunsch der Mutter Talmudstudien und wurde mit zehn Jahren auf die seinerzeit bedeutende Talmudhochschule nach Fürth geschickt. Von dort ging er nach Prag zu dem bekannten Rabbiner Abraham Brod. Als einer seiner eifrigsten Schüler folgte er ihm 1709 nach Metz und 1713 nach Frankfurt a. M., wo dieser ihn als Rabbiner nach Offenbach vermittelte. Nach Brods Tod kehrte er 1717 nach Prag zurück und lebte mühsam als Privatgelehrter, seine Ehefrau besorgte den Lebensunterhalt mit. Weil beschäftigte sich intensiv mit der Kabbala (jüdische Mystik).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Nach der Vertreibung der Juden aus Prag und Böhmen durch Edikt der Kaiserin Maria Theresia 1744 in der Folge des Österreichischen Erbfolgekrieges (1740-1748) bekam er dank seines Ansehens unter den gelehrten Juden 1745 die Stelle des Landesrabbiners in der Ritterschaft Neckar-Schwarzwald und lebte dazu in Mühringen (heute Stadtteil von Horb a. N.). 1750 wurde er zunächst auf drei Jahre zum Oberlandrabbiner in Baden (Landesrabbiner für die Markgrafschaften Baden-Durlach und Baden-Baden) nach Karlsruhe berufen. Diese Stellung nahm er bis zu seinem Tod ein, der ihn 1769 während einer Versammlung jüdischer Gemeinden der Markgrafschaft Baden-Baden ereilte. Die Einrichtung einer Talmudschule in Karlsruhe wurde ihm allerdings von Markgraf &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0564&amp;quot;&amp;gt;Karl Friedrich&amp;lt;/lex&amp;gt; nicht gestattet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Karlsruhe hatte er sein bedeutendstes Werk über Textvarianten des Talmudkommentars von Ascher ben Jechiel, den &amp;quot;Korban Netanel&amp;quot;, vollendet. Die 1755 hier veröffentlichte Studie begründete eine lange Tradition hebräischer Drucke aus Karlsruhe. Sein Sohn Hirsch veröffentlichte postum weitere seiner Werke. Weil wurde nach einem Konflikt der Landjudenschaften Baden-Baden und Baden-Durlach um den Begräbnisort auf dem ersten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1361&amp;quot;&amp;gt;jüdischen Friedhof&amp;lt;/lex&amp;gt; in Karlsruhe am heutigen &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1909&amp;quot;&amp;gt;Mendelssohnplatz&amp;lt;/lex&amp;gt; beerdigt. Bei dessen Verlegung 1898 wurde auch sein Grab auf den neuen Friedhof an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; verlegt. Dieses ist heute mit dem inzwischen ersetzten Grabstein Ziel zahlreicher frommer jüdischer Besucher aus aller Welt. Der älteste Sohn &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0817&amp;quot;&amp;gt;Tia Weil&amp;lt;/lex&amp;gt; übernahm nach einem Trauerjahr 1770 seine Nachfolge.	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 1923 wurde die Netanel-Weil-Straße in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2109&amp;quot;&amp;gt;Oststadt&amp;lt;/lex&amp;gt; benannt, die von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0965&amp;quot;&amp;gt;Gottesauer Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; führt. 2026 wurde die Karlsruhe Synagoge an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1579&amp;quot;&amp;gt;Knielinger Allee&amp;lt;/lex&amp;gt; in Korban Netanel &amp;quot;Zu Ehren des großen Talmudkommentators Rabbiner Netanel Weil, des Verfassers des Werkes „Korban Netanel“, umbenannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jürgen Schuhladen-Krämer 2013&#039;&#039;	&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Korban Netanel, Karlsruhe 1755 [&amp;quot;Nathanaels Opfer&amp;quot;]; Netib Hayyim. Fürth 1779; Torat Netan&#039;el, Fürth, 1795.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Leopold Löwenstein: Nathanael Weil, Oberlandrabbiner in Karlsruhe und seine Familie, Frankfurt a. M. 1898 (mit Quellenanhang) (= Beiträge zur Geschichte der Juden in Deutschland, Bd II); Berthold Rosenthal: Heimatgeschichte der badischen Juden. Bühl 1927, S. 221-223; Carsten Wilke/Michael Brocke (Hrsg.): Biographisches Handbuch der Rabbiner, Teil 1. Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutschen, böhmischen und großpolnischen Ländern 1781−1871, bearb. von Carsten Wilke, Bd. 2, München 2004.&lt;br /&gt;
Moshe Nathan Rosenfeld (Hrsg.): Jewish printing in Karlsruhe, Jerusalem 1997.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Nathanael Weil (der ältere) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Nathanael Weil (der ältere)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei: bio-0865_1.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Nathanael Weil, Leo Baeck Institute New York.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei: bio-865_2.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Titelblatt des Korban Netanel, aus: Moshe Nathan Rosenfeld (Hrsg.): Jewish printing in Karlsruhe, Jerusalem 1997, S. 13.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Nathanael Weil (der ältere)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0297&amp;quot;&amp;gt;Rabbiner&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 1687 Stühlingen, † 7. Mai 1769 Rastatt, jüd., ∞ 1708 Feigele, Nichte von Abraham Brod, 7 Kinder.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nathanael (auch Netanel) Weil stammt aus einer alten Rabbinerfamilie in Deutschland. Sein Großvater Moses Meir (auch Maharam) Weil kam 1672 in die fürstenbergische Stadt Stühlingen. Vater Naphtali Hirsch und dessen Bruder Eisik Weil fielen dort 1692 einem Mord zum Opfer. Er betrieb auf Wunsch der Mutter Talmudstudien und wurde mit zehn Jahren auf die seinerzeit bedeutende Talmudhochschule nach Fürth geschickt. Von dort ging er nach Prag zu dem bekannten Rabbiner Abraham Brod. Als einer seiner eifrigsten Schüler folgte er ihm 1709 nach Metz und 1713 nach Frankfurt a. M., wo dieser ihn als Rabbiner nach Offenbach vermittelte. Nach Brods Tod kehrte er 1717 nach Prag zurück und lebte mühsam als Privatgelehrter, seine Ehefrau besorgte den Lebensunterhalt mit. Weil beschäftigte sich intensiv mit der Kabbala (jüdische Mystik).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Nach der Vertreibung der Juden aus Prag und Böhmen durch Edikt der Kaiserin Maria Theresia 1744 in der Folge des Österreichischen Erbfolgekrieges (1740-1748) bekam er dank seines Ansehens unter den gelehrten Juden 1745 die Stelle des Landesrabbiners in der Ritterschaft Neckar-Schwarzwald und lebte dazu in Mühringen (heute Stadtteil von Horb a. N.). 1750 wurde er zunächst auf drei Jahre zum Oberlandrabbiner in Baden (Landesrabbiner für die Markgrafschaften Baden-Durlach und Baden-Baden) nach Karlsruhe berufen. Diese Stellung nahm er bis zu seinem Tod ein, der ihn 1769 während einer Versammlung jüdischer Gemeinden der Markgrafschaft Baden-Baden ereilte. Die Einrichtung einer Talmudschule in Karlsruhe wurde ihm allerdings von Markgraf &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0564&amp;quot;&amp;gt;Karl Friedrich&amp;lt;/lex&amp;gt; nicht gestattet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Karlsruhe hatte er sein bedeutendstes Werk über Textvarianten des Talmudkommentars von Ascher ben Jechiel, den &amp;quot;Korban Netanel&amp;quot;, vollendet. Die 1755 hier veröffentlichte Studie begründete eine lange Tradition hebräischer Drucke aus Karlsruhe. Sein Sohn Hirsch veröffentlichte postum weitere seiner Werke. Weil wurde nach einem Konflikt der Landjudenschaften Baden-Baden und Baden-Durlach um den Begräbnisort auf dem ersten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1361&amp;quot;&amp;gt;jüdischen Friedhof&amp;lt;/lex&amp;gt; in Karlsruhe am heutigen &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1909&amp;quot;&amp;gt;Mendelssohnplatz&amp;lt;/lex&amp;gt; beerdigt. Bei dessen Verlegung 1898 wurde auch sein Grab auf den neuen Friedhof an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; verlegt. Dieses ist heute mit dem inzwischen ersetzten Grabstein Ziel zahlreicher frommer jüdischer Besucher aus aller Welt. Der älteste Sohn &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0817&amp;quot;&amp;gt;Tia Weil&amp;lt;/lex&amp;gt; übernahm nach einem Trauerjahr 1770 seine Nachfolge.	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 1923 wurde die Netanel-Weil-Straße in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2109&amp;quot;&amp;gt;Oststadt&amp;lt;/lex&amp;gt; benannt, die von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0965&amp;quot;&amp;gt;Gottesauer Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; Gottesauer Straße zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; führt. 2026 wurde die Karlsruhe Synagoge an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1579&amp;quot;&amp;gt;Knielinger Allee&amp;lt;/lex&amp;gt; in Korban Netanel &amp;quot;Zu Ehren des großen Talmudkommentators Rabbiner Netanel Weil, des Verfassers des Werkes „Korban Netanel“, der mit der Stadt Karlsruhe verbunden war.“, umbenannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jürgen Schuhladen-Krämer 2013&#039;&#039;	&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Korban Netanel, Karlsruhe 1755 [&amp;quot;Nathanaels Opfer&amp;quot;]; Netib Hayyim. Fürth 1779; Torat Netan&#039;el, Fürth, 1795.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Leopold Löwenstein: Nathanael Weil, Oberlandrabbiner in Karlsruhe und seine Familie, Frankfurt a. M. 1898 (mit Quellenanhang) (= Beiträge zur Geschichte der Juden in Deutschland, Bd II); Berthold Rosenthal: Heimatgeschichte der badischen Juden. Bühl 1927, S. 221-223; Carsten Wilke/Michael Brocke (Hrsg.): Biographisches Handbuch der Rabbiner, Teil 1. Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutschen, böhmischen und großpolnischen Ländern 1781−1871, bearb. von Carsten Wilke, Bd. 2, München 2004.&lt;br /&gt;
Moshe Nathan Rosenfeld (Hrsg.): Jewish printing in Karlsruhe, Jerusalem 1997.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<updated>2026-07-27T10:34:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Nathanael Weil (der ältere) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Nathanael Weil (der ältere)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei: bio-0865_1.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Nathanael Weil, Leo Baeck Institute New York.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei: bio-865_2.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Titelblatt des Korban Netanel, aus: Moshe Nathan Rosenfeld (Hrsg.): Jewish printing in Karlsruhe, Jerusalem 1997, S. 13.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Nathanael Weil (der ältere)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0297&amp;quot;&amp;gt;Rabbiner&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 1687 Stühlingen, † 7. Mai 1769 Rastatt, jüd., ∞ 1708 Feigele, Nichte von Abraham Brod, 7 Kinder.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nathanael (auch Netanel) Weil stammt aus einer alten Rabbinerfamilie in Deutschland. Sein Großvater Moses Meir (auch Maharam) Weil kam 1672 in die fürstenbergische Stadt Stühlingen. Vater Naphtali Hirsch und dessen Bruder Eisik Weil fielen dort 1692 einem Mord zum Opfer. Er betrieb auf Wunsch der Mutter Talmudstudien und wurde mit zehn Jahren auf die seinerzeit bedeutende Talmudhochschule nach Fürth geschickt. Von dort ging er nach Prag zu dem bekannten Rabbiner Abraham Brod. Als einer seiner eifrigsten Schüler folgte er ihm 1709 nach Metz und 1713 nach Frankfurt a. M., wo dieser ihn als Rabbiner nach Offenbach vermittelte. Nach Brods Tod kehrte er 1717 nach Prag zurück und lebte mühsam als Privatgelehrter, seine Ehefrau besorgte den Lebensunterhalt mit. Weil beschäftigte sich intensiv mit der Kabbala (jüdische Mystik).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Nach der Vertreibung der Juden aus Prag und Böhmen durch Edikt der Kaiserin Maria Theresia 1744 in der Folge des Österreichischen Erbfolgekrieges (1740-1748) bekam er dank seines Ansehens unter den gelehrten Juden 1745 die Stelle des Landesrabbiners in der Ritterschaft Neckar-Schwarzwald und lebte dazu in Mühringen (heute Stadtteil von Horb a. N.). 1750 wurde er zunächst auf drei Jahre zum Oberlandrabbiner in Baden (Landesrabbiner für die Markgrafschaften Baden-Durlach und Baden-Baden) nach Karlsruhe berufen. Diese Stellung nahm er bis zu seinem Tod ein, der ihn 1769 während einer Versammlung jüdischer Gemeinden der Markgrafschaft Baden-Baden ereilte. Die Einrichtung einer Talmudschule in Karlsruhe wurde ihm allerdings von Markgraf &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0564&amp;quot;&amp;gt;Karl Friedrich&amp;lt;/lex&amp;gt; nicht gestattet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Karlsruhe hatte er sein bedeutendstes Werk über Textvarianten des Talmudkommentars von Ascher ben Jechiel, den &amp;quot;Korban Netanel&amp;quot;, vollendet. Die 1755 hier veröffentlichte Studie begründete eine lange Tradition hebräischer Drucke aus Karlsruhe. Sein Sohn Hirsch veröffentlichte postum weitere seiner Werke. Weil wurde nach einem Konflikt der Landjudenschaften Baden-Baden und Baden-Durlach um den Begräbnisort auf dem ersten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1361&amp;quot;&amp;gt;jüdischen Friedhof&amp;lt;/lex&amp;gt; in Karlsruhe am heutigen &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1909&amp;quot;&amp;gt;Mendelssohnplatz&amp;lt;/lex&amp;gt; beerdigt. Bei dessen Verlegung 1898 wurde auch sein Grab auf den neuen Friedhof an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; verlegt. Dieses ist heute mit dem inzwischen ersetzten Grabstein Ziel zahlreicher frommer jüdischer Besucher aus aller Welt. Der älteste Sohn &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0817&amp;quot;&amp;gt;Tia Weil&amp;lt;/lex&amp;gt; übernahm nach einem Trauerjahr 1770 seine Nachfolge.	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 1923 wurde die Netanel-Weil-Straße &amp;lt;mark&amp;gt;in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2109&amp;quot;&amp;gt;Oststadt&amp;lt;/lex&amp;gt; benannt, die von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0965&amp;quot;&amp;gt;Gottesauer Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; Gottesauer Straße zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; führt. 2026 wurde die Karlsruhe Synagoge an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1579&amp;quot;&amp;gt;Knielinger Allee&amp;lt;/lex&amp;gt; in Korban Netanel &amp;quot;Zu Ehren des großen Talmudkommentators Rabbiner Netanel Weil, des Verfassers des Werkes „Korban Netanel“, der mit der Stadt Karlsruhe verbunden war.“, umbenannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jürgen Schuhladen-Krämer 2013&#039;&#039;	&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Korban Netanel, Karlsruhe 1755 [&amp;quot;Nathanaels Opfer&amp;quot;]; Netib Hayyim. Fürth 1779; Torat Netan&#039;el, Fürth, 1795.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Leopold Löwenstein: Nathanael Weil, Oberlandrabbiner in Karlsruhe und seine Familie, Frankfurt a. M. 1898 (mit Quellenanhang) (= Beiträge zur Geschichte der Juden in Deutschland, Bd II); Berthold Rosenthal: Heimatgeschichte der badischen Juden. Bühl 1927, S. 221-223; Carsten Wilke/Michael Brocke (Hrsg.): Biographisches Handbuch der Rabbiner, Teil 1. Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutschen, böhmischen und großpolnischen Ländern 1781−1871, bearb. von Carsten Wilke, Bd. 2, München 2004.&lt;br /&gt;
Moshe Nathan Rosenfeld (Hrsg.): Jewish printing in Karlsruhe, Jerusalem 1997.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
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		<title>De:Lexikon:bio-0865</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Nathanael Weil (der ältere) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Nathanael Weil (der ältere)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei: bio-0865_1.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Nathanael Weil, Leo Baeck Institute New York.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei: bio-865_2.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Titelblatt des Korban Netanel, aus: Moshe Nathan Rosenfeld (Hrsg.): Jewish printing in Karlsruhe, Jerusalem 1997, S. 13.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Nathanael Weil (der ältere)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0297&amp;quot;&amp;gt;Rabbiner&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 1687 Stühlingen, † 7. Mai 1769 Rastatt, jüd., ∞ 1708 Feigele, Nichte von Abraham Brod, 7 Kinder.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nathanael (auch Netanel) Weil stammt aus einer alten Rabbinerfamilie in Deutschland. Sein Großvater Moses Meir (auch Maharam) Weil kam 1672 in die fürstenbergische Stadt Stühlingen. Vater Naphtali Hirsch und dessen Bruder Eisik Weil fielen dort 1692 einem Mord zum Opfer. Er betrieb auf Wunsch der Mutter Talmudstudien und wurde mit zehn Jahren auf die seinerzeit bedeutende Talmudhochschule nach Fürth geschickt. Von dort ging er nach Prag zu dem bekannten Rabbiner Abraham Brod. Als einer seiner eifrigsten Schüler folgte er ihm 1709 nach Metz und 1713 nach Frankfurt a. M., wo dieser ihn als Rabbiner nach Offenbach vermittelte. Nach Brods Tod kehrte er 1717 nach Prag zurück und lebte mühsam als Privatgelehrter, seine Ehefrau besorgte den Lebensunterhalt mit. Weil beschäftigte sich intensiv mit der Kabbala (jüdische Mystik).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Nach der Vertreibung der Juden aus Prag und Böhmen durch Edikt der Kaiserin Maria Theresia 1744 in der Folge des Österreichischen Erbfolgekrieges (1740-1748) bekam er dank seines Ansehens unter den gelehrten Juden 1745 die Stelle des Landesrabbiners in der Ritterschaft Neckar-Schwarzwald und lebte dazu in Mühringen (heute Stadtteil von Horb a. N.). 1750 wurde er zunächst auf drei Jahre zum Oberlandrabbiner in Baden (Landesrabbiner für die Markgrafschaften Baden-Durlach und Baden-Baden) nach Karlsruhe berufen. Diese Stellung nahm er bis zu seinem Tod ein, der ihn 1769 während einer Versammlung jüdischer Gemeinden der Markgrafschaft Baden-Baden ereilte. Die Einrichtung einer Talmudschule in Karlsruhe wurde ihm allerdings von Markgraf &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0564&amp;quot;&amp;gt;Karl Friedrich&amp;lt;/lex&amp;gt; nicht gestattet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Karlsruhe hatte er sein bedeutendstes Werk über Textvarianten des Talmudkommentars von Ascher ben Jechiel, den &amp;quot;Korban Netanel&amp;quot;, vollendet. Die 1755 hier veröffentlichte Studie begründete eine lange Tradition hebräischer Drucke aus Karlsruhe. Sein Sohn Hirsch veröffentlichte postum weitere seiner Werke. Weil wurde nach einem Konflikt der Landjudenschaften Baden-Baden und Baden-Durlach um den Begräbnisort auf dem ersten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1361&amp;quot;&amp;gt;jüdischen Friedhof&amp;lt;/lex&amp;gt; in Karlsruhe am heutigen &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1909&amp;quot;&amp;gt;Mendelssohnplatz&amp;lt;/lex&amp;gt; beerdigt. Bei dessen Verlegung 1898 wurde auch sein Grab auf den neuen Friedhof an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; verlegt. Dieses ist heute mit dem inzwischen ersetzten Grabstein Ziel zahlreicher frommer jüdischer Besucher aus aller Welt. Der älteste Sohn &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0817&amp;quot;&amp;gt;Tia Weil&amp;lt;/lex&amp;gt; übernahm nach einem Trauerjahr 1770 seine Nachfolge.	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 1923 wurde die Netanel-Weil-Straße &amp;lt;mark&amp;gt;in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2109&amp;quot;&amp;gt;Oststadt&amp;lt;/lex&amp;gt; benannt, die von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0965&amp;quot;&amp;gt;Gottesauer Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; Gottesauer Straße zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; führt. 2026 wurde die Karlsruhe Synagoge an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1579&amp;quot;&amp;gt;Knielinger Allee&amp;lt;/lex&amp;gt; in Korban Netanel &amp;quot;Zu Ehren des großen Talmudkommentators Rabbiner Netanel Weil, des Verfassers des Werkes „Korban Netanel“, der mit der Stadt Karlsruhe verbunden war.“, umbenannt. 		&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jürgen Schuhladen-Krämer 2013&#039;&#039;	&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Korban Netanel, Karlsruhe 1755 [&amp;quot;Nathanaels Opfer&amp;quot;]; Netib Hayyim. Fürth 1779; Torat Netan&#039;el, Fürth, 1795.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Leopold Löwenstein: Nathanael Weil, Oberlandrabbiner in Karlsruhe und seine Familie, Frankfurt a. M. 1898 (mit Quellenanhang) (= Beiträge zur Geschichte der Juden in Deutschland, Bd II); Berthold Rosenthal: Heimatgeschichte der badischen Juden. Bühl 1927, S. 221-223; Carsten Wilke/Michael Brocke (Hrsg.): Biographisches Handbuch der Rabbiner, Teil 1. Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutschen, böhmischen und großpolnischen Ländern 1781−1871, bearb. von Carsten Wilke, Bd. 2, München 2004.&lt;br /&gt;
Moshe Nathan Rosenfeld (Hrsg.): Jewish printing in Karlsruhe, Jerusalem 1997.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:bio-0865</title>
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		<updated>2026-07-27T10:25:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Nathanael Weil (der ältere) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Nathanael Weil (der ältere)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei: bio-0865_1.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Nathanael Weil, Leo Baeck Institute New York.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei: bio-865_2.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Titelblatt des Korban Netanel, aus: Moshe Nathan Rosenfeld (Hrsg.): Jewish printing in Karlsruhe, Jerusalem 1997, S. 13.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Nathanael Weil (der ältere)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0297&amp;quot;&amp;gt;Rabbiner&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 1687 Stühlingen, † 7. Mai 1769 Rastatt, jüd., ∞ 1708 Feigele, Nichte von Abraham Brod, 7 Kinder.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nathanael (auch Netanel) Weil stammt aus einer alten Rabbinerfamilie in Deutschland. Sein Großvater Moses Meir (auch Maharam) Weil kam 1672 in die fürstenbergische Stadt Stühlingen. Vater Naphtali Hirsch und dessen Bruder Eisik Weil fielen dort 1692 einem Mord zum Opfer. Er betrieb auf Wunsch der Mutter Talmudstudien und wurde mit zehn Jahren auf die seinerzeit bedeutende Talmudhochschule nach Fürth geschickt. Von dort ging er nach Prag zu dem bekannten Rabbiner Abraham Brod. Als einer seiner eifrigsten Schüler folgte er ihm 1709 nach Metz und 1713 nach Frankfurt a. M., wo dieser ihn als Rabbiner nach Offenbach vermittelte. Nach Brods Tod kehrte er 1717 nach Prag zurück und lebte mühsam als Privatgelehrter, seine Ehefrau besorgte den Lebensunterhalt mit. Weil beschäftigte sich intensiv mit der Kabbala (jüdische Mystik).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Nach der Vertreibung der Juden aus Prag und Böhmen durch Edikt der Kaiserin Maria Theresia 1744 in der Folge des Österreichischen Erbfolgekrieges (1740-1748) bekam er dank seines Ansehens unter den gelehrten Juden 1745 die Stelle des Landesrabbiners in der Ritterschaft Neckar-Schwarzwald und lebte dazu in Mühringen (heute Stadtteil von Horb a. N.). 1750 wurde er zunächst auf drei Jahre zum Oberlandrabbiner in Baden (Landesrabbiner für die Markgrafschaften Baden-Durlach und Baden-Baden) nach Karlsruhe berufen. Diese Stellung nahm er bis zu seinem Tod ein, der ihn 1769 während einer Versammlung jüdischer Gemeinden der Markgrafschaft Baden-Baden ereilte. Die Einrichtung einer Talmudschule in Karlsruhe wurde ihm allerdings von Markgraf &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0564&amp;quot;&amp;gt;Karl Friedrich&amp;lt;/lex&amp;gt; nicht gestattet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Karlsruhe hatte er sein bedeutendstes Werk über Textvarianten des Talmudkommentars von Ascher ben Jechiel, den &amp;quot;Korban Netanel&amp;quot;, vollendet. Die 1755 hier veröffentlichte Studie begründete eine lange Tradition hebräischer Drucke aus Karlsruhe. Sein Sohn Hirsch veröffentlichte postum weitere seiner Werke. Weil wurde nach einem Konflikt der Landjudenschaften Baden-Baden und Baden-Durlach um den Begräbnisort auf dem ersten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1361&amp;quot;&amp;gt;jüdischen Friedhof&amp;lt;/lex&amp;gt; in Karlsruhe am heutigen &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1909&amp;quot;&amp;gt;Mendelssohnplatz&amp;lt;/lex&amp;gt; beerdigt. Bei dessen Verlegung 1898 wurde auch sein Grab auf den neuen Friedhof an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; verlegt. Dieses ist heute mit dem inzwischen ersetzten Grabstein Ziel zahlreicher frommer jüdischer Besucher aus aller Welt. Der älteste Sohn &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0817&amp;quot;&amp;gt;Tia Weil&amp;lt;/lex&amp;gt; übernahm nach einem Trauerjahr 1770 seine Nachfolge.	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 1923 wurde die Netanel-Weil-Straße &amp;lt;mark&amp;gt;in der Karlsruher Oststadt benannt, die von der Gottesauer Straße zur Kriegsstraße führt&amp;lt;/mark&amp;gt;. 2026 wurde die Karlsruhe Synagoge an der Knielinger Allee in Korban Netanel &amp;quot;Zu Ehren des großen Talmudkommentators Rabbiner Netanel Weil, des Verfassers des Werkes „Korban Netanel“, der mit der Stadt Karlsruhe verbunden war.“, umbenannt. 		&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jürgen Schuhladen-Krämer 2013&#039;&#039;	&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Korban Netanel, Karlsruhe 1755 [&amp;quot;Nathanaels Opfer&amp;quot;]; Netib Hayyim. Fürth 1779; Torat Netan&#039;el, Fürth, 1795.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Leopold Löwenstein: Nathanael Weil, Oberlandrabbiner in Karlsruhe und seine Familie, Frankfurt a. M. 1898 (mit Quellenanhang) (= Beiträge zur Geschichte der Juden in Deutschland, Bd II); Berthold Rosenthal: Heimatgeschichte der badischen Juden. Bühl 1927, S. 221-223; Carsten Wilke/Michael Brocke (Hrsg.): Biographisches Handbuch der Rabbiner, Teil 1. Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutschen, böhmischen und großpolnischen Ländern 1781−1871, bearb. von Carsten Wilke, Bd. 2, München 2004.&lt;br /&gt;
Moshe Nathan Rosenfeld (Hrsg.): Jewish printing in Karlsruhe, Jerusalem 1997.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-1092&amp;diff=598995</id>
		<title>De:Lexikon:bio-1092</title>
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		<updated>2026-07-22T09:35:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Literatur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Hanns Ludwig Katz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Hanns Ludwig Katz=&lt;br /&gt;
[[Datei:Katz Hanns Ludwig 7 Nl Katz 136.jpg|alternativtext=Hanns Ludwig Katz, Stadtarchiv Karlsruhe 7/Nl Katz 136.|links|mini|Hanns Ludwig Katz, Stadtarchiv Karlsruhe 7/Nl Katz 136.]]&lt;br /&gt;
Kunstmaler, Malermeister, * 24. Juli 1892 Karlsruhe, † 17. November 1940 Johannesburg/Südafrika, ev., ∞ 1. 14. Februar 1920 Franziska Ehrenreich (1892-1934), 2. 1936 Ruth Wolf, keine Kinder.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit seinen drei Geschwistern verlebte Hanns Ludwig Katz die längste Zeit in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1940&amp;quot;&amp;gt;Moltkestraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 19 eine behütete Kindheit. Er war der Sohn eines aus einer &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Familie stammenden Vaters, des Journalisten &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0721&amp;quot;&amp;gt;Julius Katz&amp;lt;/lex&amp;gt;, und der evangelischen Mutter Marta Katz, einer ausgebildeten Balletttänzerin. Die Eltern waren kurz vor seiner Geburt nach Karlsruhe gekommen. Katz besuchte seit 1902 das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1219&amp;quot;&amp;gt;Bismarck-Gymnasium&amp;lt;/lex&amp;gt; und erhielt Geigenunterricht. Das Abitur legte er aber aus unbekannten Gründen 1912 in Wertheim am Main ab. Während einer anschließenden Reise nach Belgien und Frankreich besuchte er kurze Zeit die Kunstschule von Henri Matisse in Paris. Zurück in Karlsruhe begann er im Herbst 1912 an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0909&amp;quot;&amp;gt;Technischen Hochschule&amp;lt;/lex&amp;gt; das Studium der Kunstgeschichte und Architektur und gleichzeitig gehörte er der Zeichenklasse der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0906&amp;quot;&amp;gt;Kunstakademie&amp;lt;/lex&amp;gt; an. Ab 1913 studierte er, vom Herbst 1915 bis 1917 durch einen Kuraufenthalt in Schömberg wegen einer Lungenerkrankung unterbrochen, in Heidelberg, Berlin und München hauptsächlich Kunstgeschichte. Während dieser Zeit hatte Katz, der vom Kriegsdienst befreit war, in Karlsruhe in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0361&amp;quot;&amp;gt;Bismarckstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 37 ein Atelier gemietet. Den politischen Umbruch 1918/19 erlebte Katz, der linken pazifistischen und anarchistischen Vorstellungen nahestand, in München, wo der Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0279&amp;quot;&amp;gt;Gustav Landauer&amp;lt;/lex&amp;gt; nach der Niederschlagung der Münchener Räterepublik ermordet wurde. Zur Erinnerung an ihn schuf er kurz danach ein eindrucksvolles Ölgemälde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Frühjahr 1919 beendete er seine Studien ohne Abschluss und entschied sich für ein Leben als freier Künstler. Gleich nach der Hochzeit mit der Pianistin Franziska Ehrenreich in Karlsruhe verlegte er 1920 seinen Wohnsitz nach Frankfurt. Da sich trotz Beteiligung an Ausstellungen in Karlsruhe, Berlin und Frankfurt kein ausreichender finanzieller Erfolg einstellte, beteiligte er sich 1923 an der Gründung einer Weißbinder- und Malerfirma. Nach dem Bau eines Wohnhauses im Bauhausstil 1928 legte er 1929 die Meisterprüfung ab und übernahm die Firma als alleiniger Inhaber. Bis 1935 führte Katz trotz wirtschaftlicher Engpässe und Beeinträchtigungen wegen seiner jüdischen Herkunft seit 1933 das Geschäft weiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	Das Malen und die Beschäftigung mit der Kunst hat Katz nie aufgegeben. Im Atelier seines Hauses malte er und veranstaltete kunsthistorische Vorträge und seine Frau gab Konzerte. Seit 1934 engagierte er sich, von der Ächtung durch konservative und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistische&amp;lt;/lex&amp;gt; Agitation veranlasst, in Frankfurt im Kulturbund der Deutschen Juden, um noch künstlerisch wirken zu können. 1935 setzte sich Katz für die Realisierung eines Siedlungsprojekts in Jugoslawien ein, das auf Landauers Vorstellungen vom Gemeinschaftsgeist und der Einheit von körperlicher und geistiger Arbeit zurückgriff. Nach dem Scheitern des Vorhabens flüchtete er im Oktober 1936 nach Südafrika, wo er sich in Johannesburg niederließ. Hier gründete er wieder eine Firma für den Lebensunterhalt und richtete sich ein Atelier ein. Seine Arbeiten konnte er nur einmal im Jahr in der Ausstellung einer unabhängigen Kulturvereinigung von Immigranten zeigen. Zudem erhielt er einige Aufträge zur Innenausstattung von Gebäuden. Im November 1940 erlag Katz im Exil in Johannesburg einer Krebserkrankung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer ersten Werkphase schuf Katz angelehnt an den Expressionismus pastos aufgetragene Porträts in mystisch anmutenden Farben sowie den Zyklus Totentanz, der seine Nähe zum Ideengut der Münchener Republik belegt. Seit 1922 malte er mit glattem Pinselstrich im Stil der Neuen Sachlichkeit, aber mit weiterhin expressiver Farbgebung neben Porträts, unter anderem seiner Schwägerin, der Ehefrau von Siegfried Kacauer, nun auch Städtelandschaften und Stillleben. Den Nationalsozialisten galt seine Kunst als entartet, ein Bild zeigten sie in der Münchener Ausstellung 1937, einige Bilder in Galerien wurden beschlagnahmt und vernichtet. Im Exil bevorzugte er für seine Landschaften und Stillleben, Porträts gibt es aus dieser Zeit nicht mehr, die Aquarellmalerei. Die meisten seiner Bilder befinden sich in Privatbesitz außerhalb Deutschlands. 1992 würdigten das Jüdische Museum Frankfurt und die Kunsthalle Emden zu seinem 100. Geburtstag den fast vergessenen Künstler mit einer umfangreichen Ausstellung seines Oeuvres.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Manfred Koch 2020&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
StadtAK 7/Nl Katz 30-31, 73; Badische Neueste Nachrichten (BNN) vom 16. Juni 1958, Artikel von Sigrid Katz, StadtAK 8/Ze 15.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
In Karlsruhe: Kunstakademie Karlsruhe: Rheinhafen bei Karlsruhe (Lithografie, 1913), sieben Lithografien des Zyklus Totentanz von 1921.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Helga Krohn/Karl-Ludwig Hofmann (Red.): Hanns Ludwig Katz 1892-1940, hrsg. vom Jüdischen Museum im Auftrag des Magistrats der Stadt Frankfurt am Main, Köln 1992 (mit Verzeichnis 84 nachweisbarer Werke); Ursula Merkel: Expressionist und Maler der Neuen Sachlichkeit. Hanns Ludwig Katz (1892-1940) - ein jüdischer Künstler aus Karlsruhe, in: hierzuland. Das Regio Magazin von Rhein, Neckar und Main 41. Jg. 2026, Nr. 59, S. 25-27.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-0771&amp;diff=598994</id>
		<title>De:Lexikon:ins-0771</title>
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		<updated>2026-06-08T10:23:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Karlsruher Liste (KAL) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Karlsruher Liste (KAL)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0771.jpg|200px|thumb|left|Wahlplakat der KAL zur Kommunalwahl 2009, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS Xb 457.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Karlsruher Liste (KAL)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Karlsruher Liste (KAL) ist eine kommunale Wählergemeinschaft, die 1984 gegründet wurde. Gründungsvorsitzender (bis 1994) war Thomas Belschner, gefolgt von Michael Haug. Seit Anfang 2017 ist Margot Döring Vorsitzende der KAL. Die Mitgliedschaft wird durch aktive Teilnahme erworben und nicht durch Mitgliedsbeitrag oder Parteibuch. Ihr bekanntester Kopf ist der selbstständige Drucker Lüppo Cramer, der von 1980-1982 für die Grüne Liste und anschließend bis September 1983 als parteiloser &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt; im Karlsruher Gemeinderat saß. 1984 gehörte Cramer zu den Mitbegründern der KAL, für die er bei der Kommunalwahl im Oktober 1984 in den Gemeinderat einzog (Wahlergebnis KAL 1,6 %). Seitdem ist er ununterbrochen Mitglied des Karlsruher Stadtrats.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den folgenden Kommunalwahlen bis 2004 gelang es der KAL, ihr Wahlergebnis kontinuierlich auf 7,1 % zu steigern. Bei den Kommunalwahlen 1989 (3,2 %) und 1994 (5,2 %) erhielt die Wählergemeinschaft jeweils ein Ausgleichsmandat, wodurch sie 1989 zwei Sitze (Lüppo Cramer, Jochen Schlick) und 1994 drei Sitze (Cramer, Schlick, Eberhard Fischer) im Gemeinderat erhielt und damit erstmals Fraktionsstatus erlangte. 1995 wurde Jochen Schlick durch Margot Döring ersetzt. Durch den Wechsel von Michael Kunz von BüKA-ödp zur KAL im Dezember 2007 war die KAL bis Juni 2009 mit vier Stadträten im Gemeinderat vertreten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Kommunalwahl 2009 errang die Wählergemeinschaft 5,9 % der abgegebenen gültigen Stimmen, was ihr drei Sitze im Gemeinderat einbrachte (Cramer, Fischer, Döring). 2014 fiel der Stimmenanteil der KAL auf 4,2 %, wodurch sie einen Sitz verlor und seither zwei Stadträte (Cramer, Fischer) stellt. Damit einher ging der Verlust des Fraktionsstatus. Zusammen mit den Stadträten der Piratenpartei Karlsruhe, Erik Wohlfeil und Uwe Lancier sowie dem Stadtrat der Partei Die PARTEI, Max Braun, bildeten die Stadträte der KAL, Cramer und Fischer, die KULT-Fraktion, die seit Juli 2014 als viertstärkste Fraktion im Karlsruher Gemeinderat vertreten war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stadtrat Fischer gab Ende 2016 sein Amt auf, ihm folgte Michael Haug. Bei der Kommunalwahl 2019 behaupteten die KAL-Stadträte Cramer und Haug ihre Mandate. Mit den zwei gewählten Mitgliedern von Die PARTEI bildeten sie für die kommenden fünf Jahre eine Fraktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2024 bekam die Karlsruher Liste 5,33 % der Stimmen und zog wieder als eigenständige Fraktion in den Gemeinderat ein. Neben dem Fraktionsvorsitzenden Lüppo Cramer und Stadtrat Michael Haug wurde Sonja Döring Stadträtin für die KAL-Fraktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;René Gilbert 2015/2026&#039;&#039;	 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
StadtAK 8/StS 29/15, 76, 93, 267; 8/StS 33/24, 93-99, 200; 8/ZGS 29.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Manfred Koch: Karlsruher Chronik. Stadtgeschichte in Daten, Bildern, Analysen, Karlsruhe 1992, S. 319 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 14); Homepage der Wählergemeinschaft KAL: http://www.karlsruher-liste.de/ (Zugriff am 10. August 2015).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-0580&amp;diff=598991</id>
		<title>De:Lexikon:ins-0580</title>
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		<updated>2026-05-31T14:52:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Literarische Gesellschaft (Scheffelbund) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Literarische Gesellschaft}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0580.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Innenansicht des Oberrheinischen Dichtermuseums in der Röntgenstraße, 1977, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A34/184/7/11.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Literarische Gesellschaft (Scheffelbund)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Literarische Gesellschaft (Scheffelbund) Karlsruhe e. V. ist ein literarischer Verein in Karlsruhe, der mit etwa 7.000 Mitgliedern der größte seiner Art in Mitteleuropa ist. Er wurde am 13. September 1924 unter dem Namen Deutscher Scheffel-Bund in Heidelberg gegründet. Erster Vorsitzender war der Heidelberger Germanist Friedrich Panzer 1924 bis 1938. Die Geschäftstelle wurde gleich in Karlsruhe angesiedelt, während als symbolische Vereinssitz bis in die 1930er-Jahre der Hohentwiel, Ort des Romans Ekkehard, gewählt wurde. Geschäftsführer wurde 1925 Reinhold Siegrist (1899-1966), Sohn des Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1014&amp;quot;&amp;gt;Oberbürgermeisters&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0026&amp;quot;&amp;gt;Karl Siegrist&amp;lt;/lex&amp;gt;. Siegrist übte dieses Amt bis zu seinem Tode am 7. Oktober 1966 aus. Ziele des Vereins waren die Nachlasspflege des Schriftstellers &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0292&amp;quot;&amp;gt;Joseph Viktor von Scheffel&amp;lt;/lex&amp;gt; sowie die Einrichtung bzw. der Ausbau eines &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0805&amp;quot;&amp;gt;Scheffel-Archivs&amp;lt;/lex&amp;gt; und eines deutschen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0830&amp;quot;&amp;gt;Scheffel-Museums&amp;lt;/lex&amp;gt; - beide waren zunächst beim &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0806&amp;quot;&amp;gt;Stadtarchiv&amp;lt;/lex&amp;gt; bzw. den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1503&amp;quot;&amp;gt;Stadtgeschichtlichen Sammlungen&amp;lt;/lex&amp;gt; seit 1914 vorbereitet bzw. angesiedelt -  und die Herausgabe von Jahresschriften, die vor allem aus bisher unveröffentlichten Werken Scheffels bestanden. Seit 1928 vergibt der Verein den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0609&amp;quot;&amp;gt;Scheffel-Preis&amp;lt;/lex&amp;gt; für die beste Abiturleistung im Fach Deutsch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1926 zog der Scheffel-Bund um. Zusammen mit dem im selben Jahr eröffneten Scheffel-Museum befand er sich im Bibliotheksbau des Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2450&amp;quot;&amp;gt;Schlosses&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1932 wurden Scheffel-Bund und -Museum ins &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1135&amp;quot;&amp;gt;Haus Solms&amp;lt;/lex&amp;gt; in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0361&amp;quot;&amp;gt;Bismarckstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 24 verlegt. Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; an die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde der Bund &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0264&amp;quot;&amp;gt;gleichgeschaltet&amp;lt;/lex&amp;gt;. In der Mitgliederversammlung am 8. Dezember 1933 trat der gesamte Vorstand, wie im Gleichschaltungsprozess vorgesehen, zurück. Der Gründungsvor-sitzende, der Heidelberger Germanist Friedrich Panzer, wurde anschließend vom badischen Minister des Kultus und Unterichts &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1103&amp;quot;&amp;gt;Otto Wacker&amp;lt;/lex&amp;gt; zum neuen &amp;quot;Bundesführer&amp;quot; ernannt. Der neue Bundesführer berief seinerseits den zum  Ministerialrat und Leiter der Hochschulabteilung im badischen Kultusministerium aufgestiegenen Volkskundler Eugen Fehrle, seit 1931 Mitglied der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt;, zu seinem Stellvertreter. 1936 erfolgte die brereits Ende 1933 beschlossene thematische Erweiterung des Museums zum Badischen Dichtermuseum, die bereits 1919 im Gespräch war vom Scheffelbund seit seiner Gründung als wesentliche Aufgabe angesehen wurde. Erstmals fand ein Treffen der Scheffelpreisträger statt. 1939 wurde der Scheffelbund  in das Reichswerk Buch und Volk aufgenommen, dessen Aufgabe es war, &amp;quot;im völkischen Sinne durch die die Pflege deutschen Geistestums &amp;quot; kulturelle Arbeit zu leisten. Der Bund führte seitdem den Namenszusatz &amp;quot;im Reichswerk Buch und Volk&amp;quot;. Vorgesehen war nun eine Umgestalltung in ein Museum der Dichter und Dichtung am Oberrhein. Bundesleiter war seit 1938 der Direktor der Karlsruher Lebensversicherung  &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2719&amp;quot;&amp;gt; Adolf Franz Samwer&amp;lt;/lex&amp;gt;, seit 1936 Mitglied der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt;. Der Bund firmierte nun mit der Kopfzeile &amp;quot;Pflege deutschen Geistes in Leben und Dichtung&amp;quot;. Neue Ortsgruppen entstanden nun auch im annektierten Elsass, in &amp;quot;Kolmar, Mühlhausen und Straßburg&amp;quot;, ganz im Sinne der &amp;quot;Germansierungspolitik&amp;quot; des badischen Gauleiters &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt;, ohne dass der Bund aggressiv öffentlich dafür warb und auch in Akten keine diesbezüglichen Äußerungen zu finden sind. 1944 musste die Verleihung des Scheffelpreises kriegsbedingt eingestellt werden. Die Bestände des Archivs und des Museums waren im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Zweiten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; rechtzeitig ausgelagert worden und blieben weitgehend unversehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Kriegsende erfolgte erhielt der Bund noch im Jahr 1945 von der amerikanischen Besatzungsmacht die Zulassung. Ende des Jahres erfolgte die Umbenennung des Vereins in Volksbund für Dichtung vorm. Scheffelbund. Im Januar 1946 veranstaltete  der Bund wieder öffentliche Dichterstunden. 1965 zog er in die &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2345&amp;quot;&amp;gt;Röntgenstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 6, wo auch das neu gestaltete Museum, nun Oberrheinisches Dichtermuseum genannt, wiedereröffnet wurde. Ein Jahr später übernahm Prof. Friedrich Bentmann die Geschätsführung. 1972 benannte sich der Verein nach zunehmender Kritik an der Bezeichnung Volksbund abermals um, diesmal in den noch heute bestehenden Namen. Neue Geschäftsführerin wurde 1977 Beatrice Steiner, 1989 folgte ihr Dieter Vogt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1998 ist der Sitz der Literarischen Gesellschaft das Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1241&amp;quot;&amp;gt;Prinz-Max-Palais&amp;lt;/lex&amp;gt;. Die Einrichtung ist Trägerin des Museums für Literatur am Oberrhein, der Oberrheinischen Bibliothek sowie des Oberrheinischen Literaturarchivs und veranstaltet regelmäßig Lesungen, Vorträge, Kolloquien und Tagungen. 1994 hat das Museum mit der rheinschrift eine eigene Buchreihe begründet. Seit 2003 gibt die Gesellschaft die Literaturzeitschrift allmende heraus. Ein Jahr später wird das Oberrheinische Dichtermusuem in Museum für Literatur am Oberrhein umbenannt. Seit 2004 betreut die Literarische Gesellschaft den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1537&lt;br /&gt;
&amp;quot;&amp;gt;Hermann-Hesse-Literaturpreis&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;René Gilbert 2014/Ernst Otto Bräunche 2025&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Karlsruher Zeitungen  https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828; Website der Literarischen Gesellschaft https://web4.karlsruhe.de/Kultur/MLO/ (Zugriffe am 12. März 2025); StadtAK 1/H-Reg 1884, 1890, 2918, 9299, 9301, 9304; 8/StS 20/506, 523, 1055; Reichswerk Buch und Volk. Deutscher Scheffelbund E. V. Leistungen und Ziel, o. O. [Karlsruhe] o. J. [1941], in StadtAK 1/H-Reg 2918.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Matthias Kußmann: 70 Jahre Literarische Gesellschaft (Scheffelbund) Karlsruhe 1924-1994, Eggingen 1994; Jürgen Oppermann: 100 Jahre Literarische Gesellschaft in Karlsruhe, in: Badische Heimat Heft 2 2024, S. 323-327.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0748&amp;diff=598951</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0748</title>
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		<updated>2026-05-25T09:36:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Friedrich Wilhelm Kiefer */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Friedrich Wilhelm Kiefer}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Friedrich Wilhelm Kiefer=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Theologe, * 3. Januar 1893 Karlsruhe, † 9. Oktober 1955 Ladenburg/Rhein-Neckar-Kreis, ev., verh. 1918 Martha Gräff, 3 Kinder.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Als Sohn eines Karlsruher Metzgermeisters studierte Friedrich Wilhelm Kiefer nach dem Abitur von 1911 bis 1914 evangelische Theologie in Tübingen, Halle und Heidelberg. Nachdem er von 1915 bis 1918 &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Kriegsdienst&amp;lt;/lex&amp;gt; geleistet hatte, trat Kiefer 1918 eine Stelle als Vikar in Gernsbach an. 1919 wurde er Pfarrer in Schatthausen (Wiesloch). Nach einer Station als Seelsorger im Städtischen Krankenhaus Mannheim (ab 1925) kam Kiefer, der im Mai 1932 in die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; eingetreten war, im Oktober 1933 zur Trinitatisgemeinde in Mannheim und wurde gleichzeitig Vorsitzender des Mannheimer Kirchengemeinderats. Seine Predigten waren von diesem Zeitpunkt an deutlich vom Dualismus Kirche – Volk geprägt, wobei für Kiefer der Satz &amp;quot;Der Einzelne ist nichts, das Volk ist alles&amp;quot; zum Leitgedanken wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1936 übernahm Kiefer die Leitung des Gaus Baden der Deutschen Christen, einer &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Bewegung innerhalb des deutschen Protestantismus. Der Evangelische Oberkirchenrat distanzierte sich allerdings erst 1937 von Kiefer und veranlasste dessen Amtsenthebung als Vorsitzender des Kirchengemeinderats nur, nachdem ihm vom Mannheimer Kirchengemeinderat das Vertrauen entzogen worden war und eine nachfolgende Untersuchung Unregelmäßigkeiten in der Finanzverwaltung der Gesamtkirchengemeinde aufgedeckt hatte. Obgleich Kiefer in den folgenden Jahren immer wieder sowohl mit dem Evangelischen Oberkirchenrat als auch mit den Gemeindemitgliedern wegen radikalen Auftretens und antisemitischer Äußerungen erhebliche Differenzen hatte, behielt er seine Pfarrstelle bis zum 22. September 1945, als er formell suspendiert und anschließend von der US-&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0091&amp;quot;&amp;gt;Militärregierung&amp;lt;/lex&amp;gt; 13 Monate in einem Internierungslager inhaftiert wurde. Damit ist Kiefer der einzige badische Pfarrer, der aufgrund seines Verhaltens im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Dritten Reich&amp;lt;/lex&amp;gt; nachweislich sein Amt verlor. 1947 erfolgte auch seine Entlassung aus dem badischen Pfarrdienst, wobei Kiefers Familie eine Unterstützung von monatlich 380 RM erhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im September 1947 wurde Kiefer von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Spruchkammer&amp;lt;/lex&amp;gt; Weinheim zunächst als Minderbelasteter eingestuft und mit einer dreijährigen Bewährungsfrist belegt. Dieses Urteil wurde im Oktober 1948 auf eine sechsmonatige Bewährungsstrafe gemildert und im August 1949 von der Spruchkammer Nordbaden durch seine Einstufung als Mitläufer weiter abgesenkt. Unterdessen hatte Kiefer sich darum bemüht, in den württembergischen Kirchendienst aufgenommen zu werden. Eine von ihm dort vorgelegte Verpflichtungserklärung wurde zunächst für unzureichend befunden. Erst nachdem Kiefer in einer zusätzlichen Erklärung vom März 1948 wesentliche Versäumnisse in seinen Predigten und Fehltritte in seinem kirchlichen Handeln eingeräumt hatte, wurde er wieder eingestellt. So arbeitete er ab 1948 als Krankenhausseelsorger in Stuttgart und hatte eine Vertretungsstelle im Pfarramt Stuttgart-Berg inne. 1950 übernahm Kiefer das Vikariat in Heidenheim und erhielt 1951 ebendort wieder eine Pfarrstelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;René Gilbert 2017&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Hermann Rückleben: Friedrich Kiefer, in: Baden-Württembergische Biographien, Bd. I, hrsg. von Bernd Ottnad, Stuttgart 1994, S. 175 f., https://www.leo-bw.de/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/1012413047/Kiefer+Friedrich+Wilhelm (Zugriff am 10. Mai 2022).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0748&amp;diff=598950</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0748</title>
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		<updated>2026-05-25T09:35:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Friedrich Wilhelm Kiefer */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Friedrich Wilhelm Kiefer}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Friedrich Wilhelm Kiefer=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Theologe, * 3. Januar 1893 Karlsruhe, † 9. Oktober 1955 Ladenburg/Rhein-Neckar-Kreis, ev., verh. 1918 Martha Gräff, 3 Kinder.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Als Sohn eines Karlsruher Metzgermeisters studierte Friedrich Wilhelm Kiefer nach dem Abitur von 1911 bis 1914 evangelische Theologie in Tübingen, Halle und Heidelberg. Nachdem er von 1915 bis 1918 &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Kriegsdienst&amp;lt;/lex&amp;gt; geleistet hatte, trat Kiefer 1918 eine Stelle als Vikar in Gernsbach an. 1919 wurde er Pfarrer in Schatthausen (Wiesloch). Nach einer Station als Seelsorger im Städtischen Krankenhaus Mannheim (ab 1925) kam Kiefer, der im Mai 1932 in die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; eingetreten war, im Oktober 1933 zur Trinitatisgemeinde in Mannheim und wurde gleichzeitig Vorsitzender des Mannheimer Kirchengemeinderats. Seine Predigten waren von diesem Zeitpunkt an deutlich vom Dualismus Kirche – Volk geprägt, wobei für Kiefer der Satz &amp;quot;Der Einzelne ist nichts, das Volk ist alles&amp;quot; zum Leitgedanken wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1936 übernahm Kiefer die Leitung des Gaus Baden der Deutschen Christen, einer &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Bewegung innerhalb des deutschen Protestantismus. Der Evangelische Oberkirchenrat distanzierte sich allerdings erst 1937 von Kiefer und veranlasste dessen Amtsenthebung als Vorsitzender des Kirchengemeinderats nur, nachdem ihm vom Mannheimer Kirchengemeinderat das Vertrauen entzogen worden war und eine nachfolgende Untersuchung Unregelmäßigkeiten in der Finanzverwaltung der Gesamtkirchengemeinde aufgedeckt hatte. Obgleich Kiefer in den folgenden Jahren immer wieder sowohl mit dem Evangelischen Oberkirchenrat als auch mit den Gemeindemitgliedern wegen radikalen Auftretens und antisemitischer Äußerungen erhebliche Differenzen hatte, behielt er seine Pfarrstelle bis zum 22. September 1945, als er formell suspendiert und anschließend von der US-&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0091&amp;quot;&amp;gt;Militärregierung&amp;lt;/lex&amp;gt; 13 Monate in einem Internierungslager inhaftiert wurde. Damit ist Kiefer der einzige badische Pfarrer, der aufgrund seines Verhaltens im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Dritten Reich&amp;lt;/lex&amp;gt; nachweislich sein Amt verlor. 1947 erfolgte auch seine Entlassung aus dem badischen Pfarrdienst, wobei Kiefers Familie eine Unterstützung von monatlich 380 RM erhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im September 1947 wurde Kiefer von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Spruchkammer&amp;lt;/lex Weinheim zunächst als Minderbelasteter eingestuft und mit einer dreijährigen Bewährungsfrist belegt. Dieses Urteil wurde im Oktober 1948 auf eine sechsmonatige Bewährungsstrafe gemildert und im August 1949 von der Spruchkammer Nordbaden durch seine Einstufung als Mitläufer weiter abgesenkt. Unterdessen hatte Kiefer sich darum bemüht, in den württembergischen Kirchendienst aufgenommen zu werden. Eine von ihm dort vorgelegte Verpflichtungserklärung wurde zunächst für unzureichend befunden. Erst nachdem Kiefer in einer zusätzlichen Erklärung vom März 1948 wesentliche Versäumnisse in seinen Predigten und Fehltritte in seinem kirchlichen Handeln eingeräumt hatte, wurde er wieder eingestellt. So arbeitete er ab 1948 als Krankenhausseelsorger in Stuttgart und hatte eine Vertretungsstelle im Pfarramt Stuttgart-Berg inne. 1950 übernahm Kiefer das Vikariat in Heidenheim und erhielt 1951 ebendort wieder eine Pfarrstelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;René Gilbert 2017&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Hermann Rückleben: Friedrich Kiefer, in: Baden-Württembergische Biographien, Bd. I, hrsg. von Bernd Ottnad, Stuttgart 1994, S. 175 f., https://www.leo-bw.de/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/1012413047/Kiefer+Friedrich+Wilhelm (Zugriff am 10. Mai 2022).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-2023&amp;diff=598949</id>
		<title>De:Lexikon:bio-2023</title>
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		<updated>2026-05-25T09:35:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Gustav Adolf Martin */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Gustav Adolf Martin}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-2023.jpg|200px|thumb|left|Gustav Martin, 1929, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 12/70b.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Gustav Adolf Martin=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Finanzbeamter, &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 18. Dezember 1883 &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3074&amp;quot;&amp;gt;Bulach&amp;lt;/lex&amp;gt;, † 27. Mai 1969 Karlsruhe, kath., ∞ 1907 Blandina Lydia Braun (1865-1951), 2 Söhne, 1 Tochter.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Über die Schul- und Berufsausbildung von Gustav Martin, Sohn eines Landwirts, ist nichts bekannt. Während des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; war er von 1914 bis 1918 Soldat. Vor oder nach dem Krieg trat er in die Finanzverwaltung ein und arbeitete bis zu seiner Pensionierung beim Finanzamt, zuletzt als Steuerinspektor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Bulach engagierte er sich von 1922 bis 1929 im Gemeinderat für die Bürgerpartei Bulach. Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0214&amp;quot;&amp;gt;Eingemeindung&amp;lt;/lex&amp;gt; des Dorfs zum 1. April 1929 nach Karlsruhe wurde er Stadtrat in Karlsruhe. Drei weitere Bulacher Gemeindevertreter wurden Mitglieder in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1120&amp;quot;&amp;gt;Stadtverordnetenversammlung&amp;lt;/lex&amp;gt;. Die Bürgerpartei war eine sehr konservative Partei, die teilweise mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0312&amp;quot;&amp;gt;Deutschnationalen Volkspartei (DNVP)&amp;lt;/lex&amp;gt; Koalitionen einging. Sie wurde von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;Sozialdemokratischen Partei Deutschland (SPD)&amp;lt;/lex&amp;gt; als Feind der Arbeiter angesehen. &lt;br /&gt;
Martin trat am 1. September 1929 in die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; ein und blieb bis 1945 Mitglied. Im Dezember 1930 wurde er für diese Partei zum Stadtverordneten gewählt und gehörte bis 1934 dem Stadtverordnetenvorstand an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 1930 forderte er im Stadtrat, die Vergünstigungen für Stadträte zu streichen (zum Beispiel Freikarten für Theaterbesuche und Freifahrten für die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1231&amp;quot;&amp;gt;Straßenbahn&amp;lt;/lex&amp;gt;) und dafür Beschäftigungsmöglichkeiten für Arbeiter zu schaffen. Das Theater sei höchst überflüssig und die drei Viertel Million, die die Stadt dafür ausgebe, könne man besser für die Armen ausgeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er war nach eigenen Angaben Mitglied der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1941&amp;quot;&amp;gt;Sturmabteilung (SA)&amp;lt;/lex&amp;gt; von Anfang 1932 bis zum Sommer 1933, wurde aber wegen einer lautstarken Auseinandersetzung mit dem damaligen Polizeipräsidenten und SA-Brigadeführer &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2050&amp;quot;&amp;gt;Richard Wagenbauer&amp;lt;/lex&amp;gt; aus der SA ausgeschlossen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Zweiten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; erklärte Martin in seinem  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Spruchkammerverfahren&amp;lt;/lex&amp;gt;, er habe seit seinem Umzug nach &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3076&amp;quot;&amp;gt;Weiherfeld&amp;lt;/lex&amp;gt; keine Parteitätigkeit mehr ausgeübt. Die Zeugenaussagen über ihn waren sehr unterschiedlich. Ein Teil bezeichnete ihn als überzeugten, fanatischen Nazi, der auch gewalttätig gegen politisch Andersdenkende vorgegangen sei und aktiv bei Wahlfälschungen mitgewirkt habe. Andere Zeugen behaupteten das Gegenteil und betonten seinen Einsatz für die Armen in Bulach. 1948 stufte ihn die Spruchkammer als Minderbelasteten ein und verhängte eine hohe Geldstrafe. 1950 änderte die Zentrale Spruchkammer Nordbaden das Urteil und stufte ihn als Mitläufer ein&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Alfred Becher 2020&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Badische Presse, Nr. 143, 26. März 1929, Nr. 255, 4. Juni 1930 StadtAK 8/Ze 7 https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/titleinfo/2411029 (Zugriff am 19. Januar 2021); Volksfreund, Nr. 87, 15. April 1929, Nr. 211, 11. September 1930 StadtAK 8/Ze 16 https://digital.blb-karlsruhe.de/6357964 (Zugriff am 19. Januar 2021) ; StadtAK 1/POA 5805; GLA 465 h Nr. 27791.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
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		<title>De:Lexikon:bio-2023</title>
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		<updated>2026-05-25T09:34:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Gustav Adolf Martin */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Gustav Adolf Martin}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-2023.jpg|200px|thumb|left|Gustav Martin, 1929, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 12/70b.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Gustav Adolf Martin=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Finanzbeamter, &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 18. Dezember 1883 &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3074&amp;quot;&amp;gt;Bulach&amp;lt;/lex&amp;gt;, † 27. Mai 1969 Karlsruhe, kath., ∞ 1907 Blandina Lydia Braun (1865-1951), 2 Söhne, 1 Tochter.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Über die Schul- und Berufsausbildung von Gustav Martin, Sohn eines Landwirts, ist nichts bekannt. Während des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; war er von 1914 bis 1918 Soldat. Vor oder nach dem Krieg trat er in die Finanzverwaltung ein und arbeitete bis zu seiner Pensionierung beim Finanzamt, zuletzt als Steuerinspektor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Bulach engagierte er sich von 1922 bis 1929 im Gemeinderat für die Bürgerpartei Bulach. Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0214&amp;quot;&amp;gt;Eingemeindung&amp;lt;/lex&amp;gt; des Dorfs zum 1. April 1929 nach Karlsruhe wurde er Stadtrat in Karlsruhe. Drei weitere Bulacher Gemeindevertreter wurden Mitglieder in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1120&amp;quot;&amp;gt;Stadtverordnetenversammlung&amp;lt;/lex&amp;gt;. Die Bürgerpartei war eine sehr konservative Partei, die teilweise mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0312&amp;quot;&amp;gt;Deutschnationalen Volkspartei (DNVP)&amp;lt;/lex&amp;gt; Koalitionen einging. Sie wurde von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;Sozialdemokratischen Partei Deutschland (SPD)&amp;lt;/lex&amp;gt; als Feind der Arbeiter angesehen. &lt;br /&gt;
Martin trat am 1. September 1929 in die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; ein und blieb bis 1945 Mitglied. Im Dezember 1930 wurde er für diese Partei zum Stadtverordneten gewählt und gehörte bis 1934 dem Stadtverordnetenvorstand an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 1930 forderte er im Stadtrat, die Vergünstigungen für Stadträte zu streichen (zum Beispiel Freikarten für Theaterbesuche und Freifahrten für die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1231&amp;quot;&amp;gt;Straßenbahn&amp;lt;/lex&amp;gt;) und dafür Beschäftigungsmöglichkeiten für Arbeiter zu schaffen. Das Theater sei höchst überflüssig und die drei Viertel Million, die die Stadt dafür ausgebe, könne man besser für die Armen ausgeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er war nach eigenen Angaben Mitglied der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1941&amp;quot;&amp;gt;Sturmabteilung (SA)&amp;lt;/lex&amp;gt; von Anfang 1932 bis zum Sommer 1933, wurde aber wegen einer lautstarken Auseinandersetzung mit dem damaligen Polizeipräsidenten und SA-Brigadeführer &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2050&amp;quot;&amp;gt;Richard Wagenbauer&amp;lt;/lex&amp;gt; aus der SA ausgeschlossen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Zweiten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; erklärte Martin in seinem  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Entnazifizierungsverfahren&amp;lt;/lex&amp;gt;, er habe seit seinem Umzug nach &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3076&amp;quot;&amp;gt;Weiherfeld&amp;lt;/lex&amp;gt; keine Parteitätigkeit mehr ausgeübt. Die Zeugenaussagen über ihn waren sehr unterschiedlich. Ein Teil bezeichnete ihn als überzeugten, fanatischen Nazi, der auch gewalttätig gegen politisch Andersdenkende vorgegangen sei und aktiv bei Wahlfälschungen mitgewirkt habe. Andere Zeugen behaupteten das Gegenteil und betonten seinen Einsatz für die Armen in Bulach. 1948 stufte ihn die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Spruchkammer&amp;lt;/lex&amp;gt; als Minderbelasteten ein und verhängte eine hohe Geldstrafe. 1950 änderte die Zentrale Spruchkammer Nordbaden das Urteil und stufte ihn als Mitläufer ein&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Alfred Becher 2020&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Badische Presse, Nr. 143, 26. März 1929, Nr. 255, 4. Juni 1930 StadtAK 8/Ze 7 https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/titleinfo/2411029 (Zugriff am 19. Januar 2021); Volksfreund, Nr. 87, 15. April 1929, Nr. 211, 11. September 1930 StadtAK 8/Ze 16 https://digital.blb-karlsruhe.de/6357964 (Zugriff am 19. Januar 2021) ; StadtAK 1/POA 5805; GLA 465 h Nr. 27791.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-0809&amp;diff=598947</id>
		<title>De:Lexikon:ins-0809</title>
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		<updated>2026-05-25T09:32:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Stadtbibliothek */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Stadtbibliothek}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0809_1.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Die Stadtbücherei am Rondellplatz, 1941, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIVe 210.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0809_2.jpg|200px|thumb|left|Plakat Wiedereröffnung der Städtischen Volksbücherei und Lesehalle Karlsruhe, 1946, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS X 2771.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0809_3.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Neuer Omnibus für die Autobücherei, 18. März 1964, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A11/49/3/2.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Stadtbibliothek=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegründet wurde die Stadtbibliothek am 30. Juni 1921 mit dem Auftrag, sich an das &amp;quot;Volk in weitestem Sinne&amp;quot; zu wenden und eine &amp;quot;Sammlung guten Schrifttums unterhaltenden und belehrenden Inhalts … zu größtmöglicher Benutzbarkeit frei und leicht zugänglich&amp;quot; zu machen. Damit knüpfte die Stadtbibliothek an die Intentionen des 1871 gegründeten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1347&amp;quot;&amp;gt;Männerhilfsvereins&amp;lt;/lex&amp;gt; vom Roten Kreuz zur Volksbildung an, aus dessen Bibliothek 9.000 Bücher übernommen wurden. Außerdem kamen weitere verschiedene Vereinsbibliotheken, die Stadtratsbibliothek und die Bibliothek des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0806&amp;quot;&amp;gt;Stadtarchivs&amp;lt;/lex&amp;gt; in den Bestand der Volksbücherei, wie die Stadtbibliothek zunächst hieß. Ebenfalls in der neuen Stadtbücherei gingen die von dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0420&amp;quot;&amp;gt;Verein Volksbildung&amp;lt;/lex&amp;gt; unterhaltenen städtischen Lesehallen auf, deren erste 1901 zunächst in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3021&amp;quot;&amp;gt;Zähringerstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 100 eingerichtet worden war. Die zweite folgte 1907 in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1853&amp;quot;&amp;gt;Marienstraße&amp;lt;/lex&amp;gt;/Ecke &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0274&amp;quot;&amp;gt;Bahnhofstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; in einem ausgesprochenen Arbeiterviertel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neuen städtischen Einrichtung in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1459&amp;quot;&amp;gt;Karl-Friedrich-Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; 21 wurde am 26. Juni 1922 mit der Ausleihe begonnen, zunächst aber noch ohne Lesesaal und nur mit der Unterhaltungsliteratur, da die Räumlichkeiten in dem repräsentativen Haus am &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3109&amp;quot;&amp;gt;Rondellplatz&amp;lt;/lex&amp;gt; nicht alle rechtzeitig fertig geworden waren. Die Zahl der Ausleihen stieg von 36.000 im Jahr 1922 auf 116.091 im Jahr 1930. Damit war die damals größte badische städtische Volksbücherei in dem zwar repräsentativen, aber räumlich beengten Gebäude am Rondellplatz an Grenzen gekommen. So beschloss der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt; den Umzug in neue Räume im Westteil des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1703&amp;quot;&amp;gt;alten Bahnhofs&amp;lt;/lex&amp;gt; an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt;, die am 18. April 1932 eröffnet wurden. Mit dem Umzug war auch eine Umstellung von der bisherigen Freihandaufstellung der Bücher auf ein Bestellsystem verbunden. Erstmals wurden sogenannte Stoffkreiskataloge zusammengestellt, um den Besucherinnen und Besuchern die Auswahl zu erleichtern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die Nationalsozialisten war die Volksbücherei im Blickfeld der neuen Machthaber, da die Nationalsozialisten zugleich deren Bedeutung für die eigenen Ziele und die Propaganda zum Aufbau einer auf die NS-Ideologie ausgerichteten Volksgemeinschaft erkannt hatten. Die Stadtbibliothek wurde auf der Grundlage der schwarzen Liste &amp;quot;gesäubert&amp;quot; und in einem ersten Schritt 564 Bücher entfernt, die vermutlich am 17. Juni bei der öffentlichen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0213&amp;quot;&amp;gt;Bücherverbrennung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0998&amp;quot;&amp;gt;Schlossplatz&amp;lt;/lex&amp;gt; verbrannt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verstärkt wurde die Volksbücherei 1938, als mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0214&amp;quot;&amp;gt;Eingemeindung&amp;lt;/lex&amp;gt; der Stadt &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0558&amp;quot;&amp;gt;Durlach&amp;lt;/lex&amp;gt; zum 1. April 1938 die dortige Volksbücherei mit der Karlsruher - nun Hauptstelle - zusammengelegt wurde. Noch in demselben Jahr wurden &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;Juden&amp;lt;/lex&amp;gt; vom Besuch der Stadtbüchereien ausgeschlossen. Nach Kriegsbeginn im September 1939 wurden diese geschlossen, man lieferte aber Bücher an die aus Karlsruhe Evakuierten nach Mosbach, Waldkatzenbach und Neckarelz. Der Betrieb konnte mit der Rückkehr der Evakuierten rasch wiedereröffnet und bis zum 4. Dezember 1944 aufrecht gehalten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Stadt Karlsruhe am 4. April 1945 von französischen Truppen befreit worden war, begann relativ rasch die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;&amp;quot;Entnazifizierung&amp;quot;&amp;lt;/lex&amp;gt; der Buchbestände. Es dauerte aber bis zum 4. Februar 1946, bis die Stadtbücherei für die Öffentlichkeit wieder geöffnet war. Dauerhaft im alten Bahnhof konnte die Bücherei nach mehreren Schließungen und Umzügen erst im April 1947 bleiben. Angesichts der dem Andrang auf Dauer nicht gewachsenen Räumlichkeiten beschloss der Gemeinderat am 24. Oktober 1956, die Bücherei im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0266&amp;quot;&amp;gt;Sparkassengebäude&amp;lt;/lex&amp;gt; am &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3108&amp;quot;&amp;gt;Marktplatz&amp;lt;/lex&amp;gt; unterzubringen. Nach baubedingten Verzögerungen begann am 2. März 1960 die Ausleihe im neuen Haus. Von dort aus wurde auch der Bücherbus bedient, der seit dem 5. Mai 1956 in die Stadtteile fuhr. Nach wie vor gab es nur die zur Volksbücherei gehörige Zweigstelle Durlach. Die kurzzeitig als Zweigstelle im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0284&amp;quot;&amp;gt;Adressbuch&amp;lt;/lex&amp;gt; aufgeführte &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1937&amp;quot;&amp;gt;Deutsch-amerikanische Bibliothek&amp;lt;/lex&amp;gt; im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1796&amp;quot;&amp;gt;Rathaus West&amp;lt;/lex&amp;gt; ging 1960 in den Bestand Fremdsprachenbüceherei der Stadtbibliothek über. Erst 1964 wurde im Stadtteil &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1955&amp;quot;&amp;gt;Mühlburg&amp;lt;/lex&amp;gt; eine weitere Zweigstelle eröffnet, in den 1970-er Jahren kamen mit den Eingemeindungen von &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1002&amp;quot;&amp;gt;Grötzingen&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2016&amp;quot;&amp;gt;Neureut&amp;lt;/lex&amp;gt; zwei weitere hinzu. 1988 erhielt die &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2859&amp;quot;&amp;gt;Waldstadt&amp;lt;/lex&amp;gt; die zweite von der Stadt unabhängig von Eingemeindungen begründete Zweigstelle. &lt;br /&gt;
Als die amerikanischen Truppen 1994 Karlsruhe verließen, entstand in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2045&amp;quot;&amp;gt;Nordstadt&amp;lt;/lex&amp;gt; die  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1237&amp;quot;&amp;gt;Amerikanische Bibliothek&amp;lt;/lex&amp;gt;, die nicht zueletzt durch den Einsatz eines Freundeskreises schließlich zu einetr weiteren Zweigstelle wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1981 war die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1236&amp;quot;&amp;gt;Jugendbibliothek&amp;lt;/lex&amp;gt; im neuen städtischen Kulturzentrum &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1241&amp;quot;&amp;gt;Prinz-Max-Palais&amp;lt;/lex&amp;gt; eröffnet worden, womit die nicht nur aus bibliothekarischer Sicht eigentlich erforderliche Anbindung an die Hauptbibliothek bis heute unterbrochen wurde. Dieser Mangel wurde auch 1993 mit dem Neubau der Stadtbibliothek im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1356&amp;quot;&amp;gt;Neuen Ständehaus&amp;lt;/lex&amp;gt; nicht behoben. Das auf dem Restgrundstück des ehemaligen Badischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1355&amp;quot;&amp;gt;Ständehauses&amp;lt;/lex&amp;gt; errichtete Gebäude verfügte nicht über den erforderlichen Platz für eine große Zentralbibliothek mit Kinderbibliothek.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadtbibliothek unterhält 2015 eine Informationsplattform mit freiem Zugang zu E-Medien, Datenbanken und Online-Beratung, bietet erste Sprachförderung bereits für Kleinkinder in Krabbelgruppen, Leseförderung für Vorschul- und Schulkinder, Schulungen für Erwachsene zum Erwerb individueller Informationskompetenz, modulare Bibliothekskurse für Schulklassen, Lesungen und Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Internet- und E-Learning-Kurse, hohe Aufenthaltsqualität und offene Lernorte. Die Zentrale im Neuen Ständehaus bietet heute noch ein traditionelles Lesecafé, in dem Interessierte kostenlos eine große Auswahl gedruckter Zeitungen lesen können. 2014 konnten mehr als 840.000 Besuche gezählt werden. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche/Andrea Krieg 2015/2024&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quelle==&lt;br /&gt;
https://stadtbibliothek.karlsruhe.de/ (Zugriff am 30. September 2022).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche/Andrea Krieg: Stadtbibliothek Karlsruhe - von der Volksbildung zur Generation E-Book, in: Karlsruhe - aufgefächert: Aspekte und Perspektiven der Kultur und der Stadt, hrsg. von Heinrich Hauß, Freiburg 2015, S. 230-238 (= Badische Heimat, Jg. 95, H. 1 / 2).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-0809&amp;diff=598946</id>
		<title>De:Lexikon:ins-0809</title>
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		<updated>2026-05-25T09:32:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Stadtbibliothek */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Stadtbibliothek}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0809_1.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Die Stadtbücherei am Rondellplatz, 1941, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIVe 210.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0809_2.jpg|200px|thumb|left|Plakat Wiedereröffnung der Städtischen Volksbücherei und Lesehalle Karlsruhe, 1946, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS X 2771.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0809_3.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Neuer Omnibus für die Autobücherei, 18. März 1964, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A11/49/3/2.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Stadtbibliothek=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegründet wurde die Stadtbibliothek am 30. Juni 1921 mit dem Auftrag, sich an das &amp;quot;Volk in weitestem Sinne&amp;quot; zu wenden und eine &amp;quot;Sammlung guten Schrifttums unterhaltenden und belehrenden Inhalts … zu größtmöglicher Benutzbarkeit frei und leicht zugänglich&amp;quot; zu machen. Damit knüpfte die Stadtbibliothek an die Intentionen des 1871 gegründeten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1347&amp;quot;&amp;gt;Männerhilfsvereins&amp;lt;/lex&amp;gt; vom Roten Kreuz zur Volksbildung an, aus dessen Bibliothek 9.000 Bücher übernommen wurden. Außerdem kamen weitere verschiedene Vereinsbibliotheken, die Stadtratsbibliothek und die Bibliothek des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0806&amp;quot;&amp;gt;Stadtarchivs&amp;lt;/lex&amp;gt; in den Bestand der Volksbücherei, wie die Stadtbibliothek zunächst hieß. Ebenfalls in der neuen Stadtbücherei gingen die von dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0420&amp;quot;&amp;gt;Verein Volksbildung&amp;lt;/lex&amp;gt; unterhaltenen städtischen Lesehallen auf, deren erste 1901 zunächst in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3021&amp;quot;&amp;gt;Zähringerstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 100 eingerichtet worden war. Die zweite folgte 1907 in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1853&amp;quot;&amp;gt;Marienstraße&amp;lt;/lex&amp;gt;/Ecke &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0274&amp;quot;&amp;gt;Bahnhofstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; in einem ausgesprochenen Arbeiterviertel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neuen städtischen Einrichtung in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1459&amp;quot;&amp;gt;Karl-Friedrich-Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; 21 wurde am 26. Juni 1922 mit der Ausleihe begonnen, zunächst aber noch ohne Lesesaal und nur mit der Unterhaltungsliteratur, da die Räumlichkeiten in dem repräsentativen Haus am &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3109&amp;quot;&amp;gt;Rondellplatz&amp;lt;/lex&amp;gt; nicht alle rechtzeitig fertig geworden waren. Die Zahl der Ausleihen stieg von 36.000 im Jahr 1922 auf 116.091 im Jahr 1930. Damit war die damals größte badische städtische Volksbücherei in dem zwar repräsentativen, aber räumlich beengten Gebäude am Rondellplatz an Grenzen gekommen. So beschloss der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt; den Umzug in neue Räume im Westteil des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1703&amp;quot;&amp;gt;alten Bahnhofs&amp;lt;/lex&amp;gt; an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt;, die am 18. April 1932 eröffnet wurden. Mit dem Umzug war auch eine Umstellung von der bisherigen Freihandaufstellung der Bücher auf ein Bestellsystem verbunden. Erstmals wurden sogenannte Stoffkreiskataloge zusammengestellt, um den Besucherinnen und Besuchern die Auswahl zu erleichtern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die Nationalsozialisten war die Volksbücherei im Blickfeld der neuen Machthaber, da die Nationalsozialisten zugleich deren Bedeutung für die eigenen Ziele und die Propaganda zum Aufbau einer auf die NS-Ideologie ausgerichteten Volksgemeinschaft erkannt hatten. Die Stadtbibliothek wurde auf der Grundlage der schwarzen Liste &amp;quot;gesäubert&amp;quot; und in einem ersten Schritt 564 Bücher entfernt, die vermutlich am 17. Juni bei der öffentlichen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0213&amp;quot;&amp;gt;Bücherverbrennung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0998&amp;quot;&amp;gt;Schlossplatz&amp;lt;/lex&amp;gt; verbrannt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verstärkt wurde die Volksbücherei 1938, als mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0214&amp;quot;&amp;gt;Eingemeindung&amp;lt;/lex&amp;gt; der Stadt &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0558&amp;quot;&amp;gt;Durlach&amp;lt;/lex&amp;gt; zum 1. April 1938 die dortige Volksbücherei mit der Karlsruher - nun Hauptstelle - zusammengelegt wurde. Noch in demselben Jahr wurden &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;Juden&amp;lt;/lex&amp;gt; vom Besuch der Stadtbüchereien ausgeschlossen. Nach Kriegsbeginn im September 1939 wurden diese geschlossen, man lieferte aber Bücher an die aus Karlsruhe Evakuierten nach Mosbach, Waldkatzenbach und Neckarelz. Der Betrieb konnte mit der Rückkehr der Evakuierten rasch wiedereröffnet und bis zum 4. Dezember 1944 aufrecht gehalten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Stadt Karlsruhe am 4. April 1945 von französischen Truppen befreit worden war, begann relativ rasch die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Entnazifizierung&amp;lt;/lex&amp;gt;&amp;quot; der Buchbestände. Es dauerte aber bis zum 4. Februar 1946, bis die Stadtbücherei für die Öffentlichkeit wieder geöffnet war. Dauerhaft im alten Bahnhof konnte die Bücherei nach mehreren Schließungen und Umzügen erst im April 1947 bleiben. Angesichts der dem Andrang auf Dauer nicht gewachsenen Räumlichkeiten beschloss der Gemeinderat am 24. Oktober 1956, die Bücherei im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0266&amp;quot;&amp;gt;Sparkassengebäude&amp;lt;/lex&amp;gt; am &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3108&amp;quot;&amp;gt;Marktplatz&amp;lt;/lex&amp;gt; unterzubringen. Nach baubedingten Verzögerungen begann am 2. März 1960 die Ausleihe im neuen Haus. Von dort aus wurde auch der Bücherbus bedient, der seit dem 5. Mai 1956 in die Stadtteile fuhr. Nach wie vor gab es nur die zur Volksbücherei gehörige Zweigstelle Durlach. Die kurzzeitig als Zweigstelle im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0284&amp;quot;&amp;gt;Adressbuch&amp;lt;/lex&amp;gt; aufgeführte &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1937&amp;quot;&amp;gt;Deutsch-amerikanische Bibliothek&amp;lt;/lex&amp;gt; im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1796&amp;quot;&amp;gt;Rathaus West&amp;lt;/lex&amp;gt; ging 1960 in den Bestand Fremdsprachenbüceherei der Stadtbibliothek über. Erst 1964 wurde im Stadtteil &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1955&amp;quot;&amp;gt;Mühlburg&amp;lt;/lex&amp;gt; eine weitere Zweigstelle eröffnet, in den 1970-er Jahren kamen mit den Eingemeindungen von &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1002&amp;quot;&amp;gt;Grötzingen&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2016&amp;quot;&amp;gt;Neureut&amp;lt;/lex&amp;gt; zwei weitere hinzu. 1988 erhielt die &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2859&amp;quot;&amp;gt;Waldstadt&amp;lt;/lex&amp;gt; die zweite von der Stadt unabhängig von Eingemeindungen begründete Zweigstelle. &lt;br /&gt;
Als die amerikanischen Truppen 1994 Karlsruhe verließen, entstand in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2045&amp;quot;&amp;gt;Nordstadt&amp;lt;/lex&amp;gt; die  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1237&amp;quot;&amp;gt;Amerikanische Bibliothek&amp;lt;/lex&amp;gt;, die nicht zueletzt durch den Einsatz eines Freundeskreises schließlich zu einetr weiteren Zweigstelle wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1981 war die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1236&amp;quot;&amp;gt;Jugendbibliothek&amp;lt;/lex&amp;gt; im neuen städtischen Kulturzentrum &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1241&amp;quot;&amp;gt;Prinz-Max-Palais&amp;lt;/lex&amp;gt; eröffnet worden, womit die nicht nur aus bibliothekarischer Sicht eigentlich erforderliche Anbindung an die Hauptbibliothek bis heute unterbrochen wurde. Dieser Mangel wurde auch 1993 mit dem Neubau der Stadtbibliothek im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1356&amp;quot;&amp;gt;Neuen Ständehaus&amp;lt;/lex&amp;gt; nicht behoben. Das auf dem Restgrundstück des ehemaligen Badischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1355&amp;quot;&amp;gt;Ständehauses&amp;lt;/lex&amp;gt; errichtete Gebäude verfügte nicht über den erforderlichen Platz für eine große Zentralbibliothek mit Kinderbibliothek.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadtbibliothek unterhält 2015 eine Informationsplattform mit freiem Zugang zu E-Medien, Datenbanken und Online-Beratung, bietet erste Sprachförderung bereits für Kleinkinder in Krabbelgruppen, Leseförderung für Vorschul- und Schulkinder, Schulungen für Erwachsene zum Erwerb individueller Informationskompetenz, modulare Bibliothekskurse für Schulklassen, Lesungen und Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Internet- und E-Learning-Kurse, hohe Aufenthaltsqualität und offene Lernorte. Die Zentrale im Neuen Ständehaus bietet heute noch ein traditionelles Lesecafé, in dem Interessierte kostenlos eine große Auswahl gedruckter Zeitungen lesen können. 2014 konnten mehr als 840.000 Besuche gezählt werden. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche/Andrea Krieg 2015/2024&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quelle==&lt;br /&gt;
https://stadtbibliothek.karlsruhe.de/ (Zugriff am 30. September 2022).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche/Andrea Krieg: Stadtbibliothek Karlsruhe - von der Volksbildung zur Generation E-Book, in: Karlsruhe - aufgefächert: Aspekte und Perspektiven der Kultur und der Stadt, hrsg. von Heinrich Hauß, Freiburg 2015, S. 230-238 (= Badische Heimat, Jg. 95, H. 1 / 2).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0444&amp;diff=598945</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0444</title>
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		<updated>2026-05-25T09:31:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Hermann Karl Wilhelm Kupferschmid */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Hermann Karl Wilhelm Kupferschmid}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0444.jpg|200px|thumb|left|Hermann Kupferschmid in seinem Atelier, 1952, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIII 0433.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Hermann Karl Wilhelm Kupferschmid=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maler, Graphiker, NS-Ratsherr, * 19. September 1885 Waldshut (heute Waldshut-Tiengen), † 7. Juli 1975 Achern, kath., ∞ 1934 Ruth Schellenberg, 1 Tochter.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Hermann Kupferschmid, Sohn eines Oberbaurats, besuchte 1891-1901 die Volksschule und das Gymnasium in Offenburg sowie anschließend bis 1904 das Gymnasium in Mannheim. Nach dem Abitur studierte er auf Wunsch des Vaters bis 1908 an den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0909&amp;quot;&amp;gt;Technischen Hochschulen (TH) Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt; und München Architektur und legte die Diplom-Prüfung bei &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0198&amp;quot;&amp;gt;Josef Durm&amp;lt;/lex&amp;gt; ab. Danach widmete sich Kupferschmid seiner künstlerischen Ausbildung und studierte bis 1914 an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0906&amp;quot;&amp;gt;Großherzoglich-Badischen Akademie der Bildenden Künste&amp;lt;/lex&amp;gt; bei &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1130&amp;quot;&amp;gt;Ernst Schurth&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0393&amp;quot;&amp;gt;Walter Conz&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0460&amp;quot;&amp;gt;Caspar Ritter&amp;lt;/lex&amp;gt;, dessen Meisterschüler er war. Studienreisen in dieser Zeit führten ihn in die Niederlande, nach Frankreich und nach Italien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;1914-1918&amp;lt;/lex&amp;gt; leistete Kupferschmid Kriegsdienst im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1139&amp;quot;&amp;gt;Badischen Leibgrenadier-Regiment Nr. 109&amp;lt;/lex&amp;gt; sowie in den Reserve Infanterie Regimenten Nr. 40 und Nr. 69. Er nahm an Kampfhandlungen in Flandern, Nordfrankreich und Galizien teil, zuletzt als Leutnant der Reserve. Für seinen Einsatz erhielt er das Eiserne Kreuz Erster und Zweiter Klasse sowie den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1607&amp;quot;&amp;gt;Orden vom Zähringer Löwen&amp;lt;/lex&amp;gt; Zweiter Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch sein Frühwerk, das bereits Szenen aus dem Straßenbau und industrielle Arbeitsstätten zeigt, erhielt Kupferschmid in den 1920er-Jahren zahlreiche Aufträge von namhaften Konzernen der Schwerindustrie, unter anderen von der Dortmunder Eisen- und Stahlwerke Hoesch AG, den Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerken, dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0054&amp;quot;&amp;gt;Badenwerk&amp;lt;/lex&amp;gt; und dem Schluchseewerk, der Deutschen Werft sowie dem Verein Deutscher Eisen- und Stahlindustrieller. Diese Auftragswerke, die Aquarelle, Ölgemälde und Tempera umfassen, zeigen in imposanter Darstellung die Arbeitswelt mit Hochöfen, Gießhallen, Walzwerken sowie Hafen- und Industrieanlagen im Ruhrgebiet und an der Alster. Regionale Sujets zeigen die Kraftwerke an der Murgtalsperre und am Schluchsee sowie den Bau der Ravennabrücke. Mitte der 1930er-Jahre erhielt Kupferschmid von der Friedrich Krupp AG den Auftrag zur Anfertigung großformatiger Radierungen, die wegen ihrer malerischen Hell-Dunkel-Wirkung Beachtung fanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum 1. August 1930 trat Kupferschmid in die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; ein. Bereits seit 1929 war er Mitglied im Kampfbund für deutsche Kultur gewesen. 1934 erhielt er als Nachfolger von Walter Conz einen Lehrauftrag für freie Graphik an der Karlsruher Akademie, der 1941 zu einer planmäßigen Professur führte. 1935 bestimmte ihn die Akademie – gegen seinen Willen, wie er später angab – als ihren Vertreter für das Karlsruher Ratsherrenkollegium, dem er bis 1945 angehörte. Kupferschmid war auch Beirat des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1014&amp;quot;&amp;gt;Oberbürgermeisters&amp;lt;/lex&amp;gt; für Angelegenheiten der Musik und bildenden Künste. 1938 kaufte er ein Bauernhaus in Sasbachwalden und richtete sich dieses als Landsitz ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Zweiten Weltkriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; meldete sich Kupferschmid als Kriegsfreiwilliger und diente als Transportoffizier (Hauptmann der Reserve), zuerst im Elsass, später in der Ukraine, wo er 1943 verwundet und als Kriegsbeschädigter entlassen wurde. Dafür erhielt er das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse. Durch einen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0037&amp;quot;&amp;gt;Bombenangriff&amp;lt;/lex&amp;gt; wurden sowohl Kupferschmids Karlsruher Wohnung als auch sein Atelier samt einem Großteil der dort gelagerten Werke zerstört. Nach Kriegsende verbrachte er auf Anordnung der französischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0091&amp;quot;&amp;gt;Militärbehörden&amp;lt;/lex&amp;gt; vier Wochen im Gefängnis in Bühl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seinem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Spruchkammerverfahren&amp;lt;/lex&amp;gt; durch den Staatskommissar für politische Säuberung Freiburg, der ihn im Oktober 1948 zum Mitläufer ohne Sühnemaßnahmen einstufte, was von der Zentralspruchkammer Nordbaden im Januar 1949 anerkannt wurde, arbeitete Kupferschmid, der auch ein talentierter Hornist war, wieder als freischaffender Künstler. Themen seines Spätwerks waren Ansichten badischer Städte und Landschaften sowie das heimatliche Brauchtum wie die alemannische Fasnacht. Kupferschmid erhielt den graphischen Preis der Zeitschrift &amp;quot;Die Rheinlande&amp;quot; (1912), die Silberne Österreichische Staatsmedaille für Bildende Kunst (1913), die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1496&amp;quot;&amp;gt;Goldene Medaille der Stadt Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt; (1929) sowie den Badischen Staatspreis für Malerei (1930).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;René Gilbert 2016&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
StadtAK 8/ZGS Kupferschmid, Hermann; GLA 456 E 6826, 465 f 839, 425 Zugang 1981/74 Fasz. 59, 233/24777.&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Marktplatz Karlsruhe, Radierung um 1930; Hochofen der Friedrich Krupp AG Essen, Radierung um 1935 (beide Staatliche Kunsthalle Karlsruhe); Narrensprung in Rottweil, Tempera; Gengenbachs Hexen, Tempera; Hexenverbrennung am Fasnachtdienstag in Offenburg, Öl auf Leinwand; Kalender - Reproduktion und Druck nach Aquarellen, Karlsruhe 1953; Historische Uniformen badischer Regimenter, Karlsruhe 1965; Weitere Werke im Hoesch-Museum Dortmund.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Fritz Wilkendorf: Hermann Kupferschmid. Zum 70. Geburtstag des Maler-Graphikers, in: Badische Heimat 35 (1955), S. 306-312; Fritz Wilkendorf: Hermann Kupferschmid, der Graphiker und Maler, in: Badische Heimat 41 (1961), S. 359-373; Emil Mangler: Zum Tode von Prof. Hermann Kupferschmid, in: Ekkart 55 (1976), S. 153-161; Renate Liessem-Breinlinger: Hermann Kupferschmid, in: Baden-Württembergische Biographien Bd. 4, hrsg. von Fred L. Sepaintner, Stuttgart 2007, S. 198-200 https://www.leo-bw.de/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/1012282015/Kupferschmid+Hermann (Zugriff am 1. März 2022).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-1896&amp;diff=598944</id>
		<title>De:Lexikon:ins-1896</title>
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		<updated>2026-05-25T09:30:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Alldeutscher Verband */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Alldeutscher Verband}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ins-1896.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Anzeige in der Karlsruher Zeitung vom 17. Januar 1899.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Alldeutscher Verband=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nationalistisch-völkisch ausgerichtete sowie &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitisch&amp;lt;/lex&amp;gt; und rassistisch geprägte Alldeutsche Verband wurde 1891 in Berlin als Allgemeiner Deutscher Verband unter anderem auf Betreiben des Verlegers Alfred Hugenberg und des Kolonialisten Carl Peters mit dem Ziel gegründet, den deutschen Flottenausbau für eine imperialistische Kolonialpolitik zu forcieren, das Nationalbewusstsein zu stärken und das Deutschtum im Ausland zu fördern. Nach der Umbenennung in Alldeutscher Verband im Juli 1895 dauerte es noch mehr als drei Jahre, bis in Karlsruhe eine Ortsgruppe entstand. Als der Karlsruher Vertrauensmann des Verbandes, der Anthropologe und Schriftsteller &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2085&amp;quot;&amp;gt;Otto Ammon&amp;lt;/lex&amp;gt;, am 3. November 1898 zu einer Besprechung zur Gründung einer Ortsgruppe einlud, zählte der Verband 40 Mitglieder in Karlsruhe. Zum provisorischen Vorstand gehörten unter anderen der Gymnasialprofessor &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0692&amp;quot;&amp;gt;Robert Goldschmit&amp;lt;/lex&amp;gt; und der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0558&amp;quot;&amp;gt;Durlacher&amp;lt;/lex&amp;gt; Bürgermeister &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0824&amp;quot;&amp;gt;Philipp Reichardt&amp;lt;/lex&amp;gt;. Auch der Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1014&amp;quot;&amp;gt;Oberbürgermeister&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0023&amp;quot;&amp;gt;Karl Schnetzler&amp;lt;/lex&amp;gt; unterzeichnete wenig später am 23. November einen Aufruf zum Beitritt. Bereits am 12. Dezember fanden erste Veranstaltungen statt, so Ende des Monats eine Flottenversammlung mit 3.000 Teilnehmern in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1233&amp;quot;&amp;gt;Festhalle&amp;lt;/lex&amp;gt;. Die Mitgliederzahl war inzwischen auf rund 200 angestiegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kurz darauf folgenden ersten Hauptversammlung des Verbandes wurde der provisorische Vorstand im Amt bestätigt und um drei neue Mitglieder auf zwölf erweitert. Der Vorsitzende Otto Ammon stellte fest, dass von den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;Sozialdemokraten&amp;lt;/lex&amp;gt; eine Unterstützung ja gar nicht erst zu erwarten gewesen sei, bedauerte aber, dass kein Vertreter der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0339&amp;quot;&amp;gt;Zentrumspartei&amp;lt;/lex&amp;gt; für den Vorstand gewonnen werden konnte. Das Zentrumsblatt &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1153&amp;quot;&amp;gt;Badischer Beobachter&amp;lt;/lex&amp;gt; äußerte sich dagegen sehr zufrieden, dass niemand aus der Zentrumspartei dem Vorstand des Verbandes beigetreten sei, dessen Bestrebungen eben keine wirklich &amp;quot;nationaldeutschen&amp;quot; seien, sondern auf eine Unterdrückung &amp;quot;aller Elemente&amp;quot; hinauslaufe, &amp;quot;die keinen Gefallen finden an diesem deutschen Chauvinismus.&amp;quot; Dagegen waren die drei Burschenschaften &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1897&amp;quot;&amp;gt;Arminia&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1898&amp;quot;&amp;gt;Germania&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1899&amp;quot;&amp;gt;Tuiskonia&amp;lt;/lex&amp;gt; sowie der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1900&amp;quot;&amp;gt;1. Karlsruher Bicycle-Club&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren bot der Verband häufig Vortragsveranstaltungen im Sinne der Verbandsziele. Einer der eifrigsten Akteure war dabei Otto Ammon. Dieser gab im Jahr 1901 aus gesundheitlichen Gründen seinen Vorsitz ab an &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0193&amp;quot;&amp;gt;Ernst Boesser&amp;lt;/lex&amp;gt;, Studienrat und späterer Studiendirektor der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1138&amp;quot;&amp;gt;Kadettenschule&amp;lt;/lex&amp;gt;, ebenfalls ein überzeugter Nationalist, der 1917 maßgeblich an der Gründung der Deutschen Vaterlandspartei beteiligt sein sollte. Boesser trat 1907 wegen &amp;quot;Geschäftsüberhäufung&amp;quot; als Vorsitzender zurück, blieb aber im Vorstand, dem nun als Vorsitzender Robert Helbing, Professor am Mädchengymnasium, als Stellvertreter der beim Evangelischen Oberkirchenrat tätige Geistliche Rat Adolf Fellmeth, Bankier August Hecht als Schatzmeister und als Beisitzer Otto Ammon, Rechtsanwalt Ludwig Schneider, Architekt Hermann Meeß, der Besitzer der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1147&amp;quot;&amp;gt;Badischen Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0684&amp;quot;&amp;gt;Ferdinand Wilhelm Thiergarten&amp;lt;/lex&amp;gt;, Privatier Josef Beuchert und Direktor Wilhelm Finckh, alle Mitglieder der bürgerlichen Oberschicht. Ein Vertreter der Burschenschaften sollte bald hinzugewählt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1911 übernahm Adolf Fellmeth den Vorsitz und behielt ihn bis zu seinem Tode im Jahr 1929. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Verband seine erfolgreichste Zeit hinter sich. Schon im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt;, als viele Mitglieder, darunter der Vorsitzende Fellmeth Kriegsdienst leisteten, ging die Vortragstätigkeit stark zurück, man beteiligte sich aber an den Aktivitäten des Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1901&amp;quot;&amp;gt;Verbandes der Deutschtumsvereine&amp;lt;/lex&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Auch in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; trat die Ortsgruppe deutlich weniger in Erscheinung. Die Niederlage im Ersten Weltkrieg, mit der viele Alldeutsche nicht gerechnet hatten, und wachsende Konkurrenz im völkischen Lager vor allem durch die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; dürften sich hier ausgewirkt haben. Als der langjährige Vorsitzende Fellmeth am 1. Mai 1929 verstarb, setzte sich der Niedergang fort. Im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0284&amp;quot;&amp;gt;Adressbuch&amp;lt;/lex&amp;gt; wird der Verband nicht mehr aufgeführt und es finden sich kaum noch Zeitungsmeldungen über einige wenige Veranstaltungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die NSDAP bestand die Ortsgruppe weiter, als Vorsitzender wird 1937 ein E. Rink genannt, der diese Funktion auch noch 1938 innehatte, als der badische alldeutsche Landesverband in Karlsruhe tagte. Danach verliert sich die Spur des Verbandes. Nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Krieg&amp;lt;/lex&amp;gt; gehörten die ehemaligen Mitglieder des Alldeutschen Verbandes, der einer der Wegbereiter des Nationalsozialismus war, zu den Personen, die im Zuge der &amp;quot;&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Entnazifizierung&amp;lt;/lex&amp;gt;&amp;quot; mit &amp;quot;besonderer Sorgfalt&amp;quot; zu prüfen sind.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2023&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quelle==&lt;br /&gt;
Karlsruher Zeitungen 1898-1946, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7864903 (Zugriff am 17. Mai 2024).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: &amp;quot;Eine neue Zeit der Freiheit ist angebrochen“. Politik und Parteien in der Weimarer Republik, in: ders./Frank Engehausen/Jürgen Schuhladen-Krämer (Hrsg.): Aufbrüche und Krisen. Karlsruhe 1918-1933, Karlsruhe 2020, S. 17-67 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 35).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-2103&amp;diff=598943</id>
		<title>De:Lexikon:bio-2103</title>
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		<updated>2026-05-25T09:29:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Margarete Reinhardt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Margarete Reinhardt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Margarete Reinhardt=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Barbesitzerin, Filmproduzentin, * 4. April 1909 Bibergau/Ortsteil Dettelbach/Lkr. Kitzingen), kath., † 20. Mai 1985 Karlsruhe, ∞ 1939 Gabriel Reinhardt, o|ָָo 1941, kinderlos.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Margarete Reinhardt war das siebte Kind des Ehepaares Hesselbach, bei dessen Geburt die Mutter verstarb. Über ihre Kindheit und den Schulbesuch ist nichts bekannt. Ungewiss ist auch, ob sie zeitweise in einem Kinderheim aufwuchs, bis der Vater, ein bayerischer Bahnbeamter, mit der zweiten Ehefrau in Rottendorf bei Würzburg ein kleines Eigenheim bezog. Eine Berufsausbildung nach dem Schulabschluss ist nicht nachgewiesen. Vermutlich arbeitete sie ab Ende der 1920er-Jahre als Kellnerin zunächst in Würzburg, dann ab 1931 in Stuttgart. Hier verkehrte sie im Rotlichtviertel und verdiente den Lebensunterhalt wohl auch als Prostituierte. Seit 1935 war sie mit dem Sinto Gabriel Reinhardt liiert, mit dessen Kapelle sie nach eigenen Angaben seit 1938 als Musikerin umherzog. Laut den Eintragungen in ihrem Fragebogen zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Entnazifizierung&amp;lt;/lex&amp;gt; lebte sie 1933-1938 als Kellnerin in Stuttgart, 1938-1942 als Musikerin in Würzburg und 1942-1944 nach ihrer Scheidung als Geschäftsführerin wieder in Stuttgart. Es gibt keine Angaben darüber, wie und warum sie die Leitung eines Geschäfts für Gold- und Silberwaren übernommen hatte. Nach der Zerstörung des Stuttgarter Rotlichtviertels durch Luftangriffe im Juli 1944 ging Reinhardt nach Karlsruhe und lebte hier erneut im vertrauten Milieu bis 1954 in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0566&amp;quot;&amp;gt;Durlacher Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; und der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0438&amp;quot;&amp;gt;Brunnenstraße&amp;lt;/lex&amp;gt;. Ihren Lebensunterhalt finanzierte sie bis 1948 durch Schwarzhandel, der im Februar 1946 zu einer vierwöchigen Haftstrafe und danach zu mehrmaliger Untersuchungshaft führte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wovon und wie Margarete Reinhardt, die im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Spruchkammerverfahren&amp;lt;/lex&amp;gt; als Entlastete eingestuft wurde, nach 1948 gelebt hat, ist nicht überliefert. 1954 hat sie dann in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1452&amp;quot;&amp;gt;Kapellenstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; die vormalige Gaststätte Lokalbahn übernommen. In den oberen Geschossen dieses nun Blume von Hawaii und wenig später Hawaii-Bar genannten Etablissements gab es ein Bordell. Damit begann Reinhardts Aufstieg zur Königin des Karlsruher Nachtlebens zumindest bis zum Beginn der 1970er-Jahre. Seit 1957 war sie Mit- und seit 1960 alleinige Inhaberin des Passage-Palasts in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1425&amp;quot;&amp;gt;Kaiserpassage&amp;lt;/lex&amp;gt; bis zum Abriss und Neubau der nördlichen Kaiserpassage. Beworben wurde das Unternehmen als „führendes Haus mit Weltstadt-Varieté, Kabarett, Tanz, Bar“. Später betrieb sie noch die Goldene Spinne, eine Bierbar, und in Bretten seit den 1960er Jahren das Stripteaselokal Cabaret Tabaris, aus dem etwa 1975 der Scotch-Club, ein Lokal mit Spielautomaten wurde. Flugzeuge mit Werbebannern machten auf ihre Betriebe aufmerksam und auch an Faschingsumzügen beteiligte sie sich mit eigenen Wagen. In der Stadt fiel sie mit ihrem Cadillac-Cabrio mit Heckflossen auf. 1962 gründete Margarete Reinhardt die Produktionsfirma Reinhardt-Film. Bis 1968 entstanden vier Spielfilme, mit zum Teil bekannten Darstellern und Darstellerinnen. Zu den Filmen, von denen drei in dem ihr vertrauten Nachtclub- und Bordell-Milieu spielten, steuerte Reinhardt Ideen bei und spielte in einem Film selbst die Rolle einer Barbesitzerin. 1964-1972 besaß sie ein schlossähnliches Anwesen in Reinsburg/Niederösterreich, aber die dort geplanten Dreharbeiten für Filme fanden nicht statt. Das Angebot an Konrad Adenauer, dort seine Urlaube zu verbringen, lehnte dieser dankend ab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Streifen der Reinhardt-Filme fielen bei der Kritik allesamt durch und brachten keinen Gewinn. Nach einem Brand in der Hawaii-Bar 1971 verlor Reinhardt für dieses Lokal die Nachtkonzession und 1979 wurde der Pachtvertrag aufgelöst. 1975 kam sie wegen des Vorwurfs der gemeinsam mit anderen begangenen Herstellung von Falschgeld in Untersuchungshaft und erhielt 1976 eine 15-monatige Haftstrafe, die sie nicht antreten musste. 1985 verstarb die nur 1,59 Meter große und übergewichtige, einst so erfolgreiche Frau in ihrer Wohnung in der Kapellenstraße. Ihre Urne wurde in einem Familiengrab in Rottendorf bei Würzburg beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Manfred Koch 2021&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 455, Zugang 1992, 53 Nr. 9; StadtAK 8/ZGS, Personen (Reinhardt, Margarete); Stiftung Konrad-Adenauer-Haus 1967_03_09_II_44; Badische Neueste Nachrichten vom 5. Juli 2025, Ausgabe Nr.15, S. 32. &lt;br /&gt;
==Spielfilme==&lt;br /&gt;
1962: Auf Wiedersehen am blauen Meer, https://de.wikipedia.org/wiki/Auf_Wiedersehn_am_blauen_Meer (Zugriff am 14. Mai 2021); 1962: Trompeten der Liebe, https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Pastor_mit_der_Jazztrompete (Zugriff am 14. Mai 2021); 1965: St. Pauli Herbertstraße, https://de.wikipedia.org/wiki/St._Pauli_Herbertstra%C3%9Fe (Zugriff am 14. Mai 2021); 1968: Sünde mit Rabatt, https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCnde_mit_Rabatt (Zugriff am 14. Mai 2021).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Eva Klingler/Wolfgang Wegner: Eine Frage der Moral. Margarete Reinhardt, eine Rotlichtkarriere, Gernsbach 2020.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-1482&amp;diff=598942</id>
		<title>De:Lexikon:bio-1482</title>
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		<updated>2026-05-25T09:28:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Otto Mickley */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Otto Mickley}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Otto Mickley=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Professor, * 7. August 1892 Bayreuth, † 1. Juni 1952 München, gottgläubig, ∞ 1919 Erna Wilhelmine Emma Dörseln, 3 Söhne.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Otto Joseph Jean Mickley, Sohn eines Obermusikmeisters verschiedener Militärkapellen, besuchte 1899-1902 die Volksschulen in Nürnberg und Hagenau/Elsass sowie 1902-1910 das Realgymnasium und die Oberrealschule Darmstadt bis zur Untersekunda. 1910 leistete er seinen Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger beim Hessischen Leibgarde-Infanterie-Regiment Nr. 115 und absolvierte einen Lehrgang zum Feuerwerker an der Oberfeuerwerkerschule Berlin. Ab November 1913 arbeitete Mickley als Feuerwerker in Berlin und Darmstadt. Außerdem war er als Betriebsprüfer in der Geschützgießerei und der Artilleriewerkstatt Spandau tätig. Nach bestandenem Offizierslehrgang nahm Mickley 1915-1918 im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; als Leutnant an Feldzügen in Flandern, Galizien, Russland, Serbien, Rumänien und der Türkei teil. 1920 legte er das Abitur an der Oberrealschule in Baden-Baden ab und studierte bis 1923 Staats- und Rechtswissenschaften sowie Wirtschaftswissenschaften an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0909&amp;quot;&amp;gt;Technischen Hochschule (TH) Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;, den Universitäten Heidelberg und Würzburg sowie an der Handelshochschule Mannheim. In Würzburg wurde er 1923 zum Doktor der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und 1926 zum Doktor der Rechtswissenschaft promoviert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1923-1925 war Mickley Kaufmann bei den Optischen Werken E. Leitz, Zweigwerk Rastatt, bei der Schlossgesellschaft Karlsruhe sowie bei der Reichsbank. Im Oktober 1925 legte er die 1. Staatsprüfung für das höhere Lehramt an badischen Handelsschulen ab und wurde als Handelsschulpraktikant angenommen. Nebenbei arbeitete er als Betriebsprüfer bei der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0096&amp;quot;&amp;gt;Maschinenbaugesellschaft Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;. Im November 1927 legte er die 2. Staatsprüfung ab und 1927-1933 übertrug ihm das badische Kultusministerium die Ausbildung der erwerbslosen Kaufleute, Techniker und Ingenieure in allgemeiner und technischer Betriebswirtschaftslehre (BWL). 1931 trat Mickley in die SS und in die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; ein. In der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1942&amp;quot;&amp;gt;SS (Schutzstaffel)&amp;lt;/lex&amp;gt; stieg er bis zum Hauptsturmführer auf. In der NSDAP arbeitete er 1933 in deren neu gegründeter Kommission für Wirtschaftspolitik und wurde mit der Abhaltung von Vorlesungen in BWL an der Verwaltungsakademie Baden betraut. Im Februar 1934 wurde Mickley zum Studienrat ernannt. Er erhielt einen Lehrauftrag für BWL an der TH Karlsruhe und wurde im Juli 1935 wissenschaftlicher Hilfsarbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einer &amp;quot;unserer aktivsten nat. soz. Hochschullehrer&amp;quot; wurde Mickley im April 1938 von der Fakultät für Allgemeine Wissenschaften auf Betreiben des damaligen Rektors &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1481&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Weigel&amp;lt;/lex&amp;gt; habilitiert. Dagegen hatte sich der Ökonom &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0114&amp;quot;&amp;gt;Rolf Fricke&amp;lt;/lex&amp;gt; ausgesprochen, da die als Ersatz für eine Habilitationsschrift vorgelegten Betriebsprüfungsgutachten bzw. Wirtschaftlichkeits- und Rentabilitätsrechnungen nicht ausreichend seien und Mickley eigentlich Betriebswissenschaftler und kein Wirtschaftswissenschaftler sei. Im August 1942 folgte die Ernennung Mickleys zum außerplanmäßigen Professor für Betriebswirtschaftslehre an der TH Karlsruhe. Zu diesem Zeitpunkt diente er bereits als Stabsoffizier im Reichsministerium für Bewaffnung und Munition in Berlin und Prag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;quot;entschiedener Aktivist des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nazi-Regimes&amp;lt;/lex&amp;gt;&amp;quot; wurde Mickley nach Kriegsende von der französischen Militärregierung entlassen. Er siedelte nach München über und wurde 1948 im Rahmen der &amp;quot;&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Entnazifizierung&amp;lt;/lex&amp;gt;&amp;quot; von der Spruchkammer Starnberg als Mitläufer eingestuft. Da der Kammer wegen Mickleys massenhafter Falschangaben in dessen Fragebogen unter anderem seine Mitgliedschaft in der SS nicht bekannt war, wurde das Urteil 1950 aufgehoben und das Verfahren durch die Zentralspruchkammer Württemberg-Baden wieder aufgenommen. Eine dort betriebene Klage als Hauptschuldiger fand wegen Mickleys Tod keinen Abschluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;René Gilbert 2016&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 233/25896, 456 E/8059, 465f/1925; KIT-Archiv 21011/286, 21001/1250, 21001/1294, 28002/316.&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Beiträge zum Aufbau industrieller Untersuchungen, Theorien hervortretender wirtschaftlicher Erscheinungen und alternative Konstruktion der Lösung des Arbeitsverteilungsproblems, Diss. Würzburg 1923; Das Firmenrecht im Vergleich zu den generellen und speziellen Schutzgesetzen über den Kaufmann bei dessen Rechtsschutz für den Fall seiner Nichteintragung in das Handelsregister, Diss. Würzburg 1926.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Peter Mantel: Betriebswirtschaftslehre und Nationalsozialismus: Eine institutionen- und personengeschichtliche Studie, Wiesbaden 2009, S. 290-297.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0040&amp;diff=598941</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0040</title>
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		<updated>2026-05-25T09:27:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Franz Gurk */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Franz Gurk}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0040_8_Alben_215_23b.jpg|200px|thumb|left|Franz Gurk 1953, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 215/23b.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Franz Gurk=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1663&amp;quot;&amp;gt;Bürgermeister&amp;lt;/lex&amp;gt;, Mitglied des Landtags (CDU), * 9. Februar 1898 Karlsruhe, † 12. Juli 1984 Karlsruhe, kath., ∞ 1935 Maria Luise Erna Hirschbrunn, 4 Kinder. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Franz Gurk kam aus einfachen Verhältnissen. Nach dem frühen Tod des Vaters begann er 1913 nach der Mittleren Reife als Volontär beim Rechnungsamt der Stadt Karlsruhe. Nach Kriegsteilnahme 1916-1919 beim &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1554&amp;quot;&amp;gt;Leibregiment 109&amp;lt;/lex&amp;gt; kam er 1923 als Verwaltungssekretär in das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1051&amp;quot;&amp;gt;Personalamt&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1926 baute Gurk auf Stadtratsbeschluss die Kommission für jugendliche Erwerbslose beim Städtischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1216&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsamt&amp;lt;/lex&amp;gt; auf. Nach einer Beurlaubung zum Reichsarbeitsamt als Fachmann für Berufsberatung kam der Finanzoberinspektor 1931 wieder zum Personalamt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gurk engagierte sich in der katholischen Jugendbewegung, der Kirche sowie beim Jugendherbergswerk. Darüber fand er Zugang zur Politik und vertrat die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0339&amp;quot;&amp;gt;Zentrumspartei&amp;lt;/lex&amp;gt; als Stadtverordneter 1926-1933 wie als Kreisrat 1932-1933. Als Parteiredner der katholischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1626&amp;quot;&amp;gt;Badenwacht&amp;lt;/lex&amp;gt; trat er gegen die Nazis auf, die ihn bereits 1932 wegen „Zentrumsmachenschaften im Rathaus“ schmähten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegen seines politischen Engagements wurde Gurk am 18. Juni 1934 zwangsweise zum &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1053&amp;quot;&amp;gt;Rechnungsprüfungsamt&amp;lt;/lex&amp;gt; versetzt. Beförderungen blieben ihm versagt, eine Ausbildung 1937/38 an der Verwaltungsakademie aber gestattet. Mit Beginn des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Zweiten Weltkriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde Gurk als Stabszahlmeister eingezogen und trat 1942 der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; bei. Dies ermöglichte ihm die Fortsetzung des 1940 in Freiburg begonnenen Studiums der Staats- und Wirtschaftswissenschaften, das er 1943 mit dem Diplom als Volkswirt und 1944 mit der Promotion abschloss. Das Kriegsende erlebte er als Leiter eines Reservelazaretts im Schwarzwald.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gurk trat im Oktober 1945 wieder in städtische Dienste und übernahm nach seinem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Spruchkammerverfahren&amp;lt;/lex&amp;gt; als Entlasteter im Februar 1947 die Leitung der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1059&amp;quot;&amp;gt;Stadtkämmerei&amp;lt;/lex&amp;gt;. Seit 1946 gehörte Gurk der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0306&amp;quot;&amp;gt;Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU)&amp;lt;/lex&amp;gt; an, wurde Landesvorsitzender für Nordbaden (1951-1968), Mitglied des Landesparlaments (1952-1972) und dessen Präsident (1960-1968). Er sah sich als gemäßigten „Altbadener“, der die Entwicklung des Landes Baden-Württemberg positiv bewertete. Als die CDU 1952 nicht an der Landesregierung beteiligt wurde, stellte sich der Stadtkämmerer der Wahl zum Oberbürgermeister in Karlsruhe. Er unterlag im zweiten Wahlgang gegen &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0016&amp;quot;&amp;gt;Günther Klotz&amp;lt;/lex&amp;gt;, der ihn 1953 zum Bürgermeister des Wirtschaftsdezernats machte, das er bis zur Ruhesetzung 1963 leitete. Als wirtschaftspolitischer Fachmann setzte er den begonnenen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0283&amp;quot;&amp;gt;Wiederaufbau&amp;lt;/lex&amp;gt; und die Gewerbe- und Wirtschaftsförderung fort. Seine programmatische Verbindung von Wirtschaft und Kultur war zu seiner Zeit vorausschauend.&lt;br /&gt;
Karlsruhe verlieh Gurk die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1496&amp;quot;&amp;gt;Ehrenmedaille&amp;lt;/lex&amp;gt; (1978) und die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1497&amp;quot;&amp;gt;Ehrenbürgerschaft&amp;lt;/lex&amp;gt; (1981), er war Träger des Großkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1963) und der „Dr.-Franz-Gurk-Plakette“ des Landesinnungsverbandes der Bildhauer und Steinmetze von Baden (1965).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Jürgen Schuhladen-Krämer 2012&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quelle==&lt;br /&gt;
Stadt Karlsruhe, Personal- und Organisationsamt: Personalakte Franz Gurk; GLA: N Gurk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Die wirtschaftliche Konzentration und der Staat, unter besonderer Berücksichtigung der Steuerpolitik (Diss. an der Rechts- u. Staatswissenschaftlichen Fakultät, Freiburg i. Br.) 1944.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Gerd Hepp: Gurk, Franz, Kommunalpolitiker, Z/CDU-Politiker, Landtagspräsident, in: Baden-Württembergische Biographien, Bd. I, hrsg. von Bernd Ottnad, Stuttgart 1994, S. 122-125.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0221&amp;diff=598940</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0221</title>
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		<updated>2026-05-25T09:26:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Carl Peter Pflästerer */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Carl Peter Pflästerer}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei: Bio-0221_8_PBS_oIII_1134.jpg|200px|thumb|left|Carl Peter Pflästerer, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIII 1134.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Carl Peter Pflästerer=&lt;br /&gt;
Architekt, Stadtplaner, * 22. März 1888 Weinheim/Rhein-Neckar-Kreis, † 23. Januar 1962 Karlsruhe, ev., ∞ 1917 Klara Schühle, 3 Söhne.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Besuch der Volksschule und des Realgymnasiums in Weinheim arbeitete Pflästerer von 1902-1906 in einem Baugeschäft und studierte dann bis 1909 an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0900&amp;quot;&amp;gt;Baugewerke-&amp;lt;/lex&amp;gt; und der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0931&amp;quot;&amp;gt;Kunstgewerbeschule&amp;lt;/lex&amp;gt; in Karlsruhe ohne eine Prüfung abzulegen. Auch an der Großherzoglichen Badischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0906&amp;quot;&amp;gt;Kunstschule&amp;lt;/lex&amp;gt; besuchte er einige Veranstaltungen. Fur kurze Zeit kehrte er nach Weinheim zurück und arbeitete dort als Bauleiter für seine Ausbildungsfirma. Nach dem Tode der Mutter war er von 1910 bis zum &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Kriegsbeginn&amp;lt;/lex&amp;gt; in dem  Architekturbüro von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1310&amp;quot;&amp;gt;Emil Schweickhardt&amp;lt;/lex&amp;gt; beschäftigt. Kriegsdienst leistete er in Frankreich, der Türkei und in Berlin-Adlershof. 1919-1924 arbeitete er beim Städtischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1017&amp;quot;&amp;gt;Hochbauamt&amp;lt;/lex&amp;gt; Karlsruhe, danach beim &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1062&amp;quot;&amp;gt;Tiefbauamt&amp;lt;/lex&amp;gt;, Abt. Stadterweiterung. Von nun an lag Pflästerers Arbeitsschwerpunkt im Bereich der Stadtplanung. Von 1924-1926 unterstützte er Stadtbaurat &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1251&amp;quot;&amp;gt;Emil Bronner&amp;lt;/lex&amp;gt; bei der Erstellung eines neuen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0076&amp;quot;&amp;gt;Generalbebauungsplans&amp;lt;/lex&amp;gt; für Karlsruhe, der jedoch, da er über das Entwurfsstadium nicht hinauskam, in den folgenden Jahren nur zum Teil umgesetzt wurde. Gegen Ende der 1920er-Jahre war Pflästerer an der Planung der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3075&amp;quot;&amp;gt;Dammerstock-Siedlung&amp;lt;/lex&amp;gt; beteiligt. Seit 1931 leitete das Mitglied der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD)&amp;lt;/lex&amp;gt; das neu geschaffene Stadterweiterungsbüro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; 1933 ging die Leitung des Stadterweiterungsbüros 1933 an den Bauingenieur und Mitglied der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; Johannes Dommer über. Trotz seiner Distanz zum Nationalsozialismus blieb Pflästerer Mitarbeiter der Stadt. Sein Interesse konzentrierte sich vor allem auf die Neugestaltung des &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3110&amp;quot;&amp;gt;Ettlinger-Tor-Platzes&amp;lt;/lex&amp;gt; und der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0688&amp;quot;&amp;gt;Ettlinger Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; als weiträumige Chaussee, entlang der die zukünftigen Monumentalbauten der Partei (Gauhaus, Gauhalle, Gauehrentor etc.) geplant waren. Daneben fertigte Pflästerer - seit 1937 NSDAP-Mitglied und 1938 zum Oberbaurat befördert - auch Planzeichnungen und Modelle zum zukünftigen Ausbau der Ost-West-Achse, die mit einem quadratischen Platzareal vor &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1276&amp;quot;&amp;gt;St. Bernhard&amp;lt;/lex&amp;gt; beginnen und mit einem analog gestalteten Platz im westlichen &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1955&amp;quot;&amp;gt;Mühlburg&amp;lt;/lex&amp;gt; enden sollte. Da der Krieg seit 1939 alle finanziellen Mittel verschlang, wurde keiner der Pläne realisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Kriegsende war Pflästerer zunächst beim Städtischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1041&amp;quot;&amp;gt;Liegenschafts- und Vermessungsamt&amp;lt;/lex&amp;gt; angestellt, wurde aber im Rahmen der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;&amp;quot;Entnazifizierung&amp;quot;&amp;lt;/lex&amp;gt; im März 1946 vom Dienst suspendiert. Im August 1947 konnte der letztlich als Mitläufer eingestufte Pflästerer seine Arbeit als Leiter des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1060&amp;quot;&amp;gt;Stadtplanungsamts&amp;lt;/lex&amp;gt; fortsetzen. Auf der Grundlage der Ergebnisse eines Ideenwettbewerbs zum Wiederaufbau der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1431&amp;quot;&amp;gt;Kaiserstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; erstellte Pflästerer 1948 den endgültigen Aufbauplan für die Hauptgeschäftsstraße. In seine Amtszeit fiel die Sanierung Mühlburgs mit der Neugestaltung der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2304&amp;quot;&amp;gt;Rheinstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; und der Bebauung des &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1958&amp;quot;&amp;gt;Mühlburger Feldes&amp;lt;/lex&amp;gt;. Nach seiner Pensionierung 1954 blieb er Mitglied des Stadtplanungsbeirats, der sich unter anderem mit der Planung der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2859&amp;quot;&amp;gt;Waldstadt&amp;lt;/lex&amp;gt; und der Bebauung des ehemaligen &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0409&amp;quot;&amp;gt;Flugplatzes&amp;lt;/lex&amp;gt; befasste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Katja Förster 2014/2023&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Quelle==&lt;br /&gt;
StadtAK 7/Nl Pflästerer.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Isabelle Dupont: Carl Peter Pflästerer und die Stadtplanung Karlsruhes in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe und dem Stadtplanungsamt der Stadt Karlsruhe, Karlsruhe 2012 (= Forschungen und Quellen zur Stadtgeschichte. Schriftenreihe des Stadtarchivs Karlsruhe Bd. 12); Rolf Fuhlrott: Carl Peter Pflästerer (1888–1961)&lt;br /&gt;
Ein badischer Baumeister für Karlsruhe – zum 125. Geburtstag, in: Badische Heimat 2/93, 2013, S. 301-315 https://regionalia.blb-karlsruhe.de/frontdoor/index/index/start/29/rows/10/sortfield/score/sortorder/desc/searchtype/simple/query/Karlsruhe/docId/443 (Zugriff am 9. Oktober 2023).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:bio-0249</title>
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		<updated>2026-05-25T09:24:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Ulrich Bernays */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Ulrich Bernays}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Bio-0249.jpg|200px|thumb|left|Ulrich Bernays, um 1940, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIII 991.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Ulrich Bernays=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Altphilologe, Lehrer, NS-Verfolgter, * 15. August 1881 München, † 23. Dezember 1948 Karlsruhe, ev., ∞ 1914 Elisabeth Schatz, 1 Tochter.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Ulrich Bernays war ein Sohn des bekannten Münchner Philologie-Professors Michael Bernays. Nach dem Umzug nach Karlsruhe, wo der Vater 1897 verstarb, besuchte Bernays hier ab 1890 das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1219&amp;quot;&amp;gt;Gymnasium&amp;lt;/lex&amp;gt;, studierte 1898-1904 Altphilologie, Deutsch und Geschichte in Heidelberg und München. Das Studium beendete er mit der Promotion in Heidelberg. Der hochgelehrte und kunstsinnige Bernays ging in den Schuldienst und wurde 1913 Lehrer am &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1425&amp;quot;&amp;gt;Goethe-Gymnasium&amp;lt;/lex&amp;gt; in Karlsruhe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Vermittlung humanistischer Bildung wirkte er weit über seine schulischen Verpflichtungen hinaus. Den Schülern bot er Leseabende und Theateraufführungen an, in der Zeit nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; hielt er Vorlesungen zu Geschichte und Literatur an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0945&amp;quot;&amp;gt;Volkshochschule&amp;lt;/lex&amp;gt;. Bernays wurde trotz des Einsatzes seiner Schüler schließlich 1935 aufgrund seiner jüdischen Vorfahren in den Zwangsruhestand geschickt. Die folgenden Jahre waren geprägt von weiteren Verfolgungen der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt;. Bernays musste sich einen hebräischen Vornamen zulegen, wurde zur &amp;quot;Judensteuer&amp;quot; herangezogen und war kurzzeitig im KZ Dachau sowie in Singen/Hohentwiel in Haft. In diesen Jahren der Verfolgung schrieb er eine Biographie seines Vaters und übersetzte Schriften der antiken Autoren Platon und Phaidon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach 1945 kehrte Bernays in den Schuldienst am Goethe-Gymnasium zurück. Ehemalige Schüler priesen seine Fähigkeit, sie für Humanismus und deutsche Klassik begeistert zu haben. 1946 wurde er Beisitzer in einer der Spruchkammern zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;&amp;quot;Entnazifizierung&amp;quot;&amp;lt;/lex&amp;gt;. Zusätzlich organisierte er als Leiter maßgeblich den Wiederaufbau der Volkshochschule Karlsruhe. Anlässlich ihrer Eröffnung 1947 hielt er den Vortrag &amp;quot;Zur Sinngebung der Volkshochschule&amp;quot;. Bei dieser Gelegenheit propagierte Bernays als Ziel der Volkshochschule die Vermittlung eines breit angelegten klassischen Bildungskanons als Grundlage einer von Menschlichkeit geprägten Weltanschauung. In Sinne dieser Programmatik gestaltete er auch seine Vortragsreihen an der Volkshochschule, die sich mit der griechischen Kulturgeschichte, der deutschen Aufklärung oder den geistigen Strömungen der Jahre 1848/49 befassten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Bernays, dem nur noch eine kurze Arbeitszeit vergönnt war, erinnert heute der Ulrich-Bernays-Saal in der Volkshochschule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Jürgen Schuhladen-Krämer/Volker Steck 2015&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 235/Zug. 1967-41/ 29, 480/1717; StadtAK 8/StS 13/87, 8/ZGS, 7/Nl Zollner  605 (Festrede U. Bernays zur 40-Jahrfeier der Goethe-Schule Karlsruhe, gehalten am 27. Oktober 1948).&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Studien zu Dionysius Periegetes, Diss. Heidelberg 1905; Johann Wolfgang von Goethe: West-östlicher Divan. Mit einer Einführung von Ulrich Bernays, Hamburg 1947.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Karl Broßmer: Dr. Ulrich Bernays (1881-1948). Altphilologe und Vorkämpfer der Volkshochschule, Karlsruhe o.J. [1953] (mit Werkverzeichnis); Wolfgang Leiser: Ulrich Bernays, in: Badische Biographien NF, Bd. 1, hrsg. von Bernd Ottnad, Stuttgart 1982, S. 48-50; Angela Borgstedt: Entnazifizierung in Karlsruhe 1946 bis 1951, Konstanz 2001, passim.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-0771&amp;diff=598836</id>
		<title>De:Lexikon:ins-0771</title>
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		<updated>2026-05-06T09:30:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Karlsruher Liste (KAL) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Karlsruher Liste (KAL)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0771.jpg|200px|thumb|left|Wahlplakat der KAL zur Kommunalwahl 2009, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS Xb 457.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Karlsruher Liste (KAL)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Karlsruher Liste (KAL) ist eine kommunale Wählergemeinschaft, die 1984 gegründet wurde. Gründungsvorsitzender (bis 1994) war Thomas Belschner, gefolgt von Michael Haug. Seit Anfang 2017 ist Margot Döring Vorsitzende der KAL. Die Mitgliedschaft wird durch aktive Teilnahme erworben und nicht durch Mitgliedsbeitrag oder Parteibuch. Ihr bekanntester Kopf ist der selbstständige Drucker Lüppo Cramer, der von 1980-1982 für die Grüne Liste und anschließend bis September 1983 als parteiloser &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt; im Karlsruher Gemeinderat saß. 1984 gehörte Cramer zu den Mitbegründern der KAL, für die er bei der Kommunalwahl im Oktober 1984 in den Gemeinderat einzog (Wahlergebnis KAL 1,6 %). Seitdem ist er ununterbrochen Mitglied des Karlsruher Stadtrats.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den folgenden Kommunalwahlen bis 2004 gelang es der KAL, ihr Wahlergebnis kontinuierlich auf 7,1 % zu steigern. Bei den Kommunalwahlen 1989 (3,2 %) und 1994 (5,2 %) erhielt die Wählergemeinschaft jeweils ein Ausgleichsmandat, wodurch sie 1989 zwei Sitze (Lüppo Cramer, Jochen Schlick) und 1994 drei Sitze (Cramer, Schlick, Eberhard Fischer) im Gemeinderat erhielt und damit erstmals Fraktionsstatus erlangte. 1995 wurde Jochen Schlick durch Margot Döring ersetzt. Durch den Wechsel von Michael Kunz von BüKA-ödp zur KAL im Dezember 2007 war die KAL bis Juni 2009 mit vier Stadträten im Gemeinderat vertreten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Kommunalwahl 2009 errang die Wählergemeinschaft 5,9 % der abgegebenen gültigen Stimmen, was ihr drei Sitze im Gemeinderat einbrachte (Cramer, Fischer, Döring). 2014 fiel der Stimmenanteil der KAL auf 4,2 %, wodurch sie einen Sitz verlor und seither zwei Stadträte (Cramer, Fischer) stellt. Damit einher ging der Verlust des Fraktionsstatus. Zusammen mit den Stadträten der Piratenpartei Karlsruhe, Erik Wohlfeil und Uwe Lancier sowie dem Stadtrat der Partei Die PARTEI, Max Braun, bildeten die Stadträte der KAL, Cramer und Fischer, die KULT-Fraktion, die seit Juli 2014 als viertstärkste Fraktion im Karlsruher Gemeinderat vertreten war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stadtrat Fischer gab Ende 2016 sein Amt auf, ihm folgte Michael Haug, bisheriger KAL-Vorsitzender nach. Altstadträtin Margot Döring wurde im Februar 2017 als neue Vorsitzende gewählt. Bei der Kommunalwahl 2019 behaupteten die KAL-Stadträte Cramer und Haug ihre Mandate. Mit den zwei gewählten Mitgliedern von Die PARTEI bildeten sie für die kommenden fünf Jahre eine Fraktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2024 holte die Karlsruher Liste 5,33 % der Stimmen und zog als Fraktion in den Gemeinderat. Neben dem Fraktionsvorsitzenden Lüppo Cramer und Stadtrat Michael Haug wurde Sonja Döring Stadträtin für die KAL-Fraktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;René Gilbert 2015/2026&#039;&#039;	 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
StadtAK 8/StS 29/15, 76, 93, 267; 8/StS 33/24, 93-99, 200; 8/ZGS 29.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Manfred Koch: Karlsruher Chronik. Stadtgeschichte in Daten, Bildern, Analysen, Karlsruhe 1992, S. 319 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 14); Homepage der Wählergemeinschaft KAL: http://www.karlsruher-liste.de/ (Zugriff am 10. August 2015).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0627&amp;diff=598835</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0627</title>
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		<updated>2026-04-27T09:16:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Franz Sales Bernhard Meyer */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Franz Sales Bernhard Meyer}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0627.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Franz Sales Meyer, um 1920, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIII 1866.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Franz Sales Bernhard Meyer=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ornamentiker, Gewerbeschullehrer, Sachbuchautor, * 9. Dezember 1849 Kenzingen/Lkr. Emmendingen, † 6. November 1927 Karlsruhe, kath., ∞ 1876 Maria Christina Karolina Weissert († 1915), 1 Sohn, 1 Tochter.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Franz Sales Meyer war das älteste von fünf Kindern eines Lehrers. Er verlor mit neun Jahren seinen Vater und erreichte als einziges Kind das Erwachsenenalter. 1866-1868 besuchte er das Lehrerseminar in Meersburg am Bodensee. Nach dem Examen ging er an die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0909&amp;quot;&amp;gt;Technische Hochschule (TH) Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;, wo er Architektur studierte und seine Ausbildung mit Examen zum Gewerbeschullehrer 1871 abschloss. Im Oktober 1872 erhielt Meyer eine Stelle als Hilfslehrer für den kunstgewerblichen Unterricht an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1555&amp;quot;&amp;gt;Landesgewerbehalle&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1875 wurde er zum Hauptlehrer, im November 1879 zum Professor für Ornamentik an der nun selbstständigen Großherzoglich Badischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0931&amp;quot;&amp;gt;Kunstgewerbeschule&amp;lt;/lex&amp;gt; in Karlsruhe ernannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner fast fünf Jahrzehnte währenden Lehrtätigkeit bis 1919 verhalf Meyer dieser Lehrstätte, die er nach dem Tod von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0626&amp;quot;&amp;gt;Hermann Götz&amp;lt;/lex&amp;gt; 1901 zeitweise als Interimsdirektor leitete, zu Ansehen und Bekanntheit. Dies erreichte er in erster Linie durch seine zahlreichen Veröffentlichungen über das badische Kunsthandwerk. Hinzu kamen seine bei den Weltausstellungen in Wien (1873), Paris (1878), und Brüssel (1897) erworbenen Kenntnisse, die ihn als Fachmann für das Kunstgewerbe über Deutschland hinaus bekannt machten. Neben seiner Lehrtätigkeit - Meyer galt als überdurchschnittlich befähigter Pädagoge - verfasste er zusammen mit seinem Freund und Studienkollegen &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0138&amp;quot;&amp;gt;Theodor Krauth&amp;lt;/lex&amp;gt; Fachbücher über das Schreiner-, Schlosser-, Zimmermanns- und Steinmetzhandwerk und er publizierte auch einen Karlsruher Stadtführer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl seit 1869 in Karlsruhe ansässig, blieb Meyer der Stadt Meersburg zeitlebens verbunden. Er verbrachte  dort mehr als 50 Jahre seinen Sommerurlaub, verfasste 1884 den ersten Meersburger Stadtführer und beteiligte sich 1907 an einer Denkschrift zur Verbesserung des Meersburger Stadtbildes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für seine Arbeit, zu der auch mehrere Aquarelle, Zeichnungen und Farbskizzen gehören, erhielt Meyer 1915 die der Stadt Meersburg. 1902 wurde ihm das Ritterkreuz des Berthold-Ordens verliehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;René Gilbert 2015&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quelle==&lt;br /&gt;
GLA 466-22/1717.&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Systematisch geordnetes Handbuch der Ornamentik – zum Gebrauche für Musterzeichner, Architekten, Schulen und Gewerbetreibende sowie zum Studium im Allgemeinen, Leipzig 1888; Handbuch der Liebhaberkünste – zum Gebrauche für alle, die einen Vorteil davon zu haben glauben, Leipzig 1890; Das Schreinerbuch, Das Schlosserbuch, Das Zimmermannsbuch, Das Malerbuch, Das Steinhauerbuch (1890-1897);&lt;br /&gt;
Die Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe – ein Führer für deren Gäste mit Plan und Abbildungen, Karlsruhe 1895; Die Feuerwerkerei als Liebhaberkunst, Karlsruhe 1898; Die Gartenkunst in Wort und Bild – mit 300 Abbildungen und Plänen im Text, Leipzig 1904 (als Hrsg. mit &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1199&amp;quot;&amp;gt;Friedrich Ries&amp;lt;/lex&amp;gt;); Handbuch der Aquarellmalerei, Esslingen 1920; Elzmündung bei Kappel am Rhein, Aquarell; Die Elz bei Waldkirch, Aquarell; Bauernhaus im Schutterwald, Aquarell; Im Weiherwald bei Karlsruhe, Skizze 1923.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Xaver Schilling: Franz Sales Meyer – Versuch eines Lebensbildes, in: Ekkhart 1960, S. 53-59; Franz Sales Meyer (jun.): Franz Sales Bernhard Meyer (1849-1927), Ehrenbürger der Stadt Kenzingen, Professor an der Kunstgewerbeschule in Karlsruhe, in: Die Pforte 9 (1989), S. 2-21; Helmut Reiner: Meyer, Franz Sales, in: Badische Biographien NF IV, hrsg. von Bernd Ottnad, Stuttgart 1996, S. 210-212.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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